Zeitumstellung am 25. Oktober: So helfen Tageslicht und feste Schlafzeiten
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, werden die Uhren um eine Stunde von 3.00 auf 2.00 Uhr zurĂŒckgestellt und damit die Normalzeit wiederhergestellt.
Schlafexpertin Melanie Pesendorfer weist darauf hin, dass die innere Uhr des Menschen einige Tage benötigt, um diesen Wechsel zu verarbeiten. Personen, die bisher verlĂ€sslich um 6.00 Uhr aufgewacht sind, könnten in den ersten Tagen zunĂ€chst eine Stunde frĂŒher wach werden.
Nach EinschĂ€tzung von Pesendorfer ist dabei oft nicht die gewonnene Stunde die eigentliche Belastung, sondern die frĂŒher einsetzende Dunkelheit am Nachmittag. Neben Schichtarbeitern reagieren vor allem Ă€ltere Menschen und kleine Kinder sensibel auf den verĂ€nderten Takt.
Zur Entlastung empfiehlt die Expertin, die zusÀtzliche Stunde bewusst zum Schlafen zu nutzen, am Sonntag möglichst rasch nach dem Aufstehen ins Freie zu gehen und Stress zu vermeiden, da das Sonnenlicht als wichtigster biologischer Zeitgeber fungiert.
Anpassungsstrategien fĂŒr die innere Uhr
Schlafpsychologin Leona Rudolph betont, dass die Umstellung im Herbst von vielen Personen leichter verkraftet werde als jene im FrĂŒhjahr. Dennoch könne der Schlaf-Wach-Rhythmus vorĂŒbergehend aus dem Gleichgewicht geraten, wobei Menschen mit einem spĂ€ten Chronotyp hĂ€ufig lĂ€nger fĂŒr die Umgewöhnung benötigen.
Rudolph rĂ€t dazu, direkt nach dem Aufstehen fĂŒr 20 bis 30 Minuten das Tageslicht im Freien zu nutzen â selbst bei bewölktem Himmel. Zudem sei es ratsam, Schlaf- und Aufstehzeiten bereits zwei bis drei Tage im Voraus schrittweise um 15 bis 20 Minuten anzupassen und feste Zeiten beizubehalten.
Aus Sicht der Chronobiologie spreche generell mehr fĂŒr eine dauerhafte Normalzeit, da es bei einer ganzjĂ€hrigen Sommerzeit in Teilen Deutschlands im Winter bis etwa 9 Uhr morgens dunkel bliebe.
Schlafexperte Markus Kamps von der Premier Inn Sleep Academy unterstreicht, dass die innere Uhr maĂgeblich auf Licht, Mahlzeiten, Bewegung und wiederkehrende AblĂ€ufe reagiert. Laut einer von Premier Inn initiierten Schlafstudie geben lediglich 27,8 Prozent der Deutschen an, keine Schlafprobleme zu haben.
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Kamps empfiehlt, Zubettgeh- und Aufstehzeiten schrittweise um 15 bis 20 Minuten anzupassen, morgens Tageslicht zu suchen und abends helles Licht sowie Bildschirme zu meiden. Einzelne unruhige NĂ€chte seien kein Anlass zur Sorge; bei anhaltender MĂŒdigkeit sollte jedoch Ă€rztlicher Rat eingeholt werden.
Licht und Gewohnheiten gezielt steuern
Neurophysiologe Gerd Wirtz verweist auf eine 2024 im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichte Simulationsstudie. Dieser Modellrechnung zufolge dauerte die biologische Anpassung bei ausschlieĂlicher Innenbeleuchtung knapp acht Tage, wĂ€hrend sich die Zeitspanne mit einem halbstĂŒndigen Abendspaziergang auf unter drei Tage verkĂŒrzen lieĂ.
Wirtz rÀt, einige Tage vor der Umstellung jeden Abend etwa 15 Minuten spÀter ins Bett zu gehen sowie ab dem Nachmittag auf Koffein und eine Stunde vor dem Schlafen auf Bildschirme zu verzichten.
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Schlafmedizinerin Kneginja Richter empfiehlt eine Sieben-Tage-Schritt-Methode mit tÀglichen Verschiebungen um 10 bis 15 Minuten, den Verzicht auf Alkohol am Abend und mindestens 30 Minuten Aufenthalt an der frischen Luft.
Allgemein gehen Mediziner davon aus, dass die körperliche Anpassung etwa 8 bis 14 Tage beansprucht. Verkehrsexperten mahnen zudem zur Vorsicht im StraĂenverkehr, da die nun frĂŒher einsetzende AbenddĂ€mmerung das Unfallrisiko erhöht, insbesondere mit Blick auf WildunfĂ€lle.
Debatte um das Ende der Zeitumstellung
Auf europÀischer Ebene liegt das Thema seit Jahren auf Eis. Die EU-Kommission legte 2018 einen Vorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vor, dem das EU-Parlament 2019 zustimmte. Eine erforderliche Einigung unter den Mitgliedstaaten steht jedoch weiterhin aus.
Bei einer damaligen Online-Konsultation hatten sich 84 Prozent der rund 4,6 Millionen Teilnehmer fĂŒr das Ende der Umstellung ausgesprochen, darunter drei Millionen Stimmen aus Deutschland. Auf internationaler Ebene schuf Marokko im September 2026 Fakten und kehrte dauerhaft zur Normalzeit zurĂŒck. In Deutschland ist der nĂ€chste Wechsel bereits festgelegt: Die Sommerzeit 2027 beginnt am 28. MĂ€rz.
