Zondacrypto-Kollaps, Olympia-Chef

Zondacrypto-Kollaps: Olympia-Chef wegen Betrugs festgenommen

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Polens Behörden nahmen Rados?aw Piesiewicz fest; parallel wurde die Betreiberfirma insolvent. Gläubiger müssen Forderungen bis 27. Oktober anmelden.

Zondacrypto-Kollaps: Olympia-Chef in Polen festgenommen
Eine luxuriöse Armbanduhr liegt auf einem Betonboden vor einem modernen Bürogebäude bei bewölktem Himmel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Rahmen der Ermittlungen zum Kollaps der Handelsplattform Zondacrypto haben polnische Behörden den Präsidenten des Polnischen Olympischen Komitees, Rados?aw Piesiewicz, festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Sportfunktionär vor, unentgeltliche Protektion gewährt und im Rahmen der Unternehmenskrise ausgewählte Gläubiger zum Nachteil anderer Beteiligter befriedigt zu haben. Bei einer Verurteilung droht Piesiewicz eine Haftstrafe von bis zu acht Jahren.

Die Festnahme wurde durch das Zentrale Büro zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (CBZC) vollzogen. Nach Berichten polnischer Medien erfolgte im Anschluss ein Verhör in Katowice. Die Ermittlungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Verschwinden von Sylwester Suszko und wurden bereits Mitte April offiziell eingeleitet.

Vorwurf der Vorzugsbehandlung und wertvolle Geschenke

Ein zentraler Aspekt der Untersuchungen betrifft die finanzielle Abwicklung zwischen Piesiewicz und der kollabierten Krypto-Plattform. Laut Berichten soll der Olympia-Chef sein gesamtes eingesetztes Kapital von Zondacrypto zurückerhalten haben, während andere Kunden leer ausgingen.

Zudem steht der Vorwurf im Raum, Piesiewicz habe von Przemys?aw Kral eine Luxusuhr als Geschenk erhalten. Die Angaben zum Wert des Objekts belaufen sich je nach Quellenlage auf 40.000 Euro beziehungsweise 46.605 US-Dollar.

Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, die Ermittlungen nun verstärkt auf mögliche politische Verbindungen auszuweiten. Der Fall hat bereits hohe Wellen in der polnischen Politik geschlagen.

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Marcin Przydacz, Minister in der Präsidialkanzlei, zog Parallelen zum früheren Finanzskandal um Amber Gold und verwies darauf, dass Zondacrypto massiv Werbung in Fernsehsendern geschaltet habe. Er betonte jedoch, dass keine Bedenken im direkten Umfeld von Präsident Nawrocki bestünden.

Insolvenzverfahren in Estland eingeleitet

Parallel zu den strafrechtlichen Verfolgungen in Polen schreitet die Abwicklung der Plattform auf juristischer Ebene voran. Das Bezirksgericht Harju in Tallinn erklärte am 27. August die Insolvenz der BB Trade Estonia OÜ, dem Betreiberunternehmen hinter Zondacrypto. Als Insolvenzverwalter wurde Margus Lentsius bestellt.

Für geschädigte Kunden und Investoren laufen nun wichtige Fristen an:
- Eine erste Gläubigerversammlung ist für den 17. September angesetzt.
- Forderungsanmeldungen müssen bis spätestens 27. Oktober eingereicht werden.

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Der wirtschaftliche Schaden ist erheblich. Branchenbeobachter beziffern die Kundenverluste auf mindestens 94 Mio. US-Dollar. Bereits im Juni hatten polnische Behörden der Plattform die Lizenz entzogen, nachdem Unregelmäßigkeiten bekannt geworden waren.

Die Ermittler prüfen derzeit, inwieweit das Management der Plattform und externe Akteure wie Piesiewicz zusammengearbeitet haben, um Vermögenswerte vor dem Zugriff der breiten Masse an Gläubigern zu sichern. Das Verfahren gilt als einer der bedeutendsten Fälle von mutmaßlichem Betrug im Bereich digitaler Vermögenswerte in Osteuropa der letzten Jahre.

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