WMATA, Fahrerlose

WMATA: Fahrerlose Züge sollen ab 2033 auf Washingtons Red Line fahren

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WMATA plant autonome Züge auf der Red Line ab 2033; LA Metro untersucht fahrerlose Technik für ein neues Tunnelprojekt.
Leerer U-Bahn-Tunnel mit Gleisen und industrieller Beleuchtung in einer modernen Metropolregion. Illustration mit AI erstellt.

In den Vereinigten Staaten untersuchen Verkehrsbetriebe vermehrt den Umstieg auf vollautomatisierte U-Bahn-Systeme, um Anschluss an internationale Standards der Bahnautomatisierung zu finden. Wie am 22. Oktober 2026 bekannt wurde, treiben insbesondere die Betreiber in Washington D.C. und Los Angeles entsprechende Vorhaben voran.

Während die Washington Metropolitan Area Transit Authority (WMATA) konkrete Modernisierungspläne für ihr Bestandsnetz verfolgt, prüft die Los Angeles County Metropolitan Transportation Authority (LA Metro) fahrerlose Konzepte für ein milliardenschweres Neubauprojekt.

Washington D.C. plant fahrerlosen Betrieb ab 2033

Bei der WMATA stellte Signalsystem-Direktorin Coppola einen Stufenplan vor, der den Beginn der Vollautomatisierung auf der Red Line vorsieht. Kern der technischen Erneuerung ist die Umstellung auf das moderne funkbasierte Zugsteuerungssystem Communications-based Train Control (CBTC). Die Technologie ermöglicht eine präzisere Ortung der Einheiten, verringert den Wartungsaufwand und erlaubt kürzere Zugfolgezeiten.

Der Metro-Vorstand hatte dazu bereits im April 2026 ein knapp 1 Milliarde US-Dollar teures Modernisierungsprogramm gebilligt. Dieses sieht vor, ab dem Jahr 2033 fahrerlose Züge auf der Red Line einzusetzen. Das Gesamtsystem der Metro umfasst 128 Meilen Strecke im Bundesdistrikt Washington sowie in den angrenzenden Bundesstaaten Maryland und Virginia. Im Jahr 2025 verzeichnete das Netz 139 Millionen Fahrgastfahrten.

Auf der Red Line läuft der automatische Zugbetrieb (Automatic Train Operation, ATO) bereits seit 2024, bevor er 2025 auf sämtliche Linien ausgeweitet wurde.

Derzeit öffnen Zugführer die Türen noch manuell. Die vollständige Abkehr von Fahrpersonal im Führerstand soll laut WMATA jedoch erst erfolgen, wenn sämtliche Notfallsysteme – darunter automatische Branderkennungsmechanismen – vollständig automatisiert und einsatzbereit sind.

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Washington D.C. plant den fahrerlosen Betrieb auf der Red Line ab 2033 — erst nach vollständiger Automatisierung aller Notfallsysteme und auf Basis von CBTC. Wer sein Bestandsnetz ähnlich aufstellen will, braucht einen belastbaren Migrationspfad statt Einzelmaßnahmen. Der kostenlose Leitfaden zeigt, wie Betreiber Signale, Sicherheitsauflagen und Personalübergang in eine Reihenfolge bringen. Kostenlosen CBTC-Leitfaden jetzt anfordern

Die Sicherheitsanforderungen im Netz von Washington D.C. sind historisch geprägt: Im Jahr 2009 kamen bei einer Kollision auf der Red Line nahe Fort Totten neun Menschen ums Leben. Die Bundesbehörde National Transportation Safety Board (NTSB) machte damals ein Wartungsproblem innerhalb des automatischen Signalsystems für das Unglück verantwortlich.

Neue Tunnelstrecke in Los Angeles und Praxiswerte aus Honolulu

Auch an der Westküste prüft die LA Metro fahrerlose Technologien. Für das Sepulveda-Projekt, das eine Schienenverbindung unter den Santa Monica Mountains vorsieht, läuft derzeit die Umweltprüfung. Vorgesehen sind dort kürzere Zugverbände, die in höherer Frequenz verkehren, sowie Bahnsteigtüren zur Sicherung der Gleisbereiche.

Als praktischer Referenzpunkt für fahrerlose Nahverkehrssysteme in den USA gilt die Skyline-Hochbahn in Honolulu. Nach ihrer vollständigen Fertigstellung soll die Trasse 19 Meilen umfassen. Laut dem dortigen Projektdirektor Vance Tsuda habe es in den vergangenen drei Betriebsjahren weder Unfälle noch Verletzungen gegeben, die auf das automatische Fahrsystem zurückzuführen seien.

Warnungen der Gewerkschaften vor Notfallszenarien

Trotz der technischen Vorteile formiert sich Widerstand aus der Belegschaft. Der Präsident der Transport Workers Union (TWU), Samuelsen, warnte vor den Gefahren autonomer Evakuierungen im Falle von Notlagen oder Zwischenfällen im Tunnel.

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Neun Tote bei der Kollision nahe Fort Totten 2009 — die Untersuchung führte den Unfall auf ein Wartungsproblem im automatischen Signalsystem zurück. Für Betreiber, die heute automatisieren, ist das die zentrale Lehre: Notfall- und Branderkennung müssen vor dem fahrerlosen Betrieb stehen, nicht danach. Die Checkliste führt durch die sicherheitskritischen Prüfpunkte. Sicherheits-Checkliste jetzt abrufen

Aus Sicht von Verkehrsanalysten besitzt die aktuelle Entwicklung dennoch weitreichende Konsequenzen. Der Experte Baruch Feigenbaum von der Reason Foundation hob hervor, dass erfolgreiche Automatisierungsschritte in großen Netzen wie Washington D.C. und Los Angeles eine deutliche Signalwirkung für andere Metropolregionen im Land entfalten könnten.

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