Xbox-Preisschock: Microsoft hebt Series X ab August auf 800 Dollar
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 04:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Branchenexperten warnen vor einer historischen Knappheit.
Chipkonzerne fahren Rekordgewinne ein
Der weltweite Speichermarkt erlebt eine beispiellose Verknappung. SK-Hynix-Chef Kwak Noh-jung schlug am 10. Juli 2026 Alarm: Der Höhepunkt der Engpässe werde 2027 erwartet, die Nachfrage dürfte mindestens bis 2030 das Angebot übersteigen. Der koreanische Hersteller, der am selben Tag sein Nasdaq-Debüt feierte, legte am ersten Handelstag um 13,3 Prozent auf 168,85 Euro zu.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nach einem operativen Gewinn von 47 Billionen Won im Jahr 2025 steuert SK Hynix für das zweite Quartal 2026 auf geschätzte 65,5 Billionen Won zu. Auch Taiwans Nanya Technology meldete am 10. Juli eine Bruttomarge von 79,5 Prozent – die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM-Bausteine stiegen um über 70 Prozent. Der Konzern will seine Investitionen 2027 auf 6,2 Milliarden Euro vervierfachen. Micron plant für die USA bis 2035 sogar Investitionen von über 250 Milliarden Euro, rechnet aber frühestens 2028 mit einer Entspannung.
Verbraucher spüren die Preisrallye
Die hohen Speicherkosten treiben die Preise für Laptops, Smartphones und Spielekonsolen. Analysten schätzen, dass Arbeitsspeicher und SSDs inzwischen rund 35 Prozent der Herstellungskosten eines PCs ausmachen. Die Folgen sind auf dem gesamten Markt sichtbar:
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- Computer: Apples 13-Zoll M5 MacBook Air verteuerte sich in Südafrika von umgerechnet rund 1.000 auf 1.325 Euro. Das MacBook Neo stieg von etwa 600 auf 700 Euro. In den USA erhöhte Apple den Einstiegspreis des Mac mini bereits Anfang des Jahres von 599 auf 799 Dollar.
- Gaming: Microsoft hebt den Preis der 1TB Xbox Series X zum 1. August 2026 auf 800 Dollar an. In Europa kostet die PlayStation 5 bereits 100 Euro mehr als zu Jahresbeginn, Xbox-Konsolen in den Niederlanden werden im August um 50 Euro teurer.
- Mobilfunk: Samsungs Galaxy-A-Modelle kosten rund 50 Euro mehr als im Vorjahr. Analysten erwarten, dass günstige Android-Geräte unter 400 Dollar wegen der Komponentenkosten kaum noch profitabel zu produzieren sind.
Einige Hersteller reagieren mit Abstrichen bei der Ausstattung. Windows-Laptop-Anbieter liefern Geräte teilweise wieder mit nur 8 statt 16 Gigabyte RAM zum gleichen Preis aus. Samsung arbeitet Berichten vom 11. Juli zufolge an einer DRAM-freien PCIe-4.0-SSD für den Massenmarkt – ein Versuch, die explodierenden Speicherkosten zu umgehen.
Markt schrumpft – Inflation steigt
Die Preisrallye beginnt die Nachfrage zu bremsen. Laut IDC sanken die weltweiten PC-Auslieferungen im zweiten Quartal 2026 um 4,9 Prozent auf 62,8 Millionen Einheiten – das Ende einer zweijährigen Wachstumsphase. Gartner prognostiziert, dass DRAM- und SSD-Preise bis Jahresende um 130 Prozent steigen könnten, was die durchschnittlichen PC-Preise um 17 Prozent nach oben treiben würde.
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Die Folgen reichen weit über die Tech-Branche hinaus. Die US-Notenbank warnte, dass die explodierenden Speicherpreise bis zu 0,3 Prozentpunkte zum Kerninflationsindex PCE beitragen könnten. Im Mai 2026 lag dieser bei 3,4 Prozent, die Gesamtinflation bei 4,1 Prozent.
Branchenkenner rechnen damit, dass Verbraucher ihre Geräte künftig fünf bis sechs Jahre nutzen statt wie üblich drei bis vier. Zwar starten Händler wie Best Buy Mitte Juli Sonderaktionen, um Lagerbestände vor weiteren Preiserhöhungen abzubauen. Doch Analysten der UBS erwarten, dass die DRAM-Unterversorgung mindestens bis zum zweiten Quartal 2028 anhalten wird.
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