Digital-Ranking: Hamburg vor Berlin und Bayern
16.04.2024 - 11:54:01
Hamburg hat sich bei einem Digital-Ranking des Branchenverbandes Bitkom vor Berlin und Bayern an die Spitze gesetzt. Die Hansestadt konnte vor allem mit Bestnoten bei der digitalen Infrastruktur ĂŒberzeugen und erzielte ĂŒber alle Bereiche hinweg 73,5 von 100 möglichen Punkten. Berlin punktete in der Studie vor allem im Bereich digitale Wirtschaft und kam insgesamt auf 71,5 Punkte. Bayern erzielte 66,9 Punkte. Die niedrigsten Indexwerte erreichten Sachsen-Anhalt und Thu?ringen.
Untersucht wurden vier Bereiche: «digitale Wirtschaft», «digitale Infrastruktur», «Governance & digitale Verwaltung» sowie «digitale Gesellschaft». Innerhalb dieser Kategorien wurden 26 Indikatoren untersucht, etwa der 5G-Ausbau, die Glasfaserversorgung oder die Ladeinfrastruktur fĂŒr Elektroautos in der Infrastruktur-Kategorie. In der Kategorie «digitale Gesellschaft» wurde etwa die Zahl der Pflichtstunden Informatik an den Schulen, die Nutzung digitaler Behördenleistungen oder die Einstellung der Bevölkerung zur Digitalisierung ausgewertet. DafĂŒr wurden auch mehr als 5600 Menschen befragt. Die Umfrageergebnisse lieferten reprĂ€sentative Ergebnisse fu?r alle BundeslĂ€nder.
Spitzenreiter Hamburg sammelte nicht nur mit einem guten Glasfaserausbau und einer flĂ€chendeckenden 5G-Versorgung viele Punkte, sondern auch mit einer Digitalstrategie. So wĂŒrden in der Hansestadt fu?r die Bereiche Verwaltung, Infrastruktur, Bildung und Wirtschaft messbare Digitalziele definiert. Nachholbedarf hat die Hansestadt dem Index zufolge bei der digitalen Gesellschaft, wo nur Platz 11 erreicht wird. Hier fehle es etwa an Pflichtstunden fĂŒr Informatik an allen Schulformen, wie sie beispielhaft in Mecklenburg-Vorpommern, im Saarland und in Sachsen praktiziert wĂŒrden.
Start-up-Hauptstadt Berlin
Berlin punktet vor allem als Start-up-Hauptstadt. Hier ist auch der Anteil der Unternehmen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie an der Gesamtwirtschaft mit 4,6 Prozent vergleichsweise hoch. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 2,9 Prozent. Der Anteil an IT-FachkrÀften ist mit 4,3 Prozent in Berlin ebenfalls besonders hoch. In Spitzenfeld liegen auch die Werte beim 5G-Mobilfunk. Nachholbedarf sieht der Bitkom-Index dagegen beim Ausbau von Glasfaser und der Ladeinfrastruktur fu?r Elektrofahrzeuge.
Bayern auf Platz 3 sammelte Punkte unter anderem durch ein eigenes Digitalministerium. AuĂerdem ĂŒberzeugte der Freistaat bei der digitalen Verwaltung: Bayern habe bereits 43 Prozent der digitalen Verwaltungsleistungen des Onlinezugangsgesetzes umgesetzt, deutlich besser als der LĂ€nderdurchschnitt (35 Prozent). Auf der Positivseite verzeichnete der Bitkom zudem die hohe Zahl der InformatikabschlĂŒsse an bayerischen Hochschulen. Nachholbedarf macht der Bitkom dagegen beim Glasfaserausbau aus.
Bitkom-PrĂ€sident Ralf Wintergerst sagte, mit dem LĂ€nderindex wĂŒrden die 16 LĂ€nder bei der Digitalisierung vergleichbar gemacht. «Es zeigen sich enorme Unterschiede zwischen den digital fu?hrenden LĂ€ndern und den Nachzu?glern.» Er verwies darauf, dass auch jenseits der Stadtstaaten und den bevölkerungsreichen LĂ€ndern wie Baden-WĂŒrttemberg und NRW auch kleine BundeslĂ€nder in einzelnen Kategorien zu den Vorreitern gehörten: So liege Mecklenburg-Vorpommern in der Kategorie digitale Gesellschaft auf dem ersten Platz. Schleswig-Holstein belege beim Ausbau der digitalen Infrastruktur einen fu?r ein FlĂ€chenland hervorragenden Platz 2.

