WhatsApp-Phishing, Gefälschte

WhatsApp-Phishing: Gefälschte Tanzabstimmung kapert Konten in Europa

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 07:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gefälschte Abstimmungen dienen Kriminellen zur Kontoübernahme und zu Zahlungsbetrug; Behörden raten, Links und Codes zu meiden.
Ein minimalistischer Arbeitsplatz mit einem Holztisch vor einem verschwommenen europäischen Stadtpanorama bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Eine koordinierte Phishing-Kampagne zielt derzeit auf Nutzer des Messengerdienstes WhatsApp in mehreren europäischen Ländern ab. Angreifer versenden dabei Nachrichten über scheinbar vertraute Kontakte und fordern die Empfänger auf, an einer Online-Abstimmung teilzunehmen. Das eigentliche Ziel der Masche ist die vollständige Übernahme des Nutzerkontos, um im Anschluss finanziellen Betrug zu begehen.

Nach der Eingabe der eigenen Telefonnummer auf einer gefälschten Webseite erscheint auf dem Smartphone eine WhatsApp-Anfrage zur Autorisierung einer neuen Geräteanmeldung. Bestätigen Betroffene diesen Vorgang, erhalten die Kriminellen eine aktive Parallelsitzung auf dem fremden Konto.

Täuschende Links aus dem persönlichen Adressbuch

Die Nachrichten wirken für Empfänger besonders glaubwürdig, da sie direkt von bereits kompromittierten Kontakten aus dem eigenen Adressbuch stammen. Bei dem Vorwand handelt es sich häufig um die Bitte, im Rahmen eines angeblichen Tanzwettbewerbs für Mädchen namens Sophie oder Eliska abzustimmen. Als angeblicher Hauptgewinn wird eine Unterrichtsstunde an der First International Ballet School in Prag genannt.

Das spanische Nationale Institut für Cybersicherheit (INCIBE) stufte die Kampagne am 22. Oktober 2026 als Bedrohung mit hoher Wichtigkeit ein. Die Sicherheitsbehörde stellte klar, dass das bloße Öffnen des Links oder die reine Eingabe der Telefonnummer noch keine Kontenübernahme bedeute.

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Die akute Gefahr entstehe erst, wenn Nutzer den übermittelten Code eingeben und damit die Verknüpfung eines fremden Geräts abschließen. Ein kompromittiertes Konto versende in der Folge oft automatisch dieselbe Aufforderung an weitere Kontakte.

Die Kampagne breitete sich über mehrere Staaten aus. Unter anderem meldeten Medien Fälle in Spanien, Belgien und Frankreich. In den Niederlanden registrierte die Organisation Fraudehelpdesk täglich Dutzende Anrufe; etwas mehr als die Hälfte der gemeldeten Vorfälle betraf tatsächliche Kontovernahmen.

Politische Kreise betroffen und juristische Konsequenzen

Die Betrugswelle erreichte auch die Politik. In Frankreich fiel ein Parlamentsabgeordneter auf das Verfahren herein, nachdem er von einem beruflichen Kontakt angeschrieben worden war und daraufhin seine Telefonnummer sowie den Bestätigungscode übermittelt hatte.

Der Cybersicherheitsdienst der französischen Nationalversammlung intervenierte daraufhin. Ein weiterer Abgeordneter der Gruppierung Ensemble pour la République erhielt dieselbe Nachricht, erkannte den Betrugsversuch jedoch rechtzeitig.

Für die Opfer entstehen oft erhebliche Folgeschäden. Haben Kriminelle Zugriff auf das Konto, funktioniert der Messengerdienst auf dem Gerät der Betroffenen zunächst regulär weiter, während die Täter im Hintergrund Kontakte auslesen und betrügerische Zahlungsbitten verschicken.

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In Spanien forderten Täter beispielsweise Beträge zwischen 20 und 25 Euro über Bezahldienste für angebliche Notlagen. Aus Córdoba wurde zudem ein Urteil bekannt, bei dem ein Richter eine Bank dazu verpflichtete, einem Betrugsopfer 18.000 Euro zu erstatten.

Empfohlene Schutzmaßnahmen und vorgehen

Sicherheitsbehörden wie die spanische Policía Nacional, die Guardia Civil sowie die niederländische Polizei raten dringend dazu, Links in derartigen Nachrichten grundsätzlich nicht zu öffnen und keine Verifizierungscodes weiterzugeben. Da eine bekannte Absendernummer keinen Beleg für die Echtheit der Nachricht darstellt, sollten Nutzer im Zweifelsfall über einen alternativen Kommunikationsweg Rücksprache halten.

Wer bereits einen Code auf einer externen Seite eingegeben hat, sollte umgehend in den WhatsApp-Einstellungen den Bereich für verknüpfte Geräte kontrollieren und dort alle nicht autorisierten Sitzungen beenden.

Experten und Behörden empfehlen darüber hinaus, das persönliche Umfeld unverzüglich über die Kompromittierung zu informieren und die Zwei-Faktor-Authentifizierung in der Anwendung zu aktivieren. Der Plattformbetreiber Meta gab zu den aktuellen Vorfällen zunächst keine Stellungnahme ab.

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