Zagreb, Europas

Zagreb: Europas erste fahrerlose Robotaxis starten Passagierservice

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Pony.ai und Verne bringen Europas ersten fahrerlosen Robotaxi-Dienst nach Zagreb und bereiten zugleich den europäischen Robotruck-Markt vor.

Pony.ai startet fahrerlose Robotaxi-Fahrten in Zagreb
Eine moderne, leere Stadtstraße in Zagreb bei Sonnenuntergang mit Blick auf zeitgenössische Architektur. Illustration mit AI erstellt.

In der kroatischen Hauptstadt Zagreb hat der Betrieb der ersten voll fahrerlosen Robotaxi-Passagierfahrten Europas begonnen. Das Technologieunternehmen Pony.ai und der Partner Verne setzen die autonom agierenden Fahrzeuge auf einer 22 Kilometer langen Route ein, die das Hauptquartier von Verne über das Geschäftsviertel mit dem Flughafen Franjo Tu?man verbindet. Die Buchung der Fahrten erfolgt über die Plattform Uber.

Technologische Premiere ohne Sicherheitsfahrer

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen handelt es sich um eine Premiere für den europäischen Markt, da der Betrieb vollständig ohne menschliche Sicherheitsfahrer im Fahrzeug erfolgt. Die eingesetzten Einheiten entsprechen dem Autonomie-Level 4. Zwar befindet sich kein Personal mehr am Steuer, doch gewährleistet eine Remote-Überwachung, dass bei Bedarf aus der Ferne in das Fahrgeschehen eingegriffen werden kann.

Technisch basieren die Fahrzeuge auf der siebten Generation (Gen-7) der L4-Plattform von Pony.ai. Diese nutzt die Rechenleistung von NVIDIA DRIVE AGX sowie das Betriebssystem DriveOS. Bevor der offizielle Passagierdienst startete, wurden auf der Route umfangreiche Tests durchgeführt.

Seit April 2026 legten die Fahrzeuge in Zagreb mehr als 200.000 Kilometer zurück und absolvierten mehrere Tausend Fahrten. Dabei erzielte der Dienst eine durchschnittliche Bewertung von 4,7 von 5 möglichen Punkten.

Skalierung und regulatorische Rahmenbedingungen

Das langfristige Ziel der Kooperation zwischen Pony.ai und Verne sieht den Einsatz von mehr als 2.000 Robotaxis in Europa vor. Allerdings unterliegt die Expansion regulatorischen Grenzen: Die EU-Typgenehmigung gemäß Artikel 41 ist derzeit auf 1.500 Einheiten pro Jahr begrenzt.

Unternehmensweit verweist Pony.ai auf eine Gesamtfahrleistung von mehr als 100 Millionen Kilometern im autonomen Modus, wovon über 40 Millionen Kilometer fahrerlos absolviert wurden. Neben dem neuen Standort in Kroatien betreibt das Unternehmen bereits fahrerlose Dienste in vier chinesischen Städten.

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In Zagreb fahren seit April 2026 voll fahrerlose Robotaxis auf einer 22-Kilometer-Route — mehr als 200.000 Kilometer und mehrere Tausend Fahrten ohne Sicherheitsfahrer an Bord. Wer als Flottenstratege jetzt die eigene Roadmap prüft, findet in diesem kostenlosen Leitfaden die regulatorischen Leitplanken und Kostenhebel für den europäischen Markt. Jetzt kostenlosen Flotten-Leitfaden anfordern

Bis Ende 2026 plant Pony.ai, die weltweite Flotte auf 3.500 Fahrzeuge in mehr als 20 Städten auszuweiten. Die Ankündigung der konkreten Passagiertests für Zagreb erfolgte laut Berichten am 10. September 2026.

Expansion in den Logistiksektor mit autonomen Lastkraftwagen

Parallel zum Ausbau der Personenbeförderung treibt Pony.ai die Automatisierung des Güterverkehrs voran. Auf der IAA Transportation in Hannover stellte das Unternehmen einen neuen Level-4-Robotruck vor, um den europäischen Verkaufsmarkt zu erschließen.

Der Robotruck der vierten Generation wurde gemeinsam mit GAC Commercial Vehicle auf Basis des Elektro-Lkw GAC T9 entwickelt. Ein im April 2026 geschlossener Kooperationsvertrag ermöglichte es, das Fahrzeug innerhalb von nur fünf Monaten zu validieren.

Das System verfügt über eine umfassende Sensorik zur 360-Grad-Erfassung, bestehend aus neun Lidar-Sensoren, drei Millimeterwellen-Radaren und 13 Kameras. Für die Betriebssicherheit ist das Fahrgestell in den Bereichen Bremsen, Lenkung, Stromversorgung und Sensorik vollständig redundant ausgelegt.

Kosteneffizienz und Markteinführung

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Die EU-Typgenehmigung nach Artikel 41 begrenzt den Markteintritt derzeit auf 1.500 Einheiten pro Jahr — während Pony.ai und Verne langfristig mehr als 2.000 Robotaxis in Europa planen. Wer die regulatorische Unsicherheit bei Level-4-Zulassungen nicht auf die eigene Bilanz durchschlagen lassen will, braucht einen belastbaren Compliance-Fahrplan. Level-4-Compliance-Checkliste jetzt sichern

Durch technologische Optimierungen konnten die Materialkosten für das autonome Fahrkit (ADK) im Vergleich zur Vorgängergeneration um 70 Prozent gesenkt werden. Pony.ai prognostiziert, dass die Transportkosten pro Tonnenkilometer um 30 Prozent sinken werden. Zudem soll der Energieverbrauch durch einen optimierten Luftwiderstandsbeiwert von 0,4 sowie spezielle Algorithmen um 10 Prozent niedriger ausfallen als bei konventionellen Lastkraftwagen.

Die Serienproduktion der Robotrucks ist für Ende 2026 geplant. Die Einsatzgebiete umfassen den Fernverkehr, die Logistikbranche sowie den Hafenbetrieb. Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen Straßentests und der weitere Rollout in Europa sowie im Nahen Osten folgen. Neben Kroatien ist Pony.ai bereits in Märkten wie Singapur, Südkorea, Luxemburg sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar aktiv.

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