Ziltivekimab-Studie: Novo Nordisk verliert Milliardenmarkt
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der dĂ€nische Pharmakonzern Novo Nordisk hat einen schweren RĂŒckschlag erlitten. Der Wirkstoff Ziltivekimab verfehlte in der entscheidenden Phase-III-Studie seine Ziele. Damit gerĂ€t die Strategie des Unternehmens, sich neben Diabetes und Adipositas auch im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu etablieren, ins Wanken.
ZEUS-Studie: Kein Vorteil gegenĂŒber Placebo
Die Studie mit dem Namen ZEUS untersuchte den Wirkstoff bei 6.385 Patienten mit atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Nierenerkrankungen und erhöhten EntzĂŒndungswerten. Die Teilnehmer erhielten monatlich 15 Milligramm Ziltivekimab.
Das Ergebnis ist ernĂŒchternd: Der primĂ€re Endpunkt â eine signifikante Reduktion schwerwiegender kardiovaskulĂ€rer Ereignisse wie Herzinfarkte oder SchlaganfĂ€lle â wurde nicht erreicht. Mit einer Hazard Ratio von 0,99 (Konfidenzintervall 0,88 bis 1,11) zeigte der Wirkstoff nahezu keinen klinischen Vorteil gegenĂŒber Placebo. Zwar bestĂ€tigten die Daten die biologische Wirksamkeit durch eine Senkung von EntzĂŒndungsmarkern wie dem C-reaktiven Protein, doch schlug sich das nicht in einer besseren Prognose fĂŒr die Patienten nieder. ZusĂ€tzlich traten unter der Behandlung hĂ€ufiger schwerwiegende Infektionen auf. Bei der GesamtmortalitĂ€t gab es keinen statistischen Unterschied.
Martin Holst Lange, Chief Scientific Officer von Novo Nordisk, nannte das Ergebnis âenttĂ€uschendâ, betonte jedoch, das strategische Engagement im Bereich kardiovaskulĂ€rer Erkrankungen bleibe bestehen.
Aktie stĂŒrzt ab â Milliardenmarkt gefĂ€hrdet
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Die Nachricht lieĂ den Aktienkurs von Novo Nordisk am 31. Juli deutlich einbrechen. Das Papier verlor rund 7,7 Prozent auf 305,40 DĂ€nische Kronen, zwischenzeitlich sogar bis zu 10 Prozent. Branchenbeobachter sehen einen potenziellen Milliardenmarkt in Gefahr: Marktprognosen hatten fĂŒr Ziltivekimab jĂ€hrliche UmsĂ€tze von bis zu 10 Milliarden DKK bis 2032 in Aussicht gestellt.
FĂŒr das dritte Quartal kĂŒndigte das Unternehmen eine nicht-barmittelwirksame Wertberichtigung an. Den Finanzausblick fĂŒr das Gesamtjahr 2026 bestĂ€tigte die FĂŒhrung jedoch. Ziltivekimab war Teil einer Expansionsstrategie, die 2020 mit der Ăbernahme von Corvidia Therapeutics fĂŒr 725 Millionen US-Dollar Vorauszahlung begann. Der Fehlschlag erhöht nun den Druck, alternative Akquisitionen oder Kooperationen zu prĂŒfen.
Zwei weitere Studien laufen weiter
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Ganz aufgegeben ist der Wirkstoff noch nicht. Die Studien HERMES und ARTEMIS untersuchen Ziltivekimab in anderen kardiovaskulÀren Indikationen. Ergebnisse erwartet das Unternehmen im ersten Halbjahr 2027.
Die Reaktionen der Analysten fallen unterschiedlich aus. JPMorgan sieht durch das Scheitern erhebliches Umsatzpotenzial verloren. Citi und Jefferies halten den Kurssturz dagegen fĂŒr teilweise ĂŒberzogen. Die vollstĂ€ndigen Studienergebnisse will Novo Nordisk auf einem wissenschaftlichen Fachmeeting im Laufe des Jahres prĂ€sentieren. Anleger richten ihren Blick nun auf den 5. August: Dann legt der Konzern seine GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das zweite Quartal vor.
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