Windows: Microsoft bringt 75 Linux-Befehle nativ auf PC
Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 10:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Windows-Nutzer können ab sofort über 75 Linux-Kernbefehle ohne Umwege nutzen. Microsoft hat Coreutils für Windows veröffentlicht.
Der Software-Riese stellte auf seiner Entwicklerkonferenz Build 2026 am 2. Juni die allgemeine Verfügbarkeit von Coreutils für Windows vor. Die native Befehlszeilensuite bringt Linux-Funktionalität direkt auf das Betriebssystem – ohne den Umweg über die Windows Subsystem for Linux (WSL) oder Drittanbieter-Tools.
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Rust-basierte Werkzeuge für Entwickler
Die neue Suite basiert auf dem Open-Source-Projekt uutils/coreutils, das in der modernen Programmiersprache Rust geschrieben ist. Sie enthält native Binärdateien für bekannte UNIX-Befehle wie ls, cat, grep, cp, mv, rm, pwd und uptime. Anders als frühere Lösungen laufen diese Werkzeuge direkt auf der Windows-Hardware.
Microsoft hat die Suite als einzelne ausführbare Datei namens coreutils.exe implementiert. Das System nutzt NTFS-Hardlinks, um die einzelnen Befehlsnamen auf diese zentrale Datei abzubilden. Verfügbar ist das Paket für x64- und ARM64-Architekturen und lässt sich per Windows Package Manager installieren – der Befehl lautet winget install Microsoft.Coreutils.
Das zugrundeliegende uutils-Projekt erreichte kürzlich Version 0.9.0 und durchlief ein Sicherheitsaudit durch die Firma Zellic. Trotz der über 75 enthaltenen Befehle fehlen einige Werkzeuge – darunter chmod, chown, chroot, nohup und kill. Der Grund: grundlegende Unterschiede zwischen Windows und POSIX-konformen Systemen.
Integration und technische Hürden
Die Einführung nativer Coreutils soll plattformübergreifende Skripte ermöglichen. Entwickler können künftig dieselbe Befehlssyntax auf verschiedenen Betriebssystemen verwenden. Doch Microsoft warnt vor einigen Fallstricken:
Zeilenumbrüche und Dateiberechtigungen unterscheiden sich zwischen Windows und Linux – das kann in bestehenden Skripten zu unerwartetem Verhalten führen. Zudem drohen Konflikte mit vorhandenen Aliasen in CMD und PowerShell. Für eine optimale Integration ist PowerShell 7.4 oder höher erforderlich. Und ein Windows-spezifischer Hinweis: Entwickler sollten weiterhin NUL statt /dev/null verwenden.
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Ausbau des Entwickler-Ökosystems
Die Coreutils-Veröffentlichung war Teil einer Reihe von Ankündigungen, mit denen Microsoft Windows als primäre Entwicklungsplattform positionieren will. Weitere Neuerungen:
- WSL-Container: Eine öffentliche Vorschau von WSL-basierten Containern als Alternative zu bestehenden Containerlösungen
- Windows Developer Configurations: Allgemein verfügbar – automatisiert die Einrichtung von Entwicklungsumgebungen per WinGet, inklusive WSL, VS Code und PowerShell 7
- Intelligent Terminal: Experimentelle Vorschau eines KI-gestützten Terminals für Kommandozeilen-Aufgaben
- Surface RTX Spark Dev Box: Neue Hardware mit Nvidia RTX Spark-Chip, 128 GB Arbeitsspeicher – Marktstart in den USA für später im Jahr 2026 geplant
Für die kommenden Monate kündigte Microsoft zudem die Einführung von Aion 1.0 – kleinen Sprachmodellen direkt auf dem Gerät – sowie eine Vorschau der Agent 365-Integration für Juli 2026 an.
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