Windows, Leerlauf

Windows 11 im Leerlauf: 85 Prozent RAM belegt, Fedora braucht nur 32,9

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 08:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fedora nutzt im Leerlauf 32,9 Prozent des Speichers, Windows 11 dagegen 85 Prozent; das Update entlastet 8-GB-Geräte nicht.

Windows 11 beansprucht auf 8-GB-Laptops deutlich mehr RAM als Fedora
Ein minimalistischer, moderner Arbeitsplatz mit einer Holzoberfläche und abstrakten geometrischen Formen bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Performance-Untersuchungen auf Laptops mit 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) belegen eine deutliche Diskrepanz in der Ressourceneffizienz zwischen Windows 11 und konkurrierenden Betriebssystemen.

In Tests, die unter anderem auf einem Dell XPS 13 mit 8 GB RAM durchgeführt wurden, belegte Windows 11 im Leerlauf 85 % des verfügbaren Speichers. Im Gegensatz dazu benötigte die Linux-Distribution Fedora unter identischen Bedingungen lediglich 32,9 % des Arbeitsspeichers.

Geringer Spielraum für Anwendungen auf Basiskonfigurationen

Die Testergebnisse verdeutlichen die Herausforderungen für Nutzer von Einstiegsgeräten. Bei einer Gesamtkapazität von 8 GB RAM verbleiben unter Windows 11 nach dem Systemstart lediglich rund zwei Drittel des Speichers für tatsächliche Arbeitslasten. In direkten Vergleichen bei Aufgaben wie dem Systemneustart, dem Entpacken von Dateien oder der Videobearbeitung unterlag Windows 11 den Linux-Systemen.

Analysen zeigen, dass bereits die mitgelieferten Systemkomponenten von Windows 11 im Leerlauf rund 50 % des Speichers beanspruchen. Damit stehen für zusätzliche Anwendungen oft weniger als 4 GB zur Verfügung. Wenn gängige Kommunikationsprogramme wie Teams, WhatsApp und Discord gleichzeitig im Hintergrund aktiv sind, belegen diese zusammen bereits weitere 1,5 GB RAM.

Microsoft verfolgt laut Branchenberichten ein Designkonzept, bei dem Arbeitsspeicher als aktive Ressource behandelt wird. Dabei werden häufig genutzte Programme und Dateien vorab in den Speicher geladen, um die Reaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen. Aus Sicht der Entwickler sollten Anwender daher eher den tatsächlich verfügbaren Speicher als die reine prozentuale Auslastung als Maßstab nehmen.

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Update-Effekte begünstigen vor allem High-End-Systeme

Das global ausgerollte Update Windows 11 26H2, das als sogenanntes Enablement Package für die Versionen 25H2 und 24H2 verteilt wurde, zeigt bei der Speicheroptimierung unterschiedliche Resultate je nach Hardware-Ausstattung.

Während auf Systemen mit 32 GB RAM die Belegung nach dem Bootvorgang von 9,1 GB auf 7,5 GB sank, verzeichneten 8-GB-Systeme keine Verbesserung. Diese verharrten nach dem Hochfahren weiterhin bei einer Auslastung von etwa 7,4 GB, was 96 % der Kapazität entspricht.

Nutzer von High-End-Konfigurationen mit 48 GB RAM oder mehr berichteten nach dem Update von einer Reduktion des Speicherverbrauchs um rund 2 GB. Für Besitzer von Geräten mit 8 GB RAM hat das Update in Bezug auf den Speicher-Footprint hingegen keine nennenswerten Entlastungen gebracht.

Zudem wurde der Rollout teilweise mit Schutzmaßnahmen (Safeguard Holds) belegt, da Probleme mit USB-Audio-Geräten der Klasse 1.0, Blackscreens bei Azure Virtual Desktop sowie spezifische Anforderungen an Domain Controller bekannt wurden.

Ökonomischer Druck und steigende Systemanforderungen

Die Bemühungen um eine Speicheroptimierung stehen in einem schwierigen Marktumfeld. Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert das Marktforschungsunternehmen TrendForce einen Anstieg der DRAM-Preise um 10 % bis 15 % im Vergleich zum Vorquartal.

Diese Preisentwicklung wirkt sich auch auf die Hardware-Preise aus. Ein Surface Laptop mit 8 GB RAM wird für 1.299 US-Dollar angeboten, während der Aufpreis für zusätzliche 8 GB RAM beim Surface Pro 12" bei 200 US-Dollar liegt.

Windows-Chef Pavan Davuluri nannte die steigenden Speicherkosten bereits als einen Treiber für die Notwendigkeit, den RAM-Bedarf zu reduzieren. Die Optimierung für Systeme ab 8 GB RAM bleibt ein offizielles Ziel für den weiteren Verlauf des Jahres 2026. Dabei konzentrieren sich die Entwickler auf den Memory Manager, Datenkompression sowie die Komponenten WinUI 3 und WebView2.

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Trotz einer insgesamt positiv bewerteten sechsmonatigen Kampagne zur Verbesserung der System-Performance, die unter anderem schnellere Boot-Zeiten und ein aufgeräumtes Kontextmenü hervorbrachte, bleibt die Speicherbelegung ein Kritikpunkt. Branchenexperten gehen davon aus, dass 16 GB RAM im Jahr 2026 zum neuen Mindeststandard für eine reibungslose Nutzung werden und Anwender mit 8-GB-Systemen zunehmend an Grenzen stoßen.

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