GerÀusch-KI, Artenvielfalt

GerĂ€usch-KI lĂ€sst auf Artenvielfalt schließen

18.10.2023 - 13:04:55

Wird eine landwirtschaftliche FlĂ€che aufgegeben, kann sich Wald diese zurĂŒckerobern. Aus den GerĂ€uschen der Tiere lĂ€sst sich anhand spezieller KI-Modelle schließen, ob auch die ursprĂŒngliche Artenvielfalt zurĂŒckkehrt.

Über eine automatisierte Analyse von Tierlauten lĂ€sst sich einer Studie zufolge gut auf die Entwicklung der Artenvielfalt in dem Gebiet schließen. Getestet wurde die Auswertung mit Hilfe KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) auf tropischen WiederbewaldungsflĂ€chen, wie ein Team um den Forstwissenschaftler Jörg MĂŒller von der UniversitĂ€t WĂŒrzburg im Fachjournal «Nature Communications» berichtet. BerĂŒcksichtigt wurden demnach Laute von Vögeln, Amphibien und SĂ€ugetieren.

Studien hatten bereits zuvor gezeigt, dass das Vorkommen von Tierarten im Zuge der Zerstörung von Wald oder seiner Wiederherstellung anhand von Klanglandschaften verfolgt werden kann. Das Forschungsteam installierte nun AufnahmegerĂ€te im Norden Ecuadors in SĂŒdamerika auf nicht mehr bewirtschafteten Weiden und Kakaoplantagen, auf denen sich nach und nach wieder Wald ansiedelt. Anschließend wurden die Aufnahmen der verschiedenen Tierstimmen mit KI-Modellen analysiert.

«Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die Sounddaten ganz exzellent die RĂŒckkehr der BiodiversitĂ€t in den aufgelassenen LandwirtschaftsflĂ€chen widerspiegeln», teilte MĂŒller mit. «Es ist vor allem der Sound der Artengemeinschaften, der die Wiederbesiedlung sehr gut abbildet.» Diese Gemeinschaften seien im Wald ganz charakteristisch zusammengesetzt und unterschieden sich deutlich von denen auf noch aktiven AgrarflĂ€chen.

Aus Sicht der Forscher könnten die verwendeten KI-Modelle eine Grundlage bieten, um die BiodiversitĂ€t auch auf anderen WiederbewaldungsflĂ€chen zu untersuchen. In einem nĂ€chsten Schritt möchten die Wissenschaftler ihre Modelle verbessern und erweitern, um mehr Arten erfassen zu können. Das System soll kĂŒnftig etwa auch im Nationalpark Bayerischer Wald zum Einsatz kommen.

«Unsere KI-Modelle können die Basis fĂŒr ein sehr universelles Instrument zur Überwachung der BiodiversitĂ€t in WiederbewaldungsflĂ€chen sein», ist MĂŒller ĂŒberzeugt. Das System könne bei Aufforstungsprojekten auch ĂŒberwachen helfen, ob in einem Gebiet tatsĂ€chlich wie angegeben wieder ein vielfĂ€ltiger Wald entsteht - oder doch nur eine artenarme Monokultur.

@ dpa.de