Windows, Millionen

Windows 10: 400 Millionen Rechner können nicht aktualisiert werden

30.05.2026 - 15:08:29 | boerse-global.de

HP verzeichnet neun Prozent Umsatzplus dank Windows-10-Nutzern. Sicherheitslücken und teure Updates treiben Unternehmen in den Neukauf.

Windows 10: 400 Millionen Rechner können nicht aktualisiert werden - Foto: über boerse-global.de
Windows 10: 400 Millionen Rechner können nicht aktualisiert werden - Foto: über boerse-global.de

Bei HP sind es rund 30 Prozent der installierten Basis – ein Milliardenrisiko für Unternehmen und eine Goldgrube für den Hersteller.

Der Grund für die zögerliche Umstellung liegt auf der Hand: Windows 11 stellt strikte Hardware-Anforderungen. Weltweit können schätzungsweise 400 Millionen Rechner nicht aktualisiert werden. Sie müssen komplett ersetzt werden. Das beschert Herstellern wie HP eine satte Nachfragewelle.

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Umsatzsprung dank veralteter Hardware

HP profitiert finanziell bereits davon. Im zweiten Geschäftsquartal 2026 (Ende April) stieg der Umsatz um neun Prozent auf umgerechnet rund 12,7 Milliarden Euro. HP-Präsident Ketan Patel betonte, dass die 30 Prozent Altgeräte ein enormes Potenzial für künftige Hardware-Verkäufe darstellten.

Finanzchefin Karen Parkhill sieht den Trend besonders stark in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) sowie im Asien-Pazifik-Raum. Windows 11 habe zwar schneller die Milliarden-Nutzer-Marke geknackt als sein Vorgänger – doch die strengen Hardware-Vorgaben lassen Millionen älterer Geräte außen vor.

Sicherheitsrisiko und teure Verlängerung

Offiziell endete der Support für Windows 10 am 14. Oktober 2025. Microsoft bietet seither kostenpflichtige Extended Security Updates (ESU) an. Für Dienstleister kostet das erste Jahr 61 US-Dollar pro Gerät – im Volumenlizenzmodell. Der Preis verdoppelt sich jährlich, maximal drei Jahre lang.

Privatnutzer zahlen 30 US-Dollar oder 1.000 Microsoft-Reward-Punkte für das ESU-Programm, das bis Oktober 2026 läuft. Wer bestimmte Cloud-Backup-Dienste nutzt, bekommt die Updates sogar kostenlos. Dennoch warnen Verbraucherschützer vor einer wachsenden digitalen Kluft. Sie empfehlen den Umstieg auf Linux als Alternative zur Verschrottung funktionierender Hardware.

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Kritische Sicherheitslücken und Forscher-Streit

Die Sicherheitslage bleibt angespannt. Erst am 27. Mai 2026 wurde eine kritische Schwachstelle im Windows-Kernel bekannt – CVE-2026-45846. Sie betrifft Windows 10, Windows 11 und Server 2022. Der Fehler gilt als „wurmfähig" und erlaubt Angreifern Systemzugriff ohne Nutzerinteraktion. Bereits im Frühjahr zwang eine weitere Lücke im TCP/IP-Stack Betreiber kritischer Infrastruktur zu einem Notfall-Patch.

Verschärft wird die Lage durch einen öffentlichen Streit zwischen Microsoft und dem Sicherheitsforscher Nightmare Eclipse. Seit April 2026 veröffentlichte der Forscher sechs Zero-Day-Lücken. Seine Vorwürfe: Microsoft habe ausstehende Prämien nicht gezahlt und seine Konten gelöscht. Der Konzern verurteilt die unkoordinierte Veröffentlichung und schaltete seine Digital Crimes Unit ein. Der Forscher droht nun mit der Freigabe weiterer Daten am 14. Juli 2026. Branchenexperten warnen: Solche juristischen Drohungen könnten die gesamte Sicherheitsforschung lähmen.

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