WPS, Office

WPS Office: Tschechischer Geheimdienst warnt vor DatenflĂŒssen nach China

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 05:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de

NÚKIB warnt vor Industriespionage-Risiko durch Kingsoft-Software. EuropĂ€ische Alternativen wie Nextcloud und Proton gewinnen an Bedeutung.

Tschechische Behörde warnt vor WPS Office: Datenabfluss nach China
Menschen arbeiten an einer holografischen Schnittstelle mit Open-Source-Symbolen und Europakarte, Symbol fĂŒr digitale SouverĂ€nitĂ€t. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der tschechische Cybersicherheitsdienst NÚKIB hat vor der Nutzung von WPS Office gewarnt. Grund sind unkontrollierte DatenflĂŒsse nach China.

Die Warnung des Nationalen Cyber- und Informationssicherheitsamts (NÚKIB) vom heutigen Donnerstag richtet sich gegen die Software des chinesischen Herstellers Kingsoft Office. Die Behörde sieht erhebliche Risiken: Der Quellcode sei nicht öffentlich einsehbar, unabhĂ€ngige SicherheitsprĂŒfungen nicht möglich. Im Raum steht der Verdacht auf Industriespionage und unkontrollierte DatenĂŒbertragung nach China.

Deutsche LĂ€nder treiben Digitalisierung voran

Die Sicherheitsbedenken kommen nicht zufÀllig. Zeitgleich forcieren europÀische Regierungen den Abschied von proprietÀrer Software. Gestern gab Mecklenburg-Vorpommern bekannt, dem Beispiel Schleswig-Holsteins zu folgen: Der Nordosten stellt seine Verwaltung auf Open-Source-Lösungen um.

Im Fokus steht die Ablösung von Microsoft-Diensten durch Nextcloud. Die schrittweise EinfĂŒhrung zielt auf digitale SouverĂ€nitĂ€t – sichere Dateiverwaltung und Zusammenarbeit in einer kontrollierten Umgebung stehen im Vordergrund.

EuropÀische Alternativen im Aufwind

WÀhrend Konzerne wie Google und Microsoft den Markt dominieren, positionieren sich europÀische Anbieter als datenschutzfreundliche Optionen. Proton aus Genf hat sich zu einer Komplettlösung entwickelt: E-Mail, Cloud-Speicher, VPN und Passwort-Manager inklusive. Der KI-Chatbot Lumo ist ebenfalls an Bord. Das Unlimited-Paket kostet rund 120 Euro pro Jahr.

Anzeige

Neue Technologien und KI-Integrationen verĂ€ndern die Bedrohungslage fĂŒr Unternehmen massiv. Dieser kostenlose Report klĂ€rt auf, welche rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken Unternehmer jetzt kennen mĂŒssen, um ihre Infrastruktur proaktiv zu schĂŒtzen. Gratis Cyber-Security-E-Book herunterladen

FĂŒr Unternehmen bietet die Mitteldeutsche IT GmbH seit gestern eine Erweiterung ihrer Plattform „mIT Office" an. Die Gruppenlösung vereint E-Mail, Chat, Dateiaustausch und Aufgabenverwaltung. Basis ist OnlyOffice – mit 99,7 Prozent KompatibilitĂ€t zu Microsoft-365-Formaten. Der Dienst ist ab neun Euro pro Nutzer und Monat verfĂŒgbar und erfĂŒllt die DSGVO-Anforderungen.

Was Alternativen leisten – und wo sie haken

FĂŒr Privatnutzer und kleine Betriebe bleiben LibreOffice und Google Workspace die bekanntesten Alternativen zu Word und Excel. LibreOffice Writer und Calc decken grundlegende Funktionen ab und unterstĂŒtzen gĂ€ngige Formate wie DOCX, XLSX und PPTX. Ein Schwachpunkt: Der Dark Mode funktioniert bei bestehenden Dokumenten nicht so nahtlos wie in Microsoft 365.

Anzeige

Der Wechsel auf datenschutzkonforme Softwarelösungen ist oft der erste Schritt, um die strengen Dokumentationspflichten der DSGVO ĂŒberhaupt erfĂŒllen zu können. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie Ihr Verarbeitungsverzeichnis rechtssicher und zeitsparend erstellen. Kostenlose Excel-Vorlage fĂŒr das Verarbeitungsverzeichnis sichern

Google Workspace punktet weiterhin mit Echtzeit-Kollaboration – bleibt aber eine US-Cloud-Lösung. FĂŒr spezielle Aufgaben wie Notizen und Terminplanung drĂ€ngen neue Tools auf den Markt. Analysten haben gestern Lifestack als Konkurrenten zu Google Keep identifiziert. Die Funktion zur energiebewussten Terminplanung kostet monatlich rund sieben Euro.

Neue Gesetze verÀndern den Markt

Der Software-Umstieg fĂ€llt in eine Zeit verschĂ€rfter Regulierung. In Tschechien wurde gestern ein neues Cybersicherheitsgesetz diskutiert, das die europĂ€ische Cyber Resilience Act (CRA) umsetzt. Hersteller digitaler Produkte mĂŒssen kĂŒnftig „Security by Design" nachweisen.

Die erwartete NIS2-Richtlinie – voraussichtlich Ende 2025 in Kraft – wird mittelstĂ€ndische Unternehmen in regulierten Sektoren zwingen, mehr Verantwortung fĂŒr ihre digitale Infrastruktur zu ĂŒbernehmen.

Schulungsangebote fĂŒr den Wandel

Um den Umstieg zu erleichtern, starten im Juli 2026 erste Bildungsinitiativen. Angeboten werden EinfĂŒhrungskurse fĂŒr Microsoft Word sowie digitale Beschleunigerprogramme. Die Kosten: rund 185 Euro fĂŒr Zertifikatsvorbereitungen, bis zu 3.000 Euro fĂŒr umfassende Digitaltrainings.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wissenschaft | 69776745 |