WhatsApp-Betrug: Polizei nimmt 6 TĂ€ter fest â 10,4 Mio. Euro erbeutet
30.06.2026 - 23:45:47 | boerse-global.de
Die indische Polizei hat sechs mutmaĂliche Cyberkriminelle festgenommen, die ĂŒber WhatsApp-IdentitĂ€tsdiebstahl mehr als 10,4 Millionen Euro erbeuteten. Die Ermittlungen erstrecken sich ĂŒber mehrere Bundesstaaten.
63 Ăberweisungen in zwölf Tagen
Die Betrugsserie ereignete sich zwischen dem 3. und 15. Juni 2026. Die TĂ€ter tĂ€uschten ein 63-jĂ€hriges Opfer und brachten es zu 63 separaten Ăberweisungen. Insgesamt erbeuteten sie umgerechnet rund 10,4 Millionen Euro. Die Ermittler des Mumbai Crime Branch konnten bisher ĂŒber 5,6 Millionen Euro der gestohlenen Gelder einfrieren.
Die Festgenommenen sind Dnyaneshwar Thoke, Birendra Bhagat, Ranjan Kharwar, Vikas Bind, Vansh Manocha und Faiyaz Alam. Die Beute floss nach Erkenntnissen der Ermittler unter anderem in GoldkĂ€ufe. Die Polizei fahndet weiter nach dem mutmaĂlichen Kopf der Bande.
Weitere Erfolge gegen CyberkriminalitÀt
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Die Festnahmen in Mumbai sind Teil einer gröĂeren Offensive gegen digitale Betrugsnetzwerke. In Rourkela nahm die Polizei am 30. Juni zwei MĂ€nner aus Mumbai fest. Nayan Nathwani und Dhabal Pandya sollen sich als Ermittler der indischen Bundespolizei CBI ausgegeben und einem Anwohner umgerechnet rund 143.000 Euro abgenommen haben. Bei der Razzia beschlagnahmten die Beamten Mobiltelefone, SIM-Karten und Dokumente. Die VerdĂ€chtigen stehen mit mehreren FĂ€llen in Uttar Pradesh, Telangana, Odisha und Maharashtra in Verbindung.
Bereits am 29. Juni gelang der Delhi Police Cyber Cell ein weiterer Schlag: Zehn Personen wurden festgenommen, darunter der mutmaĂliche Drahtzieher Manjoor Alam. Die Gruppe hatte schĂ€dliche APK-Dateien ĂŒber WhatsApp versendet und sich als Bankmitarbeiter oder Stromversorger ausgegeben. Der Gesamtschaden in mehreren FĂ€llen belĂ€uft sich auf rund 260.000 Euro. Die TĂ€ter nutzten unter anderem gefĂ€lschte KYC-Updates und betrĂŒgerische Verkehrsstrafbescheide.
Neue Betrugsmethoden beunruhigen Experten
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Die jĂŒngsten Festnahmen fallen mit Warnungen von Cybersicherheitsexperten vor neuen Angriffsmethoden zusammen. Eine als "Boss Scam" bekannte Kampagne nutzt DLL-Sideloading, um WhatsApp-Web-Sitzungen von FĂŒhrungskrĂ€ften zu kapern. Die Angreifer versenden getarnte ZIP-Dateien als Compliance-Mitteilungen. Gelingt der Zugriff, stehlen sie Sitzungstoken und geben sich als ranghohe Manager aus â mit dem Ziel, Finanzabteilungen zu Ăberweisungen zu bewegen. Einzelne Transfers erreichten dabei umgerechnet bis zu 2,45 Millionen Euro.
FĂŒr zusĂ€tzliche Diskussionen sorgt eine neue WhatsApp-Funktion: Seit dem 30. Juni können Nutzer Benutzernamen reservieren. Der Unternehmer Ankur Warikoo warnte, dass dieser Schritt weg von der telefonnummernbasierten Verifikation IdentitĂ€tsdiebstahl erleichtern könnte. Die Unterscheidung zwischen echten und betrĂŒgerischen Accounts werde fĂŒr Nutzer schwieriger â ein Einfallstor fĂŒr digitale BetrĂŒger.
