WildunfÀlle: Paarungszeit lÀsst Risiko im Herbst steigen
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSTierarten und Unfallanteile im Jahresvergleich
- Der DJV ordnet Rehe mit 51 Prozent als hĂ€ufigste Unfallverursacher ĂŒber das gesamte Jahr ein.
- Hasen und Kaninchen erreichen 11 Prozent, FĂŒchse 6 Prozent.
- DamhirschkĂŒhe können bis zu 50 Kilogramm und Hirsche bis zu 120 Kilogramm wiegen.
Wildtiere queren im Herbst hĂ€ufiger StraĂen
Zwischen Oktober und Dezember steigt nach Angaben des Deutschen Jagdverbands die Gefahr von WildunfĂ€llen, weil Wildschweine und Damhirsche zur Paarungszeit weitere Strecken zurĂŒcklegen. ZusĂ€tzlich suchen die Tiere nach Futter fĂŒr den Winterspeck und nach geeigneten Winterquartieren.
FrĂŒhe Dunkelheit erhöht das Risiko
Im Herbst wird es frĂŒher dunkel, wĂ€hrend Wildtiere in der DĂ€mmerung besonders aktiv sind. Der DJV empfiehlt deshalb vorausschauendes Fahren, vor allem auf StraĂen durch WĂ€lder und entlang von WaldrĂ€ndern.
Rehe fĂŒhren die Jahresstatistik an
Aus zehn Jahren Daten des DJV-Tierfundkatasters geht hervor, dass es zwischen Oktober und Dezember besonders hĂ€ufig zu UnfĂ€llen mit Wild kommt. Ăber das gesamte Jahr entfielen 51 Prozent der UnfĂ€lle auf Rehe, gefolgt von Hasen und Kaninchen mit 11 Prozent sowie FĂŒchsen mit 6 Prozent.
Wildschweine belegten in dieser Statistik den fĂŒnften Platz. Nach Angaben des DJV können mĂ€nnliche Damhirsche bis zu 120 Kilogramm und weibliche Tiere bis zu 50 Kilogramm wiegen.
Wildschweine können 200 Kilogramm wiegen
Wildschweine erreichen laut Deutscher Wildtierstiftung ein Gewicht von bis zu 200 Kilogramm. Ihre Augen sind an die DÀmmerung angepasst, weil sie mehr StÀbchen als Zapfen in der Netzhaut haben.
Die Paarungszeit der Wildschweine reicht von November bis Januar. In freier Wildbahn paaren sie sich inzwischen allerdings nahezu das ganze Jahr ĂŒber.
Die Herbstmonate verbinden mehrere Faktoren, die das Unfallrisiko an StraĂen erhöhen. Mit der Paarungszeit verĂ€ndern Wildtiere ihre Bewegungsmuster und queren hĂ€ufiger Verkehrswege, wĂ€hrend die Nahrungssuche und die Suche nach geschĂŒtzten PlĂ€tzen zusĂ€tzliche Wanderungen auslösen.
FĂŒr Menschen am Steuer ist vor allem die DĂ€mmerung kritisch. In dieser Zeit sind viele Wildtiere aktiv, zugleich sinkt die Sichtweite. StraĂen durch WĂ€lder, an WaldrĂ€ndern und in der NĂ€he von Feldern verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit.
Gefahr entsteht auch nach der ersten Sichtung
Ein einzelnes Tier kann auf weitere Tiere folgen. Wer Wild am StraĂenrand erkennt, sollte daher abbremsen und mit weiteren Querungen rechnen. Reicht der Abstand nicht fĂŒr ein Ausweichmanöver, ist eine kontrollierte Bremsung in der eigenen Fahrspur grundsĂ€tzlich sicherer als ein abruptes Ausweichen in den Gegenverkehr oder in den StraĂengraben.
Die DJV-Zehnjahresdaten verdeutlichen zugleich, dass WildunfĂ€lle nicht auf eine einzelne Tierart begrenzt sind. Rehe stellen ĂŒber das Jahr den gröĂten Anteil, wĂ€hrend Wildschweine und Damhirsche wegen ihrer KörpergröĂe beziehungsweise ihres Gruppenverhaltens besondere Risiken fĂŒr Verkehrsteilnehmer darstellen können.
n-tv: âAchtung Wildunfall: So wird Schlimmeres verhindertâ (16.10.2026)
Der Beitrag behandelt die erhöhte AktivitĂ€t von Rehen, Hirschen und Wildschweinen in DĂ€mmerung und Nacht sowie Hinweise zum richtigen Verhalten bei Wildwechsel. Damit ergĂ€nzt er die dpa-Meldung um praktische Reaktionshinweise fĂŒr Autofahrer.
