WhatsApp-Sicherheit: Meta klagt gegen NSO Group wegen Pegasus
11.06.2026 - 00:52:37 | boerse-global.de
Während Behörden vor massiven Kontoübernahmen warnen, geht Meta juristisch gegen den Spyware-Hersteller NSO Group vor. Gleichzeitig sorgen Kettenbriefe und Phishing-Mails für Verunsicherung.
Kurzer Check deckt Fremdzugriffe auf
Aktuelle Warnungen von Regierungsseite zeigen eine Zunahme von Angriffen auf WhatsApp-Konten. Kriminelle versuchen, die Kontrolle über Chats zu erlangen, um Geld zu fordern oder Daten zu stehlen. Ein simpler Sicherheitscheck in der App bringt Klarheit: Im Bereich „Verknüpfte Geräte“ lässt sich in 30 Sekunden prüfen, ob unbefugte Zugriffe bestehen. Experten raten dringend zu diesem Test.
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Meta geht gegen NSO Group vor
WhatsApp sieht sich aber nicht nur mit allgemeiner Kriminalität konfrontiert. Das Unternehmen reichte diese Woche einen Antrag auf Ordnungsgeld gegen die NSO Group ein. Der Vorwurf: Der Spyware-Hersteller habe gegen eine einstweilige Verfügung aus dem Jahr 2025 verstoßen.
Hintergrund ist eine neue Spear-Phishing-Kampagne. Sie richtete sich gegen eine kleine Nutzergruppe in Jordanien und im Libanon. Die Angreifer nutzten präparierte Domains wie ikhwancast[.]com oder ghazacast[.]com. WhatsApp konnte die Attacke Anfang der Woche unterbrechen – ohne erfolgreiche Infiltrationen.
Der Rechtsstreit zwischen Meta und der NSO Group schwelt seit 2019. Damals wurden rund 1.400 Geräte mit der Spionagesoftware Pegasus infiziert. Die ursprüngliche Schadensersatzforderung von 167 Millionen Euro wurde inzwischen auf 4 Millionen Euro reduziert.
Kettenbriefe und Phishing verunsichern
Seit Anfang Juni geistert ein Kettenbrief durch deutsche WhatsApp-Gruppen. Die Behauptung: Eine Meta-KI habe ab sofort Zugriff auf alle privaten Chats. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz (BfDI) stellt klar: Das ist falsch. WhatsApp-Nachrichten bleiben durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt.
Die im Kettenbrief erwähnte Chat-Datenschutz-Funktion gibt es seit Frühjahr 2025. Sie dient aber nur der Kontrolle über Medienspeicherungen – nicht der Unterbindung von KI-Zugriffen. Experten raten: Solche Falschmeldungen sofort löschen.
Zusätzlich kursieren gefälschte PayPal-Mails. Sie fordern Nutzer auf, eine „WhatsApp-Bestätigung“ für die Zwei-Faktor-Authentifizierung einzurichten. Der enthaltene Link führt auf eine betrügerische Website. Klarstellung: PayPal nutzt keine Messenger für Sicherheitsbestätigungen.
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Politik reagiert auf Cyber-Bedrohungen
Die zunehmenden digitalen Angriffe rufen die Politik auf den Plan. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt kündigte diese Woche an: Der Verfassungsschutz soll operative Befugnisse zur Abwehr von Cyberattacken erhalten. Ziel ist es, Angreifer-Infrastruktur aktiv zerstören zu können. Anlass sind unter anderem Attacken auf die Deutsche Flugsicherung und Desinformationskampagnen im Wahlkampf.
Auch international wächst der Druck. In Thailand wurde Anfang der Woche eine Zivilklage gegen Meta, Apple und Google eingereicht. Vorwurf: Die Konzerne hätten Prüfpflichten vernachlässigt. Nutzer verloren durch Online-Investitionsbetrug Summen im dreistelligen Millionenbereich. Eine erste Anhörung ist für den Spätsommer angesetzt.
