Winterblues, Spaziergänge

Winterblues: Gemeinsame Spaziergänge und Bewegung können die Stimmung stützen

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 01:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Regelmäßige Aufenthalte im Freien und gemeinsame Bewegung können die Stimmung in der dunklen Jahreszeit unterstützen.
Ein verschneiter Parkweg in einem Wald bei hellem Wintersonnenlicht am Vormittag. Illustration mit AI erstellt.

Wenn die Tage kürzer werden und die Sonnenstunden abnehmen, machen sich bei vielen Menschen Anzeichen eines saisonalen Stimmungstiefs bemerkbar. Fachleute und regionale Initiativen heben hervor, dass regelmäßige Aktivitäten an der frischen Luft in Kombination mit sanfter Bewegung in der Gruppe wirksam dazu beitragen können, die mentale Verfassung zu stabilisieren und dem sogenannten Winterblues entgegenzuwirken.

Ursachen des Lichtmangels und gesundheitliche Folgen

Als primäre Ursache für eine gedrückte Stimmung in den Herbst- und Wintermonaten gilt der Mangel an natürlichem Tageslicht. Das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises weist darauf hin, dass die zunehmende Dunkelheit die Ausschüttung des Hormons Melatonin anregt. Dies kann zu Symptomen einer saisonal abhängigen Depression (SAD) führen.

Zu den typischen Anzeichen zählen neben Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit auch Konzentrationsstörungen, ausgeprägte Müdigkeit, ein gesteigertes Schlafbedürnis, Heißhunger auf Süßigkeiten sowie eine damit einhergehende Gewichtszunahme.

Dr. Rainer Meilicke, Leiter des Gesundheitsamts Rhein-Sieg-Kreis, hebt hervor, dass der beste Schutz im regelmäßigen, täglichen Aufenthalt im Freien bestehe, insbesondere in den Vormittags- und Mittagsstunden. Während eine gewöhnliche Zimmerbeleuchtung lediglich 300 bis 500 Lux erreiche, liefere ein heller Sonnentag bis zu 100.000 Lux.

Für eine unterstützende Lichttherapie werden rund 10.000 Lux empfohlen, wobei ein Minimum von 2.500 Lux erforderlich sei. Bei anhaltenden Beschwerden verweist die Behörde auf Anlaufstellen wie die Sozialpsychiatrischen Zentren in Eitorf, Meckenheim, Siegburg und Troisdorf sowie die LVR-Klinik Bonn.

Regionale Gruppenangebote und Bewegungsimpulse

Um die Hürde für körperliche Aktivität in der dunklen Jahreszeit zu senken, setzen Initiativen verstärkt auf das Miteinander. In Frankfurt am Main bietet das Projekt „Fit in Frankfurt“ kostenfreie Spaziertreffs an, die von geschulten Buddies begleitet werden. Das nach § 20a SGB V durch das GKV-Bündnis geförderte Angebot richtet sich ohne Voranmeldung an Interessierte jeden Alters und Fitnesslevels.

In Rheinland-Pfalz existieren vergleichbare Strukturen: Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) Rheinland-Pfalz kooperiert seit 2017 im Rahmen des Programms „teamwrk für Gesundheit und Arbeit“ mit dem TreffPunkt Treis-Karden.

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Unter dem Titel „Gemeinsam aktiv sein“ finden dort in der St. Castor-Straße bis zum 7. Dezember 2026 montags Übungen für Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Achtsamkeit ohne Leistungsdruck statt.

Zudem organisieren Franz-Josef Wagner vom Landesnetzwerk Selbsthilfe Seelische Gesundheit (NetzG-RLP) und Reinhold Müller vom Eifelverein für den 25. Oktober 2026 eine geführte Wanderung durchs Ruwertal mit Start in Mertesdorf, die dem Stressabbau und der mentalen Erholung dienen soll.

Empfehlungen für Bewegung und Achtsamkeit

Auch auf internationaler Ebene wird der Nutzen von Bewegung in den kalten Monaten hervorgehoben. Dr. Suzanne Hackenmiller, medizinische Leiterin der Plattform AllTrails, betont, dass bereits kurze Spaziergänge auf vertrauten Wegen die Stimmung aufhellen, den Schlaf fördern und den Körper aktivieren können.

Für Aktivitäten im Winter empfiehlt sie unter anderem die Nutzung von hellen Tagesstunden, das Drei-Schichten-Prinzip bei der Kleidung, passendes Schuhwerk sowie das Wandern in der Gruppe.

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Ergänzend dazu unterstreichen nationale Bewegungsempfehlungen für ältere Erwachsene ein Mindestmaß von 150 Minuten Ausdauerbewegung pro Woche, ergänzt durch Gleichgewichts- und Kraftübungen an zwei oder mehr Tagen. Maßnahmen wie Einbeinstand, Liniengehen oder Tai-Chi verringern das Sturzrisiko und erhalten die Mobilität.

Fachleute betonen zugleich, dass jede zusätzliche Bewegung nützt, während Formate wie der Podcast „PEACH – hot & haltung“ dafür plädieren, wetterbedingte Entschleunigung anzunehmen und langfristige Routinen für das persönliche Wohlbefinden zu entwickeln.

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