Workation-Trend: 44 Prozent der GeschÀftsreisenden verlÀngern Dienstreisen
27.06.2026 - 05:09:37 | boerse-global.de
Laut einer aktuellen Studie verlĂ€ngern 44 Prozent der GeschĂ€ftsreisenden ihre Dienstreise fĂŒr private AktivitĂ€ten. Rund jeder FĂŒnfte (22 Prozent) nutzt bereits das Workation-Modell â produktives Arbeiten vom Urlaubsort aus.
Die Daten stammen aus dem âBleisure & Workation Monitorâ der IU Internationalen Hochschule, vorgestellt am 24. Juni in Mainz. Befragt wurden ĂŒber 1.000 GeschĂ€ftsreisende.
Die Zahlen hinter dem Trend
Eine Bleisure-VerlĂ€ngerung bedeutet im Schnitt zwei zusĂ€tzliche Ăbernachtungen. Workations dauern dagegen rund sechs Tage. FĂŒr Arbeitgeber und die Tourismusbranche wird der Trend interessant: 64 Prozent der Reisenden kommen spĂ€ter als private GĂ€ste an den Ort zurĂŒck.
Doch die Unternehmen reagieren noch zögerlich. Rund 80 Prozent der befragten Betriebe haben laut der Erhebung keine spezifischen Angebote fĂŒr diese Zielgruppe.
Bewegung gegen das Mittagstief
Nicht nur der Arbeitsort beeinflusst die Leistung â auch die Pausengestaltung. Eine Studie im âBritish Journal of Sports Medicineâ mit 11.484 Teilnehmenden zeigt: Ein fĂŒnfminĂŒtiger Spaziergang pro Stunde senkt die MĂŒdigkeit am Schreibtisch signifikant um 1,41 Punkte auf einer Skala.
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Die Forscher beobachteten zudem eine Steigerung des Engagements um 4 bis 7 Prozent und eine Verbesserung der Arbeitsleistung um 1 bis 3 Prozent. Negative Effekte? Fehlanzeige. StĂŒndliche Pausen bieten demnach die beste Balance zwischen Erholung und Konzentration.
Vertrauen lohnt sich â in Milliardenhöhe
Flexible Arbeitsmodelle brauchen eine passende Unternehmenskultur. Eine BSI-Studie vom Februar 2026 mit 2.025 Befragten beziffert den potenziellen ProduktivitÀtsgewinn durch Vertrauenskultur auf 30,5 Milliarden Euro jÀhrlich. Davon entfallen 22,1 Milliarden Euro auf vermiedene psychisch bedingte AusfÀlle, 8,4 Milliarden auf weniger körperliche Erkrankungen.
Die Botschaft: Wer seinen Mitarbeitern vertraut, spart Krankheitskosten und steigert die ProduktivitÀt.
Neue Seen fĂŒr mobile Arbeiter
Der Trend zu naturnahen ArbeitsplĂ€tzen zeigt sich auch in groĂen Infrastrukturprojekten. Am 29. Juni 2026 eröffnet der Lausitzer Seenverbund â aus ehemaligen Tagebaugebieten entstand fĂŒr 941 Millionen Euro eine WasserflĂ€che von 14.000 Hektar. Schon 2025 verzeichnete die Region 800.000 Ăbernachtungen.
Mobiles Arbeiten in der Natur bietet zwar Erholung, erfordert aber auch ein hohes MaĂ an Selbstorganisation, um nicht im digitalen Hamsterrad festzustecken. Dieser kostenlose Leitfaden liefert konkrete SofortmaĂnahmen fĂŒr mehr Ausgeglichenheit und zeigt, wie beruflicher Erfolg und persönliches GlĂŒck kein Widerspruch sein mĂŒssen. Kostenlosen Work-Life-Balance-Ratgeber sichern
Am Niederrhein plant die dĂ€nische Marissa-Gruppe das âMarissa Lake Villageâ am Reeser Meer. 500 Millionen Euro flieĂen in 500 FerienhĂ€user im skandinavischen Stil. Erste GĂ€ste? FrĂŒhestens Ende 2027.
Die Kehrseite: Urlaub bleibt Luxus
Nicht jeder kann sich diese FlexibilitĂ€t leisten. Laut Statistischem Bundesamt konnten sich 2025 rund 21 Prozent der Deutschen â etwa 17,3 Millionen Menschen â keine einwöchige Urlaubsreise leisten. Das treibt Trends wie âStaycationâ oder âCoolcationâ in heimische Regionen. In der LĂŒneburger Heide und an der NordseekĂŒste liegt die Auslastung fĂŒr den Sommer 2026 teilweise schon bei 70 bis 90 Prozent.
