WhatsApp-Usernames, Indiens

WhatsApp-Usernames: Indiens Regierung stoppt Start wegen Betrugsrisiken

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 01:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Indische Behörden prüfen Sicherheitsrisiken der neuen WhatsApp-Funktion. Der Rollout in Indien steht auf unbestimmte Zeit aus.

WhatsApp Username-Funktion: Indien bremst Start aus
Ein Smartphone mit WhatsApp-Logo, das teilweise das indische Parlamentsgebäude in einem Regierungsbüro verdeckt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Schreiben erreichte das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) am 9. und 10. Juli 2026 – und könnte den Start des Features in Indien deutlich verzögern.

Zwischen Privatsphäre und Kriminalität

WhatsApp arbeitet an einer Funktion, die es Nutzern erlaubt, zu kommunizieren, ohne ihre Mobilfunknummer preiszugeben. Klingt nach mehr Privatsphäre – doch die Behörden sehen erhebliche Risiken. Bereits am 8. Juli hatte die indische Regierung eine offizielle Mitteilung an den Messaging-Dienst geschickt. Die Kernbefürchtung: Die Anonymität durch Usernamen könnte Phishing, Identitätsdiebstahl und sogenannte „Digital-Arrest"-Betrugsmaschen Tür und Tor öffnen.

Warum ist das relevant? WhatsApp hat in Indien rund 500 Millionen Nutzer – kein anderer Markt ist größer. Das macht die Plattform zur kritischen Infrastruktur für die digitale Kommunikation des Subkontinents.

Meta gibt nach: Kein Start ohne grünes Licht

Bereits Anfang Juli – am 4. Juli 2026 – trafen sich Vertreter von Meta, WhatsApps Mutterkonzern, mit dem IT-Ministerium. Thema: die technischen und sicherheitsrelevanten Implikationen der Neuerung. Die Regierung forderte daraufhin konkrete Schutzmaßnahmen gegen Missbrauch.

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In der nun eingereichten Antwort versicherte WhatsApp, die Username-Funktion nicht in Indien auszurollen, solange der Konsultationsprozess nicht abgeschlossen sei. Das Unternehmen will weiter mit den Regulierern zusammenarbeiten, um Betrugsrisiken zu minimieren.

Auch Telegram und Signal im Visier

Die Untersuchung beschränkt sich nicht auf Meta. IT-Sekretär S. Krishnan bestätigte, dass ähnliche Hinweise auch an Telegram und Signal verschickt wurden – beide Plattformen experimentieren ebenfalls mit username-basierter Kommunikation.

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Stand Ende dieser Woche: WhatsApp hat geantwortet. Telegram und Signal schweigen noch. Die Regierung will die Sicherheitsprotokolle aller Plattformen prüfen, bevor sie grünes Licht gibt.

Die Botschaft ist klar: Indien wird nicht zulassen, dass der Wechsel von Telefonnummern zu Usernamen neue Angriffsflächen für Kriminelle schafft. Der Druck auf die Messaging-Dienste bleibt hoch – und der Start der Funktion in weiter Ferne.

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