Windows, Juni-Update

Windows 11 Juni-Update: 206 Sicherheitslücken geschlossen, desktop.ini blockiert

13.06.2026 - 09:07:27 | boerse-global.de

Microsofts Juni-Update KB5094126 blockiert bewusst desktop.ini-Dateien aus unsicheren Quellen. Drei Workarounds helfen, die alten Icons wiederherzustellen.

Windows 11 Juni-Update: Microsoft blockiert Ordner-Icons aus Sicherheitsgründen
Windows - Digital illustration showing a corrupted 'desktop.ini' file icon on a Windows 11 desktop, surrounded by security symbols. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Microsoft bestätigte, dass die Änderung an der Datei desktop.ini kein Bug ist, sondern eine bewusste Sicherheitsmaßnahme.

Sicherheit geht vor Design

Mit dem kumulativen Update KB5094126, das am 9. Juni ausgeliefert wurde, ändert Microsoft grundlegend den Umgang mit desktop.ini-Dateien. Diese Steuerdateien legen fest, welche Symbole Ordner anzeigen und wie sie benannt werden. Bislang konnten Nutzer hier nach Belieben eigene Icons und Namen vergeben – damit ist nun Schluss, sobald die Datei aus einer nicht vertrauenswürdigen Quelle stammt.

Anzeige: Das Juni-Update schließt 206 Lücken, blockiert aber desktop.ini aus unsicheren Quellen. Drei Workarounds helfen – vom PowerShell-Befehl bis zur Gruppenrichtlinie. Workaround-Report jetzt anfordern

Konkret betroffen sind Dateien, die mit dem „Mark of the Web“ (MOTW) gekennzeichnet sind, sowie solche von WebDAV- oder HTTP-Servern und nicht zum Intranet gehörenden Netzwerkpfaden. Stößt Windows auf eine solche desktop.ini, setzt es den Ordner auf die Standardansicht zurück. Der „Icon ändern“-Button in den Ordnereigenschaften bleibt dann wirkungslos.

Über 1.200 Nutzer haben die Probleme bereits auf Plattformen wie Reddit dokumentiert. Betroffen sind die Windows 11-Builds 26100.8655 (Version 24H2) und 26200.8655 (Version 25H2).

Modernisierung der Windows-Oberfläche

Microsoft begründet den Schritt mit der Umstellung der Shell-Architektur auf eine moderne, XAML-basierte Benutzeroberfläche. Ziel sei eine bessere Leistung und optische Konsistenz. Gleichzeitig reduziere man die Angriffsfläche des Systems, indem alte Konfigurationsdateien aus unsicheren Quellen nicht mehr ausgeführt werden.

Einen automatischen Workaround gibt es nicht. Technische Experten haben jedoch drei Wege identifiziert, um die alten Icons wiederherzustellen:

  • Die betroffene Netzwerkquelle in die Liste der vertrauenswürdigen Sites aufnehmen
  • Mit dem PowerShell-Befehl Unblock-File das MOTW-Kennzeichen entfernen
  • Über die Gruppenrichtlinie das alte Verhalten für Netzwerkfreigaben wieder aktivieren

Rekordverdächtiger Patch Tuesday

Das Juni-Update war eines der umfangreichsten der letzten Jahre: Insgesamt 206 Sicherheitslücken wurden geschlossen, darunter drei öffentlich bekannte Zero-Day-Schwachstellen (CVE-2026-45586, CVE-2026-49160 und CVE-2026-50507).

Ebenfalls behoben wurde ein lästiges Problem mit dem Windows Update Standalone Installer (WUSA). Seit Mai 2025 traten beim Installieren mehrerer Update-Dateien aus Netzwerkfreigaben immer wieder Pfadfehler auf. Der Fehler ist nun endlich gefixt – bisher mussten Nutzer die Dateien notgedrungen lokal speichern.

Anzeige: MOTW-Sperre legt Ordner-Icons lahm? Mit dem PowerShell-Befehl Unblock-File entfernen Sie das Kennzeichen gezielt – ohne Sicherheitsrisiko. Die genaue Syntax und zwei weitere Methoden finden Sie im Report. Kostenlosen Workaround-Report sichern

Gaming-Profis kommen auf ihre Kosten

Neben den Sicherheitspatches bringt das Juni-Update auch echte Neuerungen. Ein neues „Low Latency Profile“ verbessert die Reaktionsfähigkeit von Startmenü und Suche, indem es beim Öffnen von Anwendungen kurzzeitig die CPU-Taktfrequenz anhebt.

Für Spieler besonders spannend: Microsoft hat „Advanced Shader Delivery“ (ASD) für Windows 11 freigegeben. Die Technologie wird von AMD-RDNA-Grafikkarten unterstützt und verkürzt Ladezeiten in Spielen um bis zu 90 Prozent. In Tests mit „Forza Horizon 6“ sank die Ladezeit auf kompatibler Hardware von rund eineinhalb Minuten auf vier Sekunden. Das dürfte selbst eingefleischte Konsolen-Spieler neidisch machen.

de | wissenschaft | 69532382 |