WhatsApp, Inkognito-Modus

WhatsApp führt Inkognito-Modus und kostenpflichtiges Plus-Abonnement ein

14.05.2026 - 21:08:16 | boerse-global.de

WhatsApp führt einen Inkognito-Modus für KI-Chats ein und startet in Europa das Abo „WhatsApp Plus" für 2,49 Euro monatlich.

WhatsApp führt Inkognito-Modus und kostenpflichtiges Plus-Abonnement ein - Foto: über boerse-global.de
WhatsApp führt Inkognito-Modus und kostenpflichtiges Plus-Abonnement ein - Foto: über boerse-global.de

Parallel startet der Messenger in Europa das Abo-Modell WhatsApp Plus für umgerechnet 2,49 Euro monatlich.

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Private Processing: So funktioniert der Inkognito-Modus

Die neue Funktion adressiert wachsende Bedenken zur Datenverarbeitung durch KI-Modelle. Technisch basiert der Inkognito-Modus auf einem Trusted Execution Environment (TEE). In dieser abgeschotteten Umgebung werden Konversationen verarbeitet, ohne dass Meta selbst auf die Inhalte zugreifen kann.

Als Grundlage dient das hauseigene Muse Spark Modell. Nachrichten werden weder dauerhaft gespeichert noch für künftiges KI-Training verwendet. Nach Ende einer Sitzung verschwinden die Chatverläufe komplett. Ein sichtbarer Hinweis zeigt den aktiven Schutzstatus an.

Der Rollout läuft zunächst für Android und iOS – beschränkt auf Text-Chats. Erweiterungen für Sprach- und Bildfunktionen sind bereits in Planung. Erfasst werden nur minimale Metadaten wie Zeitstempel, um die Stabilität zu gewährleisten.

WhatsApp Plus: Was das Abo bietet

Erstmals bietet WhatsApp ein kostenpflichtiges Abo für Privatnutzer in Europa. Für 2,49 Euro pro Monat erhalten Abonnenten erweiterte Personalisierungs- und Produktivitätswerkzeuge. Dazu gehören:

  • Bis zu 20 fixierte Chats in der Übersicht
  • 18 verschiedene Akzentfarben für exklusive Designs
  • Individuell einstellbare Klingeltöne

Die Business-Version bleibt von diesen Neuerungen zunächst ausgenommen.

Sicherheitsupdates und geplante Passwort-Funktion

Parallel schließt WhatsApp kritische Sicherheitslücken. Zu den jüngsten Patches gehören CVE-2026-23866 (manipulierte Instagram-Reels) und CVE-2026-23863 (getarnte ausführbare Dateien unter Windows).

Für die Zukunft plant der Messenger ein optionales Passwort-Feature mit 6 bis 20 Zeichen. Es soll den Account-Schutz bei Anmeldungen auf neuen Geräten verstärken – als Ergänzung zur bestehenden Zwei-Faktor-Authentifizierung. Angesichts steigender Internetkriminalität gewinnt der Schutz vor unbefugten Kontoübernahmen zunehmend an Bedeutung.

Apples iOS 26.5: RCS mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Die WhatsApp-Neuerungen sind Teil einer breiteren Branchenbewegung. Apple hat Mitte Mai mit iOS 26.5 über 50 Sicherheitslücken geschlossen, darunter kritische mit Kernel-Root-Zugriff.

Eine wesentliche Neuerung: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) für RCS zwischen iPhone und Android. Die Funktion basiert auf dem MLS-Protokoll. In Deutschland unterstützen Telekom, O2 und 1&1 das Update bereits, Vodafone fehlt noch.

Bereits mit iOS 26.3 schränkte Apple den Zugriff von Mobilfunknetzbetreibern auf präzise Standortdaten ein. Bei neueren Geräten ist die Funktion zur Limitierung der Standortgenauigkeit standardmäßig aktiviert.

Android 17: KI-Schutz und Intrusion Logging

Google kündigte für Android 17 weitreichende KI-Schutzfunktionen an. Dazu zählen eine Echtzeit-App-Überwachung sowie Schutz gegen Call-ID-Spoofing. Betrügerische Anrufe verursachen global jährlich Milliardenschäden.

Für Pixel-Nutzer führt Google ein „Intrusion Logging“ ein. Es speichert forensische Daten über potenziell schädliche Aktivitäten wie USB-Verbindungen oder App-Installationen – verschlüsselt und nur für Sicherheitsanalysen zugänglich.

Meta-Konzern: Zwei Gesichter beim Datenschutz

Der aktuell Fokus auf Privatsphäre bei WhatsApp steht in bemerkenswertem Kontrast zu anderen Meta-Entscheidungen. Anfang Mai deaktivierte der Konzern die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Direktnachrichten auf Instagram. Begründung: geringe Nutzung.

Die Folge: Meta kann theoretisch wieder auf diese Kommunikationsinhalte zugreifen. Nutzer, die Wert auf Verschlüsselung legen, werden auf WhatsApp oder Alternativen wie Signal verwiesen.

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Marktkontext: 11 Prozent der Deutschen von Internetkriminalität betroffen

Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden 2025 rund 11 Prozent der deutschen Bevölkerung Opfer von Internetkriminalität. Der Druck auf Plattformbetreiber, robuste Sicherheitslösungen anzubieten, wächst.

Während Apple auf Hardware-Software-Integration setzt und Google verstärkt auf KI-basierte Bedrohungserkennung, versucht WhatsApp mit Trusted Execution Environments einen Mittelweg: KI-Assistenten nutzbar machen, ohne Datenschutz zu opfern.

Ausblick: Sicherheit wird zum Produktfeature

Die Branche entwickelt sich weg von passiven Sicherheitsmerkmalen hin zu aktiven Produktfeatures. Abo-Modelle wie WhatsApp Plus zeigen: Nutzer sind bereit, für zusätzliche Funktionen zu zahlen.

Neue Standards wie das MLS-Protokoll für RCS etablieren plattformübergreifende Basissicherheit. In den kommenden Monaten dürften Funktionen zur Erkennung von KI-gestütztem Betrug in Echtzeit zum Standard auf High-End-Smartphones werden.

Die Herausforderung: Die steigende Komplexität für den Endverbraucher handhabbar zu machen, ohne die Benutzerfreundlichkeit einzuschränken. Ob sich Technologien wie das Private Processing von WhatsApp langfristig als vertrauenswürdig erweisen, wird maßgeblich über die Integration von KI-Assistenten in den Alltag entscheiden.

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