WhatsApp-Phishing, Betrüger

WhatsApp-Phishing: Betrüger nutzen echte SSL-Zertifikate seit 10. August

Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 11:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Betrugskampagne nutzt Typosquatting-Domains mit offiziellen Sicherheitszertifikaten, um Nutzer von WhatsApp und Instagram zu täuschen.

Phishing-Welle: Gefälschte WhatsApp- und Instagram-Seiten mit gültigen SSL-Zertifikaten
Nahaufnahme eines Smartphones in einer Hand, das einen Browser darstellt, in einem professionellen, neutralen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor einer aktuellen und technisch ausgefeilten Phishing-Kampagne, die gezielt Anwender der Kommunikationsdienste WhatsApp und Instagram ins Visier nimmt. Die Angreifer kombinieren dabei den Einsatz von offiziellen SSL/TLS-Zertifikaten mit sogenannten Typosquatting-Domains, um eine vermeintliche Sicherheit vorzutäuschen und Nutzer zur Preisgabe sensibler Informationen zu bewegen. In den vergangenen Tagen wurden bereits mehrere Webadressen identifiziert, die Teil dieser kriminellen Infrastruktur sind.

Manipulierte Domains mit offiziellen Sicherheitszertifikaten

Ein zentrales Element der Entdeckung ist die Nutzung von Webseiten, deren Namen den Originaldiensten stark ähneln, jedoch geringfügige Abweichungen aufweisen. Laut den Analysen der Sicherheitsforscher gehören zu den betroffenen Domains unter anderem Adressen wie whatsapp.elirex.net, whatsapp.primecore.online sowie whatsapp-handler.icaal.co.uk. Auch die Domain api.whatsapp.dev.tadoo.app wurde als Teil der Kampagne eingestuft.

Das Besondere an diesem Vorgehen ist die Verwendung von gültigen Sicherheitszertifikaten für diese betrügerischen Seiten. Wie aus den Berichten hervorgeht, wurden diese Zertifikate erst vor kurzem, konkret am 10. August 2026, ausgestellt. Als Aussteller dieser Zertifikate fungieren namhafte Dienstleister wie Let's Encrypt, Google Trust Services und Amazon.

Durch den Einsatz dieser Zertifikate zeigen moderne Webbrowser das vertrauenerweckende Schloss-Symbol in der Adresszeile an. Dies erschwert es den Nutzern erheblich, den Betrugsversuch auf den ersten Blick zu erkennen, da das Vorhandensein einer verschlüsselten Verbindung oft fälschlicherweise mit der Seriosität des Webseitenbetreibers gleichgesetzt wird. Bisher hat sich keine bekannte Angreifergruppe zu dieser gezielten Kampagne bekannt.

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Gezielte Betrugsversuche mit Schweizer Bezug

Neben der technischen Komponente über manipulierte Domains beobachten Behörden und Experten zudem eine spezifische Betrugswelle, die sich derzeit insbesondere gegen Schweizer Nutzer richtet. Dabei werden WhatsApp-Nachrichten von unbekannten Nummern mit ausländischen Vorwahlen versendet, die durch reißerische Inhalte Neugier wecken sollen.

In diesen Nachrichten wird häufig ein angeblicher politischer Skandal in der Bundesstadt Bern thematisiert. Die Angreifer verwenden dabei ohne Genehmigung Bildmaterial prominenter Persönlichkeiten, darunter ein Foto der Bundesrätin Karin Keller-Sutter. Der Begleittext behauptet beispielsweise unter der Überschrift eines vermeintlichen Skandals, dass ein anonymer Fotograf die Politikerin erwischt habe.

Diese Form des Social Engineering zielt darauf ab, die Empfänger zum Klicken auf weiterführende Links zu animieren. Experten weisen darauf hin, dass solche Nachrichten von unbekannten Absendern stets mit Misstrauen behandelt werden sollten. Die Kombination aus technischer Täuschung durch SSL-Zertifikate und der psychologischen Manipulation durch vermeintliche Sensationsmeldungen stellt eine wachsende Gefahr für die Sicherheit von Smartphone-Nutzern dar.

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Sicherheitskreise raten dazu, Webadressen in der Browserzeile genau auf Abweichungen zu prüfen und bei unaufgeforderten Nachrichten über Messenger-Dienste keine persönlichen Daten preiszugeben oder Links zu folgen, selbst wenn die Verbindung als sicher angezeigt wird. Da die betroffenen Zertifikate erst kürzlich ausgestellt wurden, ist davon auszugehen, dass die Kampagne aktuell noch eine hohe Aktivität aufweist.

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