Xylit-Studie, Teilnehmer

Xylit-Studie: 17.700 Teilnehmer zeigen Herzinfarkt-Risiko-Verbindung

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 01:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschungen zu Sucralose, Stevia, Sorbitol und Xylit zeigen mögliche Gesundheitsbezüge, liefern aber keinen Beleg für ursächliche Zusammenhänge beim Menschen.

Süßstoffe: Studien zeigen Effekte auf Darmflora und Stoffwechsel
Mikroskopische Aufnahme von Darmgewebe mit komplexen Zellstrukturen und Mikroorganismen. Illustration mit AI erstellt.

Untersuchungen zu den Auswirkungen von Süßungsmitteln auf die Gesundheit liefern neue Erkenntnisse über deren Einfluss auf die Darmflora und den Metabolismus. Aktuelle Forschungsarbeiten, unter anderem von der Universität von Chile, deuten darauf hin, dass bestimmte Ersatzstoffe nicht nur das Mikrobiom verändern, sondern Effekte über Generationen hinweg zeigen könnten.

Langfristige Veränderungen durch Sucralose und Stevia

In einer Studie der Universität von Chile untersuchte ein Team um Francisca Concha die Auswirkungen von Sucralose und Stevia auf den Organismus. In der Untersuchung, die 47 Mäuse in drei Gruppen umfasste, stellten die Forscher fest, dass beide Süßungsmittel die Darmmikrobiota, den Stoffwechsel sowie bestimmte Gene veränderten.

Besonders auffällig war laut den Ergebnissen die Dauerhaftigkeit dieser Veränderungen. Bei der Gabe von Sucralose hielten die Effekte bis zu zwei Generationen an, während sie bei Stevia über eine Generation hinweg nachweisbar waren. Das Team betonte jedoch, dass trotz der beobachteten Veränderungen kein Diabetes auftrat. Zudem seien die Resultate dieser Maus-Studie nicht unmittelbar auf den Menschen übertragbar.

Stoffwechselrisiken durch Sorbitol und Xylit

Weitere Erkenntnisse zum Einfluss von Zuckeralkoholen auf die Leber und das Herz-Kreislauf-System stammen aus internationalen Forschungsreihen. Wissenschaftler der Washington University untersuchten an Zebrafischen den Abbau von Sorbitol.

Die in der Fachzeitschrift „Science Signaling“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass Sorbitol bei einer reduzierten Anzahl an Darmmikroben in die Leber wandert. Dort findet eine Umwandlung in Fruktose-1-phosphat statt, was die Entstehung einer Fettleber fördern kann.

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Normalerweise bauen Bakterien der Gattung Aeromonas Sorbitol im Darm ab. Ein übermäßiger Konsum könne daher bei einem gestörten Mikrobiom das Risiko für Lebererkrankungen erhöhen, wobei ein kausaler Beleg für den Menschen noch aussteht.

Parallel dazu wurden am 31. August 2026 auf dem ESC-Kongress Daten einer Beobachtungsstudie mit 17.700 Teilnehmern vorgestellt. Diese Untersuchung zeigte, dass die höchsten Xylit-Werte im Blut signifikant häufiger mit Herzinfarkten, Schlaganfällen und Todesfällen verbunden waren. Dieser Zusammenhang bestehe unabhängig von klassischen Risikofaktoren, stelle jedoch ebenfalls keinen Beweis für eine Kausalität dar.

Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation und Verbraucherhinweise

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Position zu Süßungsmitteln in den letzten Jahren präzisiert. Bereits am 15. Mai 2026 veröffentlichte die Organisation eine Richtlinie, in der sie von der Verwendung nicht-zuckerhaltiger Süßungsmittel zur Gewichtskontrolle oder zur Senkung des Risikos für nichtübertragbare Krankheiten abrät.

Diese Empfehlung umfasst Stoffe wie Acesulfam K, Aspartam, Advantam, Cyclamat, Neotam, Saccharin sowie Sucralose und Stevia. Hintergrund sind Beobachtungsstudien, die eine Korrelation mit einem höheren Body-Mass-Index (BMI) und einem steigenden Adipositasrisiko nahelegen.

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Zuvor hatte die WHO gemeinsam mit der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) im Jahr 2023 Aspartam als möglicherweise krebserregend eingestuft. Deutsche und europäische Behörden wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die EFSA sahen hingegen auf Basis der vorliegenden Daten kein akutes Risiko für Verbraucher.

Die erlaubte Tagesdosis (ADI) ist für eine 70 Kilogramm schwere Person erst bei einem Konsum von etwa 17 Dosen Diätlimonade (je 330 Milliliter mit 162 Milligramm Aspartam) erreicht.

Hinsichtlich der Wirksamkeit bei der Gewichtsreduktion lieferte die sogenannte SWEET-Studie differenzierte Ergebnisse. Während Erwachsene mit Süßstoffkonsum über ein Jahr hinweg 1,6 Kilogramm mehr Gewicht verloren als eine Vergleichsgruppe, konnten bei Kindern keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden.

Generell empfiehlt die WHO weiterhin, die Aufnahme von freiem Zucker auf unter 10 Prozent, idealerweise auf unter 5 Prozent der Gesamtenergiezufuhr zu begrenzen. Dies entspricht bei einer Ernährung von 2000 Kilokalorien etwa 25 bis 50 Gramm Zucker pro Tag.

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