Windows-Papierkorb: Kryptische Dateinamen nach Juni-Updates
23.06.2026 - 05:15:11 | boerse-global.de
Nach den jüngsten Sicherheitsupdates zeigt der Papierkorb in Windows kryptische Dateinamen an – ein ärgerlicher, aber harmloser Fehler.
Der Fehler trat nach der Veröffentlichung der Patch-Tuesday-Updates vom Juni 2026 auf. Microsoft räumte das Problem am 18. Juni ein, nachdem Nutzer gemeldet hatten, dass der Löschdialog beim endgültigen Entfernen von Dateien verschlüsselte Systemnamen statt der Originaltitel anzeigt.
Das steckt hinter dem Anzeigefehler
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Die Ursache liegt in den Sicherheitsupdates vom 9. Juni 2026, darunter die Patches KB5094125, KB5094126 und KB5095051. Der Fehler ist rein optischer Natur – Daten gehen nicht verloren. Dennoch sorgt er für Verwirrung: Statt vertrauter Dateinamen erscheinen im Löschdialog NTFS-interne Bezeichnungen wie „$Rxxxxx.ext".
Betroffen sind sämtliche unterstützten Windows-Versionen: Windows 11 (Versionen 23H2 bis 26H1), Windows 10 (Version 22H2) sowie die Langzeit-Service-Editionen Windows LTSC und LTSB. Auch Windows Server von 2012 bis 2025 ist betroffen.
Die gute Nachricht: Die Papierkorb-Ansicht selbst und die Wiederherstellungsfunktion arbeiten einwandfrei. Die Originalnamen bleiben bis zum Moment der endgültigen Löschung erhalten.
Probleme auch bei Office-Automation
Der Juni-Patch brachte weitere Komplikationen mit sich. Besonders KB5094126 hat Office-Automation gestört: Bestimmte COM-Aktivierungen und OLE-Funktionen wurden blockiert. Das trifft vor allem die Rechts-, Finanz- und Gesundheitsbranche.
Anwendungen wie Zotero, CCH ProSystem fx, CCH Engagement, Dentrix und Softdent können Microsoft-Office-Aufgaben nicht mehr automatisieren oder starten nicht korrekt. Hinzu kommen OneDrive-Ausfälle auf Domänenrechnern sowie unerwartete BitLocker-Wiederherstellungsbildschirme auf Geräten wie dem HP EliteBook 840 G10, HP ProBook 460 G11 und Dell-Precision-Workstations.
Ursache und Lösungsweg
Experten vermuten, dass der Papierkorb-Fehler eine unbeabsichtigte Nebenwirkung einer Sicherheitsverschärfung ist. Die Juni-Updates schlossen eine 23 Jahre alte Sicherheitslücke im Desktop.ini-Prozessor. Dabei wurden Code-Pfade für Metadaten-Abfragen geändert – genau das könnte die Namensverwirrung auslösen.
Einige Nutzer spekulieren über einen Zusammenhang mit KI-generiertem Code in der Windows-Entwicklung. Microsoft hat dies jedoch nicht bestätigt.
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Der Konzern kündigt einen endgültigen Fix für den 14. Juli 2026 an. Bis dahin empfiehlt Microsoft:
- Unternehmensumgebungen: Support kontaktieren für temporäre Lösungen
- Manuelle Löschung: „Shift+Entf" umgeht den Dialog – birgt aber Risiken
- Kommandozeile: Erfahrene Nutzer können die Eingabeaufforderung nutzen
- Office-Notlösung: Eine riskante DCOM-Berechtigungsänderung existiert, wird aber wegen Sicherheitsbedenken nicht empfohlen
Vom Deinstallieren der Juni-Updates rät Microsoft ab: Sie schlossen immerhin 208 Sicherheitslücken. Der Konzern rät zum Abwarten auf die offiziellen Patches Mitte Juli.
