XPENG, Guangzhou

XPENG in Guangzhou: Level-4-Robotaxis dürfen zahlende Fahrgäste befördern

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Genehmigung ermöglicht XPENG einen stadtweiten Robotaxi-Demonstrationsbetrieb mit zahlenden Fahrgästen, beschränkt auf vorbereitete Fahrzeuge.
Eine moderne, leere Straßenkreuzung in Guangzhou während der goldenen Stunde mit zeitgenössischen Glasgebäuden im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Der chinesische Elektrofahrzeughersteller XPENG hat die offizielle Qualifikation für den Demonstrationsbetrieb von intelligent-vernetzten Fahrzeugen in Guangzhou erhalten. Damit darf das Unternehmen einen stadtweiten Demonstrationsbetrieb für autonome Fahrzeuge nach dem Automatisierungsgrad Level 4 aufnehmen.

Die Genehmigung erlaubt erstmals auch die Beförderung zahlender Fahrgäste und gilt als letzter großer Testschritt vor einer vollständigen kommerziellen Zulassung.

Mit diesem Schritt vollzieht XPENG den Übergang von der reinen Technologievalidierung zur Erprobung des operativen Betriebs und des Geschäftsmodells. Das Angebot läuft unter der neuen Robotaxi-Marke XPENG YOYO, die im Oktober 2026 vorgestellt wurde und für die in China bereits eine öffentliche Registrierung möglich ist. Als Basisfahrzeug dient das Modell XPENG GX.

Vision-Only-System und Full-Stack-Eigenentwicklung

Für die autonome Steuerung setzt XPENG auf vier eigens entwickelte Turing-AI-Chips mit einer kombinierten Rechenleistung von 3.000 TOPS sowie auf das VLA-2.0-Modell. Das System arbeitet rein kamerabasiert und kommt ohne Lidar-Sensoren oder hochauflösende Kartendaten aus. Nach eigenen Angaben des Unternehmens handelt es sich um das erste serienreife Robotaxi in China, das auf einer durchgehenden Eigenentwicklung aller Kernkomponenten basiert.

Der Freigabe gingen seit Jahresbeginn umfangreiche Vorbereitungen voraus. Diese umfassten Straßentests, den regulären Bandablauf in der Fertigung, interne Testphasen sowie Fernüberwachungstests ohne Sicherheitsfahrer auf dem Vordersitz. Bis August wurden in Guangzhou über 2.000 interne Testbestellungen abgewickelt. Der offizielle Markenname XPENG YOYO war am 8. Oktober 2026 festgelegt worden.

Testbetrieb mit Einladungscodes

In der Anfangsphase ist der Zugang zu den Fahrten über ein Mini-Programm auf Einladungscodes beschränkt, bevor das Angebot schrittweise ausgeweitet werden soll. Während des Demonstrationsbetriebs werden zentrale Prozesse wie die Auftragsabwicklung, Fahrzeugdisposition, Passagieraufnahme und -abgabe, allgemeine Serviceabläufe sowie das Verhalten in Ausnahmesituationen erprobt.

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Bislang hat XPENG weder konkrete Tarifregeln noch die geplante Flottengröße oder die exakten buchbaren Gebiete veröffentlicht. Die Genehmigung gilt ausschließlich für die speziell vorbereiteten Demonstrationsfahrzeuge und erlaubt keinen fahrerlosen Betrieb herkömmlicher Serien-GX-Modelle. Zudem ist die Zulassung auf das Stadtgebiet von Guangzhou begrenzt und berechtigt nicht zu Fahrten in Hongkong.

Rolle als Technologiepartner statt Flottenbetreiber

Strategisch positioniert sich XPENG nicht als klassischer Flottenbetreiber, sondern als Technologieanbieter und Plattformpartner. Erlöse sollen vorrangig über den Verkauf von Hardware, Technologiedienstleistungen sowie durch Umsatzbeteiligungen erzielt werden.

Langfristig plant das Unternehmen, seine Fahrzeugplattformen, Softwarelösungen und künstliche Intelligenz auch internationalen Partnern anzubieten. In Europa befindet sich das Unternehmen bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit mehreren Mobilitätsplattformen.

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Chairman He Xiaopeng rechnet damit, dass Genehmigungen für den Level-4-Betrieb in verschiedenen Ländern und Regionen schrittweise zwischen 2028 und 2032 erteilt werden. Für 2027 peilt XPENG einen regulären Fahrgastbetrieb gänzlich ohne Sicherheitsfahrer an Bord an.

Dynamisches Regulierungsumfeld in China

Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund eines stark regulierten, aber zügig wachsenden Testumfelds in China. Landesweit wurden bislang 90 Standards für intelligente vernetzte Fahrzeuge veröffentlicht und 62 Projektpläne aufgesetzt.

Zu den Rahmenbedingungen zählen 17 nationale Testzonen, 20 Modellstädte für die Vernetzung von Fahrzeug, Straße und Cloud sowie über 20.000 vergebene Testlizenzen. Die offenen Teststrecken umfassen 57.000 Kilometer mit mehr als 220 Millionen absolvierten Testkilometern. Bei Neufahrzeugen verfügen bereits über 70 Prozent über Fahrerassistenzsysteme nach Level 2.

Der Sektor hatte im Jahresverlauf auch Rückschläge erlebt: Nach einem Vorfall mit Fahrzeugen von Baidu in Wuhan waren im April neue Lizenzen für Robotaxis vorübergehend ausgesetzt worden. Die Behörden nahmen die Vergabe im Juli wieder auf, wobei das Unternehmen Momenta eine der ersten neuen Genehmigungen erhielt.

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