Windows 11: Microsoft zeigt, wie Sie die Werbe-ID deaktivieren
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 15:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat eine Schritt-für-Schritt-Anleitung veröffentlicht, mit der Windows-11-Nutzer ihre individuelle Werbe-ID deaktivieren können. Das Update vom 9. August 2026 zielt darauf ab, die Privatsphäre der Anwender zu stärken – ein Thema, das auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Weniger Daten für Werbenetzwerke
Die Werbe-ID ist eine eindeutige Kennung, die jedem Nutzer auf einem Gerät zugewiesen wird. Sie ermöglicht App-Entwicklern und Werbenetzwerken, personalisierte Inhalte auf Basis des Nutzungsverhaltens auszuspielen. Mit der neuen Anleitung zeigt Microsoft, wie Anwender in den Systemeinstellungen den Zugriff auf dieses Tracking-Werkzeug sperren können.
Datenschützer begrüßen den Schritt: Die Werbe-ID mache Werbung zwar relevanter, ermögliche aber auch eine kontinuierliche Beobachtung des Nutzerverhaltens über verschiedene Anwendungen hinweg. Die neuen Anweisungen bieten nun einen direkten Weg, sich von diesem System abzumelden – ein Zeichen für den wachsenden Wunsch vieler Verbraucher nach mehr Kontrolle über ihre Daten.
Kritik an vorinstallierter Software
Die Diskussion um Privatsphäre fällt in eine Zeit wachsender Kritik an den Standard-Apps von Windows 11. Erst Anfang August sorgte die MSN-basierte Wetter-App für Aufsehen: Sie verbrauchte im Leerlauf mehr als 1,2 Gigabyte Arbeitsspeicher – verursacht durch ihre WebView2- und Chromium-Architektur. Besonders ärgerlich: Die Anwendung mischt Werbung direkt in die Wettervorhersage. Das wirft Fragen auf, warum ein kostenpflichtiges Betriebssystem werbefinanzierte Hilfsprogramme enthält.
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Microsoft hat die Probleme mittlerweile eingeräumt. Am 8. August 2026 kündigten führende Manager an, das Betriebssystem spürbar zu beschleunigen. Die Optimierungen konzentrieren sich auf Systeme mit 8 GB RAM, den Abbau von Überflüssigem in Suche und Widgets sowie die Modernisierung der Oberfläche mit WinUI 3.
Verteilungsfehler und neue Regulierung
Der Vorstoß für mehr Nutzerkontrolle folgt auf einen Software-Pannen: Seit dem 1. August kämpft Microsoft mit einem Problem, bei dem die OneDrive-Photos-App versehentlich auf zahlreiche PCs ausgerollt wurde – auch auf verwaltete Unternehmensgeräte. Die App, die optionale Gesichtserkennung enthält, ließ sich nicht separat vom Haupt-OneDrive-Client deinstallieren. Microsoft verspricht einen Fix.
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Parallel verändert sich das regulatorische Umfeld: Ein neues Gesetz in Illinois verpflichtet Betriebssysteme künftig, das Alter von Kindern zu melden, die die Plattformen nutzen. Und der Microsoft-Browser Edge bereitet sich darauf vor, ältere Werbeblocker-Erweiterungen auslaufen zu lassen – ein ähnlicher Weg wie beim Chrome-Browser.
Alternative für Unternehmen und Langzeitnutzer
Wer eine schlankere Erfahrung mit weniger integrierter Werbung und KI-Funktionen sucht, findet bei Microsoft eine Alternative: Windows 11 Enterprise LTSC 2024. Diese Version richtet sich an Nutzer von Windows 10 Enterprise LTSC 2021, dessen Support am 27. Januar 2027 endet.
Die LTSC-Version verzichtet auf verbraucherorientierte Funktionen wie Copilot und diverse vorinstallierte Apps, behält aber wichtige Werkzeuge wie den Edge-Browser. Für professionelle Umgebungen, in denen Leistung und minimale Hintergrundaktivität zählen, wird diese Variante zunehmend empfohlen – gerade in Zeiten, in denen KI-Integrationen nicht überall gewünscht sind.
