WhatsApp-Usernames, Indiens

WhatsApp-Usernames: Indiens Regierung stoppt Funktion wegen Betrugsrisiken

03.07.2026 - 21:27:12 | boerse-global.de

Indische Behörden fordern von Meta eine Pause bei der Einführung von WhatsApp-Benutzernamen aus Sorge vor Identitätsdiebstahl und Cyberkriminalität.

Indien stoppt WhatsApps neue Benutzernamen-Funktion
WhatsApp-Usernames - Ein Smartphone-Bildschirm zeigt eine WhatsApp-Konversation mit einer bedrohlichen, verschwommenen Reflexion, die Cyberkriminalität symbolisiert. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Grund sind massive Sicherheitsbedenken und die befürchtete Zunahme von Cyberkriminalität.

Behörden warnen vor Identitätsdiebstahl

IT-Sekretär S. Krishnan erklärte, die Einführung von Benutzernamen berge ernste Risiken für Identitätstäuschungen und Online-Betrug. Die indische Regierung forderte neben WhatsApp auch Telegram und Signal auf, detaillierte Sicherheitsbewertungen ihrer Username-Funktionen vorzulegen.

Die Behörden stützen sich bei ihrer Prüfung auf den indischen IT Act aus dem Jahr 2000 sowie die IT-Regeln von 2021. Besonders besorgniserregend: Die neue Funktion könnte Phishing-Angriffe und sogenannte „Digital Arrest Scams“ erleichtern.

Indien ist mit über 853 Millionen Nutzern der größte Markt für WhatsApp. Die Sorge vor sozialer Manipulation durch gefälschte Profile ist hier besonders ausgeprägt. Meta hat jetzt drei Tage Zeit, um auf die Sicherheitsbedenken zu reagieren.

Privatsphäre versus Missbrauchsrisiko

Die Einführung der Benutzernamen war Ende Juni gestartet. Nutzer können seither Namen mit einer Länge von 3 bis 35 Zeichen reservieren. Ziel der Neuerung: Die Privatsphäre soll steigen, weil die Mobilfunknummer gegenüber neuen Kontakten verborgen bleibt.

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WhatsApp hat verschiedene Schutzmaßnahmen implementiert. Die Nutzung eines Benutzernamens ist optional, ein öffentliches Verzeichnis gibt es nicht. Ein Kontakt entsteht nur, wenn der exakte Name bekannt ist.

Zusätzlich wurde ein optionaler „Username Key“ eingeführt – ein vierstelliger PIN-Code als Hürde vor unerwünschten Nachrichten. Für Regierungsstellen und öffentliche Personen gibt es ein spezielles Reservierungsverfahren, um das Besetzen prominenter Namen durch Dritte zu verhindern.

Auswirkungen auf die Branche

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Die regulatorische Intervention zeigt bereits Wirkung. Die zum Zoho-Konzern gehörende Messaging-App Arattai hat ihre Benutzernamen-Funktion bereits deaktiviert.

Branchenexperten bewerten die Entwicklung unterschiedlich. Ein Teil sieht die Reduzierung der Sichtbarkeit von Telefonnummern als Fortschritt für den Datenschutz. Andere warnen vor der erleichterten Identitätstäuschung durch frei wählbare Namen.

Der vollständige Launch der Funktion war für die kommenden Monate geplant. Jetzt dürfte er sich bis zum Abschluss der Konsultationen mit den indischen Behörden verzögern.

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