WinRAR-Lücke, CVE-2025-8088

WinRAR-Lücke CVE-2025-8088: Hacker installieren Datendieb GIFTEDCROOK

26.06.2026 - 19:38:01 | boerse-global.de

Ukrainische Soldaten sind Ziel einer Cyberkampagne, die eine WinRAR-Schwachstelle ausnutzt, um die Spionagesoftware GIFTEDCROOK zu installieren.

UAC-0226: WinRAR-Lücke CVE-2025-8088 für Datendiebstahl genutzt
WinRAR-Lücke - Eine Person mit Kapuzenpullover tippt an einem Laptop, im Hintergrund Server-Racks. Ein digitales Schloss-Symbol mit einer zerbrochenen Kette. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Angreifer nutzen eine Schwachstelle im weit verbreiteten Archivierungsprogramm WinRAR, um einen spezialisierten Datendieb namens GIFTEDCROOK zu installieren.

So funktioniert der Angriff

Die Infektionskette beginnt mit einem präparierten RAR-Archiv. Es enthält eine harmlose PDF-Datei als Tarnung und eine bösartige Verknüpfung (LNK-Datei). Die Gruppe nutzt dabei die Sicherheitslücke CVE-2025-8088 aus – einen Path-Traversal-Fehler, der es ermöglicht, Dateien außerhalb des eigentlichen Entpackverzeichnisses zu platzieren.

Konkret schleusen die Angreifer die schadhafte Verknüpfung direkt in den Windows-Autostart-Ordner. Das sorgt dafür, dass der Schadcode bei jedem Systemneustart erneut ausgeführt wird. Parallel dazu landen zwei weitere Dateien im Verzeichnis C:ProgramData: ein PowerShell-Lader namens WC3 und ein codiertes Nutzlastpaket mit der Bezeichnung wt1.

Raffinierte Verschleierungstechnik

Die Sicherheitsforscher heben besonders die raffinierte Ausführungstechnik hervor. Der PowerShell-Lader wartet zunächst 60 Sekunden, bevor er mit der Dekodierung beginnt. Die wt1-Datei ist ein 1.131.008 Byte großer Datenblock. Zur Wiederherstellung der eigentlichen Schadsoftware subtrahiert das Skript von jedem Byte den Wert 72 (hexadezimal 0x48).

Nach der Entschlüsselung kommt ein sogenannter Reflective Mapper zum Einsatz. Er injiziert den kopflosen Portable Executable direkt in den Arbeitsspeicher – ohne eine Datei auf der Festplatte zu hinterlassen. Diese dateilose Methode macht es für Sicherheitssoftware deutlich schwerer, den Schädling zu erkennen und zu stoppen.

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Umfassender Datendiebstahl

GIFTEDCROOK ist auf breiten Datendiebstahl ausgelegt. Die Malware sammelt Anmeldedaten und Sitzungscookies aus den wichtigsten Webbrowsern – darunter Chrome, Edge, Firefox und Opera. Darüber hinaus durchsucht sie das System nach VPN-Profilen, KeePass-Passwortdatenbanken und Java-KeyStores.

Die Kommunikation mit den Angreifern läuft über eine zentrale Kommandozentrale. Diese war zuletzt unter der IP-Adresse 142.111.194[.]73 erreichbar. Auffällig: Die Täter haben den Kommunikationsport kürzlich von 8406 auf 8640 geändert – ein Zeichen für aktive Anpassungen ihrer Infrastruktur.

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Bekannte Schwachstelle im Visier mehrerer Gruppen

Die ausgenutzte Sicherheitslücke CVE-2025-8088 ist kein Einzelfall. Bereits seit Ende September 2025 nutzt auch die mit dem russischen Geheimdienst FSB in Verbindung gebrachte Gruppe Gamaredon dieselbe WinRAR-Schwachstelle. Ihre Angriffe richteten sich ebenfalls gegen ukrainische Regierungsstellen und Militäreinrichtungen. Gamaredon setzte dabei auf eine Suite von PowerShell-basierten Werkzeugen und nutzte Cloud-Speicherdienste zum Abtransport der gestohlenen Daten.

de | wissenschaft | 69635169 |