WildkrĂ€uter und Laborfleisch: Zwei Trends prĂ€gen die ZukunftskĂŒche
Veröffentlicht am: 12.06.2026 um 11:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Auf der einen Seite die RĂŒckbesinnung auf regionale Wildpflanzen. Auf der anderen Seite Hightech-Proteine aus dem Labor.
WildkrĂ€uter erobern die SpitzenkĂŒche
Giersch, SĂŒĂdolde und Vogelmiere â was viele als Unkraut betrachten, landet zunehmend auf Tellern gehobener Gastronomie. Spitzenkoch Nils Henkel dokumentierte die kulinarische Relevanz dieser Pflanzen bereits 2021. Es geht um Geschmack, aber vor allem um die Nutzung lokal verfĂŒgbarer Ressourcen.
Anzeige: Wer seine KĂŒche mit regionalen WildkrĂ€utern und zukunftsweisenden Laborproteinen bereichern möchte, findet in diesem kostenlosen Guide die wichtigsten Tipps â von der Erkennung essbarer Pflanzen bis zur Zubereitung von Air Protein. Jetzt kostenlosen Trend-Guide anfordern
Fachberaterinnen wie Sara Imhof und WaldpĂ€dagogin Sarah Keller vermitteln das Wissen bei KrĂ€uterwanderungen. Knoblauchrauke, BĂ€rlauch, Gundelrebe und Wegerich-Arten werden zu Brotaufstrichen oder Salaten verarbeitet. Ziel: das Bewusstsein fĂŒr heimische BiodiversitĂ€t schĂ€rfen.
Digitale Plattformen wie âBiOS erlebenâ bringen Erzeuger und Konsumenten in Grenzregionen wie dem Salzburger Seenland zusammen.
Proteine aus Bakterien und Pilzen
Parallel zur WildkrĂ€uter-Bewegung entwickelt die Forschung völlig neue Wege. Das finnische Startup um Forscher Juha-Pekka PitkĂ€nen nutzt Knallgasbakterien der Gattung Xanthobacter. Daraus entsteht âAir Proteinâ â ein Proteinpulver, das in den USA seit Anfang 2026 auf dem Markt ist.
Das Ziel: Kalorienproduktion von klassischen AckerflÀchen entkoppeln. In der EU steht die Zulassung als neuartiges Lebensmittel noch aus.
In der Schweiz setzt Lorenzo Falcone auf edle Speisepilze. Maitake und Igelstachelbart wachsen bei ihm auf Substraten aus biologischen Sojabohnenschalen. Pestizidfrei und lokal produziert â fĂŒr Gastronomie und Privathaushalte. Langfristig will er auch Vitalpilz-PrĂ€parate herstellen.
Die Natur verÀndert sich
Die ökologische Basis fĂŒr die WildkrĂ€uternutzung wandelt sich. Eine europĂ€ische Studie wertete rund 650.000 BiodiversitĂ€tsdatensĂ€tze von 1960 bis 2020 aus. Ergebnis: Stickstoffliebende Pflanzen wie die Brennnessel nehmen in fast allen LebensrĂ€umen zu. Gleichzeitig reagiert die Vegetation langsamer auf Temperaturanstiege als gedacht.
In der Schweiz zeigte sich bei der Stickstoff-Zunahme zuletzt eine leichte Entspannung.
Staatliche Auszeichnungen fĂŒr Nachhaltigkeit
Die Politik flankiert den Wandel mit Zertifikaten. Am 8. Juni zeichnete Umweltminister Norbert Totschnig 29 Bildungseinrichtungen mit dem Ăsterreichischen Umweltzeichen aus. Insgesamt tragen in Ăsterreich bereits 327 Einrichtungen dieses Siegel.
Anzeige: Sie suchen nach pestizidfreien Proteinquellen und möchten traditionelles Pflanzenwissen wiederbeleben? Dieser Guide zeigt Ihnen, wie Sie mit Giersch, BĂ€rlauch und Co. sowie mit Air Protein aus dem Labor Ihre Mahlzeiten aufwerten â inklusive 5 Rezepten. Guide mit Rezepten jetzt sichern
Alte Gerstensorten fĂŒr neues Bier
Auch die GetrÀnkeindustrie sucht nach regionalen Alternativen. Die Privatbrauerei Trumer setzt auf historische Braugerstensorten wie Isaria Nova und Union. In Zusammenarbeit mit der HBLA Ursprung und regionalen Biobauern entsteht ein limitiertes Landbier. Ab Mitte Juni soll es im regionalen Handel in Salzburg und Tirol erhÀltlich sein.
Die Milchwirtschaft kĂ€mpft derweil mit sinkenden Erzeugerpreisen. Zum Weltmilchtag Anfang Juni wies Bezirksbauernobmann Georg Wurzenrainer auf die Bedeutung der Almwirtschaft fĂŒr die QualitĂ€t heimischer Produkte hin.
