World Cleanup Day 2026: 654.240 Menschen räumen auf
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der World Cleanup Day hat sich zu einer festen Größe für das zivilgesellschaftliche Engagement im Umweltschutz entwickelt. Bei der Auflage des Jahres 2026 beteiligten sich nach einem vorläufigen Zwischenstand bundesweit 654.240 Menschen an insgesamt 11.634 Aufräumaktionen in 2.912 deutschen Kommunen.
Die Initiative, die seit 2018 jährlich veranstaltet wird, basiert auf der UN-Resolution 78/122 vom 8. Dezember 2023 und wurde 2024 erstmals als offizieller UN-Aktionstag begangen.
Weltweit nahmen Menschen in over 190 Ländern teil. Im Vorjahr 2025 lag die globale Beteiligung bei 24,7 Millionen Personen, darunter über 672.600 Teilnehmende in 2.846 deutschen Kommunen. Der nächste Termin ist für den 20. September 2027 angesetzt.
Regionale Schwerpunkte von den Alpen bis an die Küstengewässer
In ganz Deutschland organisierten Vereine, Schulen und Institutionen lokale Sammelaktionen. In der Fokusstadt Bonn beteiligten sich am 20. September 2026 rund 600 Helfer an sieben Cleanup-Hubs und trugen mehr als eine Tonne Abfall zusammen. Im bayerischen Oberland erstreckten sich die Maßnahmen vom Isartal bis zum Starnberger See.
Auf der Zugspitze säuberten etwa 100 Freiwillige den Nördlichen Schneeferner; dort kamen fünf Kubikmeter Holz sowie jeweils ein Kubikmeter Schrott und Wertstoffe, darunter zahlreiche Glasscherben, zum Vorschein, die durch das Abschmelzen des Gletschers freigelegt worden waren.
Weitere Aktionen verdeutlichen die Breite des Engagements:
- In Sachsen-Anhalt sammelten rund 110 Pflegeschüler der regionalen Ameos-Standorte auf dem Gelände des Klinikums Aschersleben vor allem Zigarettenkippen, To-go-Becher und Plastikverpackungen.
An der Makarenko-Schule in Magdeburg-Olvenstedt beteiligten sich Schüler und Lehrkräfte erneut an den Maßnahmen.
- In Niedersachsen befreite der Bootsclub Nordhorn die Ufer des Vechtesees unter anderem von einem Fahrrad, einem Einkaufswagen und Tausenden Zigarettenkippen.
- In Lünen sammelten Freiwillige trotz Dauerregens Sperrmüll, Säcke, einen Stuhl und einen Kühlschrank ein.
- Bereits am 18. September 2026 organisierten rund 330 Beteiligte in Walldürn im Rahmen der Deutschen Waldtage eine Wald- und Stadtreinigung, unterstützt von der Kreislaufwirtschaft Neckar-Odenwald AöR.
Belastung der Flussläufe und Umweltfolgen von Kleinabfällen
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Die Notwendigkeit solcher Aktionen unterstreicht eine Langzeitstudie der Universität Bonn, der Universität Tübingen und der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Demnach passieren täglich rund 53.000 Müllteile mit einem Gesamtgewicht von etwa 5,9 Tonnen den Rhein bei Köln.
Hochgerechnet gelangen so jährlich rund 4.000 Tonnen Makromüll über den Fluss in die Nordsee. Plastik macht dabei zwar 70 Prozent der gezählten Teile aus, wiegt jedoch weniger als 15 Prozent des Gesamtabfalls.
Besondere Aufmerksamkeit galt bei vielen Sammlungen weggeworfenen Zigarettenfiltern. In Gelnhausen und Roth sammelten rund 50 Helfer der Bürgerschaft und der Feuerwehr schwerpunktmäßig Kippen. Die Filter bestehen aus Kunststoff und enthalten giftige Stoffe von Nikotin bis Arsen.
Studien zeigen, dass ein einziger Filter 40 bis 60 Liter Wasser verunreinigen kann; manche wissenschaftliche Einschätzungen gehen von bis zu 1.000 Litern aus. In Gelnhausen droht für das unachtsame Wegwerfen ein Bußgeld von 100 Euro.
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Über rein ehrenamtliche Initiativen hinaus gab es parallele Umweltprojekte. In Österreich sammelten rund 70 Restaurants von McDonald's am 20. September 2026 über zwei Tonnen Abfall, der anschließend getrennt und recycelt wurde. Managing Direktorin Ellen Staudenmayer erklärte, dass Umweltbewusstsein beim eigenen Handeln beginne.
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