Wintergurken: Beheizte Gewächshäuser verursachen mehr als zehnfachen CO?-Ausstoß
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Einkauf von heimischem Obst und Gemüse orientiert sich im Herbst idealerweise am Kalender der Natur: Saisonal verfügbare Ware bietet im Oktober eine breite Auswahl und günstigere Preise, da die Transportwege in der Regel kürzer ausfallen. Verbraucher, die ihren Speiseplan nach der Erntesaison ausrichten, profitieren von frischeren Lebensmitteln und können die Haushaltskasse durch den Kauf regionaler Erzeugnisse spürbar entlasten.
Vielfalt frisch vom Feld und wertvolle Nährstoffe
Ein Blick auf die Ernte zeigt, dass der Oktober keineswegs arm an frischen Lebensmitteln ist. Ein von der Verbraucherzentrale und dem Bundeszentrum für Ernährung bereitgestellter Saisonkalender gibt Orientierung für den Einkauf. Demnach haben im zehnten Monat des Jahres insbesondere sieben Gemüsesorten Hochsaison: Kürbisse – wie Hokkaido und Butternut –, Rosenkohl, Rote Bete, Grünkohl, Pastinaken, Wirsing sowie Lauch.
Diese Sorten punkten nicht nur preislich, sondern auch bei den Inhaltsstoffen. Rosenkohl und Grünkohl liefern reichlich Vitamin C und Ballaststoffe, wobei Grünkohl zusätzlich Vitamin K enthält. Wirsing wiederum dient als Quelle für Vitamin C und Folsäure.
Ergänzend listet der Saisonkalender für den Oktober frisch vom Feld eine Vielzahl weiterer Feldfrüchte. Neben Äpfeln, Spätsorten von Zwetschgen, Quitten und Nüssen gehören dazu auch Wurzelgemüse und Kohlsorten wie Schwarzwurzel, Rettich, Radieschen, Karotten, Petersilienwurzel, Sellerie, Steckrüben, Kohlrabi, Brokkoli, Rotkohl, Chinakohl, Blumenkohl, Spitzkohl und Weißkohl. Auch Bohnen, Fenchel, Kartoffeln, Zwiebeln, Pilze, Porree, Salat, Spinat sowie Zuckermais kommen direkt von heimischen Feldern.
Saisonende und der ökologische Fußabdruck von Gewächshausware
Für manche Sommerfrüchte markiert der Oktober zugleich den Abschied aus der regionalen Freilandkultur. Es ist der letzte Monat für Zucchini, Tafeltrauben und Brombeeren aus heimischem Anbau. Wer nun zu importierten oder im Gewächshaus gezogenen Sommergemüsen greift, zahlt oft nicht nur höhere Preise, sondern nimmt auch ökologische Nachteile in Kauf.
Wer im Oktober zur Gurke greift, zahlt oft mehr und bekommt weniger: Wintergurken aus beheizten Gewächshäusern können über das Zehnfache an CO? verursachen und schmecken häufig wässriger. Ein Blick auf den Saisonkalender zeigt, welche sieben Gemüse jetzt Hochsaison haben — und wie Sie daraus Ihren Einkauf planen. Kostenlosen Herbst-Ratgeber anfordern
Dies zeigt das Beispiel der Gurke: Für ihr Wachstum benötigt sie Temperaturen von 20 bis 25 Grad Celsius sowie viel Licht, weshalb ein mitteleuropäischer Anbau im Freiland lediglich von Mai bis September möglich ist. Wintergurken stammen folglich meist aus beheizten Gewächshäusern oder aus Ländern wie Spanien und Marokko.
Durch die Heizenergie kann der CO?-Ausstoß einer im Winter in Deutschland produzierten Gurke über das Zehnfache einer Freilandgurke aus dem Sommermonat betragen. Hinzu kommt, dass Wintergurken häufig wässriger schmecken und ihr Vitamingehalt meist geringer ausfällt. Fachleute verweisen hier auf geschmackvolle heimische Alternativen wie Feldsalat, Endivie, Rote Bete, Karotten, Rettich, Kohlrabi oder Sauerkraut.
Im geschützten Anbau sind derweil noch Erdbeeren zu finden, während Chicorée, Birnen und Kartoffeln im Kühlhaus lagern sowie Tomaten und Gurken aus dem Gewächshaus bereitgestellt werden.
Eigener Anbau für die kalte Jahreszeit
Auch für Selbstversorger im eigenen Garten bietet der Herbst noch praktische Optionen, um frisches Grün kostengünstig selbst zu ziehen. Verschiedene Gemüsearten lassen sich im Herbst direkt aussäen:
Selbstversorger können auch im Herbst noch aussäen: Winterportulak keimt bei rund 10 Grad, Asia-Salate liefern nach 8 bis 9 Wochen erste Blätter, Winterkresse nach etwa 12 Wochen. Der Ratgeber zeigt Reihenabstände, Erntezeitpunkte und die sieben Gemüse, die jetzt vom Feld kommen. Herbstaussaat-Anleitung jetzt sichern
- Winterportulak: Keimt bei rund 10 Grad Celsius und wird mit einem Reihenabstand von circa 15 Zentimetern gesät. Die Ernte kann ab einer Blatthöhe von etwa 10 Zentimetern erfolgen.
- Asia-Salate: Sorten wie Mizuna, Komatsuna und Pak Choi benötigen einen Reihenabstand von 15 bis 25 Zentimetern. Erste Blätter lassen sich bereits nach 8 bis 9 Wochen ernten; ihre Samen bleiben mehrere Jahre keimfähig.
- Winterkresse (Barbarakraut): Bei flacher Aussaat in Reihen sind die Blätter nach etwa 12 Wochen erntereif.
Durch die gezielte Auswahl von Herbstgemüse lässt sich somit Frische auf den Teller bringen, ohne auf teure und energieintensive Importware angewiesen zu sein.
