Yogalehrer, Bali

Yogalehrer abgeschoben: Bali verschärft Regeln für illegale Retreats

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 09:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bali schiebt Yogalehrer ab, Thailand blockiert tausende Einreisen. Neue EU-Regeln erhöhen Transparenz für Pauschalreisen.

Asien verschärft Maßnahmen gegen illegale Wellness-Anbieter und Visumverstöße
Modernes Yoga-Studio in einer tropischen Umgebung mit Blick auf den Dschungel als Symbol für Wellness-Tourismus. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Indonesien und Thailand verschärfen massiv die Kontrollen gegen ausländische Wellness-Anbieter. Tourismusbehörden gehen zunehmend gegen Veranstalter vor, die ohne gültige Arbeitsgenehmigung Yoga- und Meditations-Retreats durchführen. Die Strafen sind hart: Geldbußen, Abschiebungen und jahrelange Einreiseverbote.

Abschiebung nach illegalem Bali-Retreat

Ein Fall aus Bali zeigt die strikte Linie der Behörden. Am 8. August wurde ein 55-jähriger australischer Yogalehrer aus Perth abgeschoben. Der Mann hatte vom 27. Juli bis 2. August ein siebentägiges Retreat mit dem Titel „7 Day Inner Growth“ in einer Luxusvilla in Buleleng organisiert. Sein Visum on Arrival berechtigte ihn jedoch nur zu touristischen Zwecken – nicht zur Ausübung beruflicher Tätigkeiten.

Die Einwanderungsbehörde von Singaraja stützte sich bei der Abschiebung und dem Einreiseverbot auf das Einwanderungsgesetz Nr. 6/2011. Der Vorfall ist Teil einer größeren Kontrollwelle: Einen Tag zuvor wiesen die Behörden zwei weitere Personen aus Indien und Singapur aus Bali aus. In Makassar nahmen Beamte zeitgleich neun Ausländer fest, die mit unpassenden Visa gewerbliche Dienstleistungen in Fotografie und Kosmetik angeboten hatten.

Thailand geht gegen Firmennetzwerke vor

Auch Thailand verstärkt den Druck. Zwischen Januar und Mai 2026 verweigerten die Behörden 29.490 Ausländern die Einreise – rund 200 pro Tag. Grundlage ist Section 12 des Immigration Act. Zwar stellt eine Einreiseverweigerung formal keine Abschiebung dar, doch bleibt der Vorgang dauerhaft in den Behörden-Datenbanken gespeichert.

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In Phuket geraten zudem komplexe Firmenstrukturen ins Visier der Ermittler. Anfang August kündigte der Innenminister an, gegen über 100 Unternehmen vorzugehen. Sie sollen als Strohmänner für ausländische Investoren gedient haben, um illegale Mietwagen-Services und sogenannte „Null-Dollar“-Touren zu verschleiern. Der geschätzte Umsatz: über 5 Milliarden Baht im Vorjahr.

EU verschärft Regeln für Pauschalreisen

Für europäische Wellness-Anbieter gewinnt auch die Regulierung auf EU-Ebene an Bedeutung. Im März verabschiedete das Europäische Parlament eine Änderungsrichtlinie zur EU-Pauschalreiserichtlinie. Ziel ist eine klarere Abgrenzung zwischen Pauschalreisen und Einzelleistungen sowie bessere Informationspflichten bei Einzelbuchungen.

Branchenverbände begrüßen die höhere Transparenz, warnen aber vor Liquiditätsrisiken bei Erstattungen in Krisenfällen. Die deutsche Umsetzung wird voraussichtlich 2029 beginnen.

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Grauzonen für private Kleinanbieter

Die Grenze zwischen erlaubter und unerlaubter Tätigkeit bleibt für viele Anbieter unklar. Während große Hotelketten ihre Angebote rechtlich absichern, operieren private Kleinstanbieter häufig in Grauzonen. Ein Fachanwalt für Reiserecht erklärt: Unbefugte Dienstleistungen in Naturschutzgebieten oder auf Privatgrundstücken haben weitaus gravierendere rechtliche Konsequenzen als etwa Verstöße gegen das Hausrecht. Bereits im Sommer 2026 führten illegale Aktivitäten von Touristen im Wartburgkreis und in den Dolomiten zu verstärkten Polizeikontrollen und Bußgeldern.

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