Zahlungs-Apps: 1099-K-Meldeschwelle steigt auf 20.000 Dollar
20.06.2026 - 07:43:31 | boerse-global.de
Die US-Regierung hebt die Meldeschwellen für Zahlungs-Apps wieder an und verschärft die Kontrolle digitaler Vermögenswerte. Für Geschäftskunden ergeben sich zudem neue Möglichkeiten, Steuerzahlungen über Kreditkarten-Boni zu optimieren.
Höhere Freigrenzen für PayPal und Co.
Die Meldepflichten für Plattformen wie PayPal, Venmo und Etsy sind auf das alte Niveau zurückgekehrt. Seit der Verabschiedung des „One, Big, Beautiful Bill Act" am 4. Juli 2025 liegt die 1099-K-Meldeschwelle wieder bei 20.000 Dollar und 200 Transaktionen. Die geplante drastische Senkung auf 600 Dollar ist damit endgültig vom Tisch.
Anzeige: Die 1099-K-Schwelle liegt wieder bei 20.000 Dollar – das entlastet Gelegenheitsverkäufer. Doch Geschäftskunden können noch mehr herausholen: Mit einem Trick lassen sich IRS-Zahlungsgebühren als Softwareausgaben verbuchen und Kreditkarten-Boni nutzen. Unser Leitfaden zeigt, wie. Leitfaden zur Steueroptimierung jetzt anfordern
Die US-Steuerbehörde IRS bestätigte die rückwirkende Streichung der niedrigeren Schwelle. Für Gelegenheitsverkäufer und Nutzer digitaler Geldbörsen bedeutet das eine deutliche Entlastung – sie müssen nicht länger jede Kleinigkeit melden.
Steuerzahlungen clever verrechnen
Geschäftskunden können Zahlungsplattformen zudem strategisch für Steuerzahlungen nutzen. Wie aktuelle Nutzerberichte zeigen, lassen sich Transaktionsgebühren bei IRS-Zahlungen über PayPal oder ACI Payments unter bestimmten Voraussetzungen als Softwarekäufe verbuchen.
Ein konkretes Beispiel: Eine Gebühr von 37 Dollar auf eine Steuerzahlung von 2.000 Dollar wurde vom Kreditkartenanbieter als Softwareausgabe klassifiziert. Das füllte einen Teil des jährlichen 50-Dollar-Guthabens für Software- oder Werbeausgaben der Capital One Venture Business Card. Geschäftskunden können so die Kosten für Steuerzahlungen über Drittanbieter teilweise ausgleichen.
Strengere Regeln für Kryptowährungen
Die Aufsichtsbehörden ziehen die Zügel für Stablecoins und Kryptotransaktionen an. Am 18. Juni 2026 schlugen FinCEN und die???????? neue „Know Your Customer"-Regeln (KYC) für Stablecoin-Emittenten vor. Es ist die erste große Umsetzungsphase des GENIUS Act.
Die Vorschrift: Emittenten müssen ihre Kunden im Primärmarkt identifizieren. Sekundärmarkt-Transaktionen bleiben vorerst ausgenommen. Die 60-tägige öffentliche Kommentierungsfrist beginnt am 22. Juni 2026.
Bereits im Juni 2024 hatte der US-Steuergerichtshof im Fall Paschall v. Commissioner klargestellt: Belohnungen aus dem Staking von Kryptowährungen wie Cardano müssen zum Zeitpunkt des Erhalts als Einkommen versteuert werden. Das Urteil ist zwar anfechtbar, setzt aber einen wichtigen Präzedenzfall.
PayPal expandiert weltweit
Trotz neuer Regularien in den USA treibt PayPal seine globale Expansion voran. Im Juni 2026 startete der Dienst auf den Malediven – in Zusammenarbeit mit Ooredoo Fintechs Wallet m-Faisaa. Einheimische Nutzer können nun internationale Zahlungen empfangen.
In Großbritannien hatte PayPal bereits Ende 2025 seine Kryptodienste wiederbelebt. Nutzer können dort wieder Kryptowährungen kaufen, halten und verkaufen – inklusive des eigenen Stablecoins PYUSD.
In den USA gewinnt die „Fastlane"-Funktion an Fahrt. Der One-Click-Checkout ist nun bei Plattformen wie WooCommerce und BigCommerce verfügbar. Laut internen PayPal-Daten steigerte die Funktion die Abschlussrate bei Gastbestellungen um über 30 Prozent.
IRS soll digitaler werden
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Das Electronic Tax Administration Advisory Committee (ETAAC) legte am 17. Juni seinen Jahresbericht 2026 vor. Die 18 Empfehlungen zielen auf eine Modernisierung des IRS ab. Besonders dringlich: stabile, mehrjährige Finanzierung, denn die Belegschaft der Behörde ist seit Anfang 2025 um rund 25 Prozent geschrumpft.
Die Vorschläge im Einzelnen:
- Künstliche Intelligenz für Betrugserkennung und Bürgerservice ausbauen
- Transparenz-Dashboard für verantwortungsvollen KI-Einsatz einführen
- ITIN-Verfahren (Individual Taxpayer Identification Number) mit Online-Authentifizierung modernisieren
- Elektronische W-2-Formulare als Standard einführen
Die IRS-Führung hat den Bericht zur Kenntnis genommen und will die Empfehlungen prüfen – mit dem Ziel, digitale Dienste und Betrugsprävention zu verbessern.
