Zahnvorsorge, PflegebedĂŒrftigen

Zahnvorsorge bei PflegebedĂŒrftigen: Ambulant erreicht sie nur rund 3 Prozent

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ZahnĂ€rztliche PrĂ€vention erreicht Heimbewohner hĂ€ufiger, wĂ€hrend die Nutzung bei hĂ€uslich betreuten PflegebedĂŒrftigen niedrig bleibt.
Ein minimalistischer, leerer Krankenhausflur mit weichem Tageslicht und neutralen Farben. Illustration mit AI erstellt.

PflegebedĂŒrftige Menschen in Deutschland erhalten nach wie vor zu selten regelmĂ€ĂŸige zahnmedizinische Kontrollen. Wie die Krankenkasse Barmer in ihrem Zahnreport auf Basis von Abrechnungsdaten aus dem Jahr 2024 feststellt, klafft dabei insbesondere zwischen Heimbewohnern und ambulant betreuten Personen eine erhebliche LĂŒcke. Die Untersuchung stĂŒtzt sich bundesweit auf Daten von ĂŒber einem Viertel der bei der Barmer versicherten Pflegeheimbewohner.

Stagnation im hÀuslichen Bereich und Fortschritte im Heim

WĂ€hrend sich die Inanspruchnahme zahnĂ€rztlicher PrĂ€vention bei Bewohnern von Pflegeheimen im Zeitraum von 2019 bis 2024 auf ĂŒber 25 Prozent verdoppelt hat, verharrt die Entwicklung bei ambulant gepflegten Personen auf niedrigem Niveau. In dieser Gruppe stagniert die Inanspruchnahme bei rund 3 Prozent.

Die Erhebungen der Krankenkasse verdeutlichen dabei auch die Relevanz der Versorgungsstrukturen vor Ort: Im stationĂ€ren Bereich entfielen im Jahr 2024 insgesamt 79,6 Prozent der Mundgesundheitsleistungen auf Einrichtungen, die ĂŒber einen Kooperationsvertrag verfĂŒgen. Lediglich 1,7 Prozent der Leistungen wurden in Einrichtungen ohne eine solche Vereinbarung erbracht, wĂ€hrend 18,7 Prozent direkt in Zahnarztpraxen stattfanden.

ErgĂ€nzende Daten der KassenzahnĂ€rztlichen Bundesvereinigung (KZBV) unterstreichen diese Strukturen. Laut dem KZBV-Bericht fĂŒr 2024 wurden 535.035 PflegebedĂŒrftige und Menschen mit Behinderungen mit speziellen PrĂ€ventionsleistungen versorgt. Die Zahl der KooperationsvertrĂ€ge belief sich bundesweit auf 7.483, was einem Abdeckungsgrad der Pflegeheime von 41,3 Prozent entsprach.

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Deutliche regionale Unterschiede bei PflegebedĂŒrftigen

Die Barmer-Auswertung zeigt fĂŒr das Jahr 2024 ein starkes GefĂ€lle zwischen den BundeslĂ€ndern, das sich sowohl im ambulanten als auch im stationĂ€ren Bereich widerspiegelt.

Bei den ambulant versorgten PflegebedĂŒrftigen lag der Bundesschnitt der Inanspruchnahme zahnĂ€rztlicher PrĂ€vention bei 3,3 Prozent. An der Spitze lag Sachsen mit 9,0 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 6,2 Prozent, ThĂŒringen mit 5,6 Prozent und Brandenburg mit 5,3 Prozent.

Berlin verzeichnete 4,3 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern 4,2 Prozent. Deutlich unter dem Bundesdurchschnitt rangierten Bayern und Baden-WĂŒrttemberg mit jeweils 2,4 Prozent sowie Hessen mit 1,7 Prozent, das sich Rang 12 gemeinsam mit Rheinland-Pfalz teilte.

Im stationÀren Sektor lag der Bundesschnitt 2024 bei 34,6 Prozent. Auch hier offenbarten sich erhebliche Abweichungen zwischen den LÀndern:
- Berlin: 45,5 Prozent
- Hamburg: 42,7 Prozent
- Sachsen: 42,6 Prozent
- ThĂŒringen: 38,5 Prozent
- Sachsen-Anhalt: 33,5 Prozent
- Bayern: 30,9 Prozent
- Baden-WĂŒrttemberg: 29,8 Prozent
- Nordrhein-Westfalen: 29,5 Prozent
- Brandenburg: 28,3 Prozent
- Mecklenburg-Vorpommern: 26,9 Prozent
- Rheinland-Pfalz: 26,5 Prozent
- Hessen: 26,1 Prozent (Rang 12)
- Bremen: 24,8 Prozent
- Schleswig-Holstein: 21,2 Prozent
- Saarland: 19,6 Prozent
- Niedersachsen: 16,8 Prozent

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Die Daten zeichnen das Bild einer zahnmedizinischen Betreuung, die in Heimen durch strukturierte Kooperationen zunehmend greift, ambulant versorgte PflegebedĂŒrftige bislang jedoch nur in sehr geringem Umfang erreicht.

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