Windows-Tracking: Windscribe veröffentlicht Tool gegen GDID-Überwachung
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 06:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der VPN-Anbieter Windscribe hat ein experimentelles Skript veröffentlicht, das einen versteckten Tracking-Identifikator im Windows-Betriebssystem deaktivieren soll. Das Tool namens deGDID zielt auf die Global Device ID (GDID) ab – eine dauerhafte 16-stellige Kennung, die selbst nach regulären Betriebssystem-Updates an der Hardware haften bleibt.
Wie die GDID aufflog
Die Existenz und Nutzbarkeit der GDID erlangte durch eine Festnahme große Aufmerksamkeit. Der 19-jährige Peter Stokes, mutmaßliches Mitglied der Hacker-Gruppe „Scattered Spider", soll durch diese Kennung identifiziert worden sein. Das FBI nutzte die GDID offenbar, um Stokes mit digitaler Infrastruktur in Verbindung zu bringen.
Im Mai 2025 wurde eine GDID mit der Nummer 6755467234350028 genutzt, um eine IP-Adresse mit Geräten auf ngrok- und Tzulo-Servern zu verknüpfen. Weil die GDID in der Regel nur durch eine komplette Neuinstallation des Betriebssystems verschwindet, bietet sie Microsoft und möglicherweise Drittanbietern eine konsistente Methode, Hardware über lange Zeiträume zu identifizieren.
Cybersicherheitsexperten wie Matthew Hickey schlagen Alarm: Die Integration solcher Kennungen mache das Betriebssystem praktisch zu einer Überwachungssoftware.
Experimentelle Lösung mit Risiken
Windscripes deGDID-Skript soll die Kennung entfernen und die Systempfade blockieren, die zu ihrer Neuerstellung führen. Der VPN-Anbieter warnt jedoch: Das Tool ist experimentell und wird ohne Gewähr bereitgestellt.
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Die Entfernung der GDID kann zu erheblichen Kompatibilitätsproblemen mit Microsofts Ökosystem führen. Berichten zufolge können folgende Dienste betroffen sein:
- Microsoft-Konto-Anmeldungen
- Der Microsoft Store
- Outlook-E-Mail-Clients
- Xbox-Gaming-Dienste
Microsoft hat sich zu dem Skript oder den Datenschutzbedenken rund um die GDID bislang nicht öffentlich geäußert.
Internationale Datenschutz-Spannungen
Die Veröffentlichung des deGDID-Skripts fällt in eine Zeit wachsender Spannungen um digitale Privatsphäre. In Kanada sorgt der Gesetzesentwurf C-22 für Aufruhr. Sowohl Signal als auch Windscribe haben sich gegen die geplante Regelung ausgesprochen. Das Gesetz würde Plattformen zwingen, Überwachungsmöglichkeiten vorzuhalten und Metadaten bis zu einem Jahr zu speichern. Signal-Vertreter haben angedeutet, dass das Unternehmen eher den kanadischen Markt verlassen würde, als seine Verschlüsselungsstandards zu opfern.
Auch in anderen Regionen steigt die Nachfrage nach Datenschutz-Tools. Im Juni 2026 verzeichneten VPN-Anbieter einen massiven Anstieg, nachdem Telegram in Indien vorübergehend blockiert worden war. Windscribe verdoppelte seine Neuanmeldungen, Proton VPN und Signal meldeten sogar dreistellige prozentuale Zuwächse.
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Windows-Sicherheitsprobleme und Wartungsarbeiten
Während Datenschützer auf die Tracking-Kennungen blicken, kämpft Microsoft mit weiteren technischen Herausforderungen. Nach einem Service-Ausfall Ende Juli 2026, der Azure und Windows Update betraf, testet der Konzern nun Reparaturen für Windows-11-Update-Komponenten in verschiedenen Insider-Builds.
Gleichzeitig läuft eine Umstellung der Secure-Boot-Zertifikate, da ältere Versionen aus dem Jahr 2011 auslaufen. Microsoft betont, dass dieser Übergang schrittweise erfolgt und den Gerätebetrieb sowie den Erhalt von Updates im restlichen Jahr nicht beeinträchtigen wird.
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