Windows 10: Microsoft verlängert Sicherheitsupdates für Privatnutzer bis 2027
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 06:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deMicrosoft verstärkt die Maßnahmen, um verbliebene Nutzer von Windows 10 zum Umstieg auf das neuere Betriebssystem Windows 11 zu bewegen. Nachdem der reguläre Support für Windows 10 bereits am 14. Oktober 2025 ausgelaufen ist, drängt das Unternehmen betroffene Anwender nun aktiv zum Upgrade oder zur Registrierung für verlängerte Sicherheitsupdates (ESU).
Unter anderem kündigte Microsoft an, künftig Vollbild-Benachrichtigungen auf entsprechenden Rechnern einzublenden, um auf die Installation von Windows 11 hinzuweisen. Ein kostenloser Wechsel setzt jedoch kompatible Hardware voraus, darunter mindestens einen Intel-Prozessor der achten Generation und ein Sicherheitsmodul nach dem Standard TPM 2.0.
Hohe Hardware-Hürden schließen Millionen Geräte aus
Die technischen Voraussetzungen stellen für viele Anwender ein Hindernis dar: Neben TPM 2.0 verlangt Windows 11 mindestens 4 Gigabyte Arbeitsspeicher, während für die 64-Bit-Version von Windows 10 noch 2 Gigabyte genügten.
Branchenberichten zufolge sind durch diese Vorgaben bis zu 400 Millionen Geräte von einem regulären Upgrade ausgeschlossen. Die Organisationen iFixit, Right to Repair Europe und PIRG fordern vor diesem Hintergrund eine Verlängerung des regulären Supports für Windows 10.
Die Hürden spiegeln sich auch im Unternehmenssektor wider. Eine Umfrage zur Systemmigration ergab, dass lediglich 22,5 Prozent der befragten Unternehmen den Wechsel vollständig abgeschlossen haben. Während 40,9 Prozent die Umstellung teilweise vollzogen haben, ist sie bei 32,4 Prozent noch nicht beendet. Als häufigster Grund wird angegeben, dass die im Einsatz befindlichen PCs die Upgrade-Anforderungen nicht erfüllen.
Kostenpflichtige und befristete Verlängerungen
Für Anwender, die weiterhin Windows 10 nutzen, bietet Microsoft das Programm für erweiterte Sicherheitsupdates an. Das ESU-Angebot für Privatnutzer läuft bis zum 12. Oktober 2027, nachdem es ursprünglich nur bis zum 13. Oktober 2026 vorgesehen war.
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Registrierte Computer erhalten alle kritischen und wichtigen Sicherheitsaktualisierungen, die seit dem Support-Ende am 14. Oktober 2025 erschienen sind. Voraussetzung für die Teilnahme ist die installierte Windows-10-Version 22H2 in Verbindung mit einem Microsoft-Konto.
Für den Bezug stehen mehrere Optionen bereit: Das Programm ist kostenlos über die Windows-Sicherung verfügbar, kann für 1.000 Punkte über Microsoft Rewards eingelöst oder für einmalig 30 US-Dollar zuzüglich Steuern erworben werden. Eine Lizenz deckt bis zu zehn Geräte ab.
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Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum erhalten bei regelmäßiger Anmeldung ein zusätzliches Gratisjahr, während außerhalb des EWR ein weiteres Jahr über die Windows-Sicherung gewährt wird. Berichten zufolge sollen nach Oktober 2027 noch vierteljährliche Sicherheitsupdates bis Oktober 2029 folgen.
Die Anwendungen von Microsoft 365 erhalten auf Windows 10 laut früheren Angaben bis zum 10. Oktober 2028 Sicherheitsupdates, während Windows 10 IoT LTSC noch bis 2032 unterstützt wird.
Zunehmender Druck durch Drittanbieter
Auch Software- und Spieleentwickler schränken die Unterstützung für das ältere Betriebssystem schrittweise ein. So veröffentlichte NVIDIA im Oktober 2026 den letzten Game-Ready-Treiber für Windows 10; neue Treiberversionen erscheinen ausschließlich für Windows 11. Zudem setzen aktuelle Spieletitel wie Battlefield 6 und Call of Duty: Black Ops 7 die Sicherheitsfunktion Secure Boot voraus, letzteres verlangt zusätzlich TPM 2.0.
Trotz des Drucks bleibt die Nutzerbasis von Windows 10 beträchtlich. Laut Daten des Analysedienstes Statcounter nutzen weiterhin rund 25 Prozent der Windows-Anwender das ältere System. Eine Hardware-Umfrage der Spieleplattform Steam wies für Oktober 2026 einen Anteil von rund 21 Prozent unter den dortigen Spielern aus.
Dennoch verzeichnet die aktuelle Plattform Zuwächse: Microsoft-Chef Satya Nadella erklärte im Rahmen der Quartalszahlen zu Q2 2026, dass Windows 11 die Marke von einer Milliarde Nutzern erreicht habe, was einem Anstieg von über 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspreche.
Seit dem 29. September 2026 steht zudem das Update Windows 11 26H2 für kompatible Geräte bereit. Ein Nachfolger in Form von Windows 12 ist Medienberichten zufolge für 2027 nicht geplant; stattdessen werde für das zweite Halbjahr 2027 das Update 27H2 vorbereitet.
