Wien prüft jede KI-Anwendung: Kompetenzteam bewertet Projekte einzeln
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 15:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Stadt Wien will künftig jede einzelne Anwendung von künstlicher Intelligenz innerhalb der Stadtverwaltung genau kontrollieren, um ein hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten. Wie aus einem Bericht von orf.at vom 17. Oktober 2026 hervorgeht, setzt die Verwaltung bei der Einführung entsprechender Systeme auf eine strukturierte Einzelfallprüfung.
Für die Überprüfung ist ein internes Kompetenzteam zuständig. Dieses bewertet jedes geplante KI-Projekt im Einzelfall nach juristischen, technischen sowie wirtschaftlichen Kriterien. Wiens Chief Information Officer (CIO) Klemens Himpele erklärte in diesem Zusammenhang die Leitlinien des Vorgehens.
Die europäischen Vorgaben sehen vor, dass Systeme mit geringen Folgen im Falle eines Fehlers und unter menschlicher Kontrolle einfacher zum Einsatz kommen dürfen. Bei Anwendungen, die als Hochrisiko-Bereiche eingestuft werden, gelten hingegen deutlich strengere Maßstäbe.
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Bisherige Schwerpunkte und künftige Verfahren
Bislang beschränkt sich der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Wiener Stadtverwaltung vor allem auf die Erstellung von Texten und Bildern. In behördlichen Fachverfahren wird die Technologie gegenwärtig noch nicht verwendet. Als Beispiel verweist die Verwaltung auf die Bearbeitung von Parkpickerl-Anträgen, bei denen weiterhin klassische Algorithmen die automatisierten Abläufe steuern.
Gleichzeitig bereitet sich die Stadt auf einen tiefgreifenden Wandel vor. Himpele rechnet innerhalb der kommenden ein bis drei Jahre mit einer deutlichen technologischen Entwicklung. Auf administrativer Ebene wurden dafür bereits Grundlagen gelegt: Die Novelle des Allgemeinen Verfahrensgesetzes schuf die rechtlichen Voraussetzungen für weitergehende digitale Schritte.
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IT-Infrastruktur und Sicherheitsaspekte
Die Dimensionen der städtischen IT-Landschaft verdeutlichen die Anforderungen an den Datenschutz und die Systemsicherheit. Die Stadt Wien betreibt rund 10.000 Server und verwaltet ein Datenvolumen von 47 Petabyte.
Wie sensibel diese Infrastruktur ist, zeigte sich im Kontext eines Cyberangriffs auf die Verwaltung. Dabei wurden rund 26.000 interne Dokumente entwendet, die auch Daten von 6.000 Personen umfassten. Konkrete Hinweise auf eine Veröffentlichung dieser gestohlenen Daten gibt es nach Angaben der Verwaltung bislang nicht.
Mit der Einzelfallprüfung will die Stadtverwaltung sicherstellen, dass neue technologische Werkzeuge den regulatorischen Anforderungen entsprechen, bevor sie in den laufenden Betrieb integriert werden.
