WimpernverlĂ€ngerung, DrĂŒsen-Dysfunktion

WimpernverlĂ€ngerung: 85% entwickeln DrĂŒsen-Dysfunktion

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 02:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Beobachtungsstudie bringt hĂ€ufige WimpernverlĂ€ngerungen mit Augenreizungen, Meibom-DrĂŒsen-Störungen und Demodex-Milben in Verbindung.

WimpernverlĂ€ngerungen: Studie zeigt Augenreizungen und DrĂŒsenprobleme
Nahaufnahme der menschlichen Augenlidstruktur und Wimpern bei natĂŒrlichem Licht, Fokus auf die Textur der Haut. Illustration mit AI erstellt.

Die kosmetische WimpernverlÀngerung hat sich zu einer weltweit verbreiteten Praxis in der Schönheitsindustrie entwickelt. Eine im September 2026 auf dem Kongress der European Society of Cataract and Refractive Surgeons (ESCRS) in London vorgestellte Untersuchung beleuchtet nun die potenziellen gesundheitlichen Folgen dieser Anwendungen.

Dr. Tetiana Zhmud von der Nationalen Pirogow-UniversitĂ€t in der Ukraine prĂ€sentierte Ergebnisse einer Beobachtungsstudie, die signifikante ZusammenhĂ€nge zwischen regelmĂ€ĂŸigen Wimpernapplikationen und Augenreizungen sowie physiologischen VerĂ€nderungen an den Augenlidern aufzeigt.

HĂ€ufung von DrĂŒsen-Dysfunktionen und Milbenbefall

In der Untersuchung wurden 345 Frauen im Alter zwischen 16 und 28 Jahren befragt und teilweise klinisch untersucht. Dabei berichteten 47,6 % der Teilnehmerinnen ĂŒber Symptome wie Rötungen, verstĂ€rkten TrĂ€nenfluss und Juckreiz nach einer WimpernverlĂ€ngerung.

Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft die Funktion der Meibom-DrĂŒsen, die fĂŒr die Produktion der Lipidschicht des TrĂ€nenfilms verantwortlich sind. Bei Frauen, die sich mindestens zehn Anwendungen unterzogen hatten, wurde in 85 % der FĂ€lle eine Meibom-DrĂŒsen-Dysfunktion festgestellt. Diese Störung fĂŒhrt hĂ€ufig zu trockenen Augen und chronischen EntzĂŒndungen der Lidkante.

ZusĂ€tzliche Laboruntersuchungen vertieften dieses Bild. Bei einer Teilgruppe von 25 Frauen wurden Wimpernproben entnommen. In 24 dieser 25 Proben – dies entspricht einer Quote von 96 % – konnten Demodex-Milben (Demodex folliculorum) nachgewiesen werden.

Zudem zeigten 18 der untersuchten Frauen deutliche klinische EntzĂŒndungszeichen. Die Daten legen nahe, dass die HĂ€ufigkeit der Anwendungen eine Rolle spielt: Etwa die HĂ€lfte der Befragten gab an, die Wimpern alle drei bis vier Wochen verlĂ€ngern zu lassen, was einer Frequenz von etwa 17 Behandlungen pro Jahr entspricht.

Diagnostische HĂŒrden und Empfehlungen fĂŒr die Praxis

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Fast die HĂ€lfte der befragten Frauen berichtete nach der WimpernverlĂ€ngerung ĂŒber Rötungen, TrĂ€nenfluss und Juckreiz — bei mindestens zehn Anwendungen zeigten 85 % eine Meibom-DrĂŒsen-Dysfunktion. Wer seine Wimpern regelmĂ€ĂŸig verlĂ€ngern lĂ€sst, sollte wissen, wie eine fachgerechte Nachsorge aussieht. Kostenlosen Pflege-Leitfaden jetzt anfordern

Ein weiteres Problemfeld, das im Rahmen der Analyse thematisiert wurde, ist die Erschwerung der medizinischen Diagnose durch die verwendeten Materialien. Die zur Befestigung der Kunstwimpern genutzten Klebstoffe können klinische Untersuchungen behindern und die Identifizierung zugrunde liegender Pathologien am Lidrand verkomplizieren.

Da Beschwerden wie Rötungen und Juckreiz von fast 48 % der Teilnehmerinnen gemeldet wurden, unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit einer fachgerechten Nachsorge.

Die Studienautorin empfiehlt auf Basis der Befunde eine strikte Hygiene-Routine fĂŒr Anwenderinnen. Dazu gehöre die zweimal tĂ€gliche Reinigung der Augenlider mit speziellen Reinigungsmitteln sowie die regelmĂ€ĂŸige Nutzung einer WimpernbĂŒrste. Sollten Symptome auftreten, wird Betroffenen geraten, zeitnah einen Augenarzt aufzusuchen, um LangzeitschĂ€den an der AugenoberflĂ€che oder den LidtalgdrĂŒsen zu vermeiden.

Methodische Einordnung der Ergebnisse

Bei der Bewertung der vorliegenden Daten ist die methodische Struktur der Untersuchung zu berĂŒcksichtigen. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, bei der keine Kontrollgruppe zum Vergleich herangezogen wurde.

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Bei 24 von 25 Wimpernproben wurden Demodex-Milben nachgewiesen — und die Klebstoffe erschweren dem Augenarzt die Diagnose am Lidrand. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen die Warnsignale, bei denen Sie nicht lĂ€nger abwarten sollten, und die Reinigungsroutine, die Ihre LidtalgdrĂŒsen schĂŒtzt. Warnsignale-Checkliste jetzt sichern

In der wissenschaftlichen Einordnung wird daher darauf hingewiesen, dass ein direkter Kausalzusammenhang zwischen den kosmetischen Behandlungen und den beobachteten gesundheitlichen BeeintrÀchtigungen durch diese Studie allein nicht zweifelsfrei belegt werden kann.

Dennoch liefern die hohen PrĂ€valenzraten von Meibom-DrĂŒsen-Dysfunktionen und dem Milbenbefall bei Langzeitanwenderinnen wichtige Anhaltspunkte fĂŒr die klinische Praxis und die weitere Forschung im Bereich der ophthalmologischen Sicherheit kosmetischer Verfahren.

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