Wise Europe: 500-Millionen-Euro-Ermittlungen lassen Kurs einbrechen
Veröffentlicht: 03.06.2026 um 04:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Grund sind mögliche Verstöße gegen Geldwäschebestimmungen. Das Land steht weiterhin auf der sogenannten „Grauen Liste" der Financial Action Task Force (FATF) – einem Beobachtungsstatus für Staaten mit erhöhtem Risiko für Finanzkriminalität.
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Betroffen sind vor allem Freiberufler und kleine Unternehmen. Sie müssen nun offizielle Nachweise über ihren Arbeitsplatz und ihre Wohnadresse einreichen. PayPal droht: Wer die geforderten Dokumente nicht innerhalb von sechs Monaten vorlegt, dem droht die dauerhafte Kontoschließung. In einigen Fällen behält das Unternehmen die Guthaben für bis zu 180 Tage ein. In Kenia arbeitet PayPal exklusiv mit der Equity Bank zusammen – nur über sie sind direkte Auszahlungen möglich.
Belgien ermittelt gegen Wise Europe
Parallel dazu haben belgische Staatsanwälte eine erweiterte Untersuchung gegen Wise Europe eingeleitet. Im Fokus stehen Transaktionen im Volumen von rund 500 Millionen Euro, die über 30 Länder hinweg abgewickelt wurden. Die Behörden prüfen, ob kriminelle Organisationen die Plattform genutzt haben, um Erlöse aus Betrug, Korruption und Drogenhandel zu waschen.
Die Nachricht ließ den Aktienkurs von Wise einbrechen: Zwischen 15 und 19 Prozent verlor das Papier in den vergangenen Handelstagen. Das Unternehmen betont, mit den Ermittlern zu kooperieren. Konkrete Anklagen lägen bislang nicht vor. Es ist nicht der erste Rückschlag für den Finanzdienstleister: 2025 zahlte Wise in den USA 4,2 Millionen US-Dollar Vergleich, 2022 gab es in Abu Dhabi eine Strafe von 360.000 Dollar wegen Kontrolldefiziten.
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Stablecoin-Expansion und US-Warnungen
Trotz der verschärften Kontrollen in einigen Regionen baut PayPal sein Digitalgeschäft weiter aus. Am Dienstag startete das Unternehmen seinen Stablecoin PayPal USD (PYUSD) in Malawi und 26 weiteren afrikanischen Ländern. Der von Paxos Trust Company emittierte Coin ist durch US-Staatsanleihen gedeckt. Damit ist die Kryptowährung nun in 70 Märkten weltweit verfügbar. PayPal verspricht: Für Überweisungen zwischen PayPal-Konten sowie für den Kauf und Verkauf in US-Dollar fallen keine Gebühren an.
Gleichzeitig verschärfen US-Behörden den Ton gegenüber den großen Zahlungsdienstleistern. Die Federal Trade Commission (FTC) warnte PayPal, Visa, Mastercard und Stripe vor sogenanntem „Debanking" – also der Verweigerung von Dienstleistungen aus politischen oder religiösen Gründen. Hintergrund ist eine aktuelle Anordnung der US-Regierung, die diskriminierende Kontoauflösungen verhindern soll. Die FTC droht mit Ermittlungen und Durchsetzungsmaßnahmen, falls Finanzdienstleister bestimmte Kundengruppen systematisch ausschließen.
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