Zoox-Rückruf: Amazon zieht 105 Robotaxis wegen Rauch-Fehler
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bundesbehörden und Kommunen verschärfen die Kontrollen.
Rückrufaktion bei Zoox: Roboter-Taxis versagen im Ernstfall
Amazon-Tochter Zoox musste einen Software-Rückruf für ihre gesamte Flotte von 105 Robotaxis einleiten. Auslöser war ein gefährlicher Vorfall am 20. Juni: Ein fahrerloses Fahrzeug fuhr in eine verrauchte Unfallstelle hinein – trotz aktiver Löscharbeiten. Zwar bremste der Wagen schließlich und ein externer Operator übernahm die Kontrolle, doch die Behörden reagierten scharf.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA leitete am 8. Juli eine Rückrufaktion ein. Grund: eine „funktionale Unzulänglichkeit" der Software bei der Erkennung von Rauch. NHTSA-Direktor Jonathan Morrison schrieb in einem Brief, die Störung von Rettungskräften durch autonome Fahrzeuge sei „inakzeptabel". Man sehe ein klares Muster solcher Konflikte. Zoox brachte am 15. Juli ein Update auf die Straße – ausgerechnet während das Unternehmen eine bundesweite Ausnahmegenehmigung für den kommerels Betrieb von Fahrzeugen ohne Lenkrad beantragt.
Erst am vergangenen Freitag meldete Amazon zudem eine Störung an einem Lieferroboter. Details blieben zunächst offen.
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Klagen gegen Lieferroboter: Wenn der Helfer zur Gefahr wird
Auch die flinken Gehweg-Roboter geraten zunehmend ins Visier der Justiz. Eine Frau aus Arizona verklagte am 17. Juli den Hersteller Starship Technologies. Ihre Vorwürfe: Sie sei mehrfach von einem der Lieferroboter angefahren und verletzt worden. Ein Mann aus New Jersey bereitet derweil eine ähnliche Klage gegen Uber und einen weiteren Hersteller vor – nach einem Zusammenstoß beim Radfahren.
Starship Technologies reagiert unterdessen mit einer strategischen Neuausrichtung. Das Unternehmen zog seine Roboter vom Campus der Bowling Green State University ab, um sich auf den Lebensmittellieferdienst zu konzentrieren. In der britischen Stadt Stevenage soll im Spätsommer ein Pilotversuch starten. Die 70 Zentimeter langen Roboter transportieren zwei Einkaufstüten im Schritttempo – innerhalb eines festgelegten Gebiets. Der Stadtrat kann das Projekt jederzeit stoppen.
Neue Regeln in Washington: Genehmigung unter Auflagen
In der US-Hauptstadt Washington, D.C. erteilte die Verkehrsbehörde DDOT den Firmen Serve Robotics und Coco Robotics die Genehmigung für Gehweg-Lieferungen. Vorausgegangen war ein Test, bei dem die Roboter ihre Fähigkeit bewiesen, sicher um behinderte Fußgänger herumzunavigieren. Beide Unternehmen beliefern künftig Uber Eats; Coco arbeitet zudem mit DoorDash zusammen.
DoorDash selbst drängt auf den Markt in New Mexico. Am 14. Juli trafen sich Vertreter des Konzerns mit Abgeordneten, um den Einsatz des „Dot"-Lieferroboters zu besprechen. Das 160 Kilogramm schwere Fahrzeug transportiert bis zu 14 Kilo Fracht mit maximal 32 km/h – für Strecken von fünf bis acht Kilometern. Schon heute rollt der Dot in Phoenix und San Francisco.
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Das geplante Gesetz in New Mexico orientiert sich an Vorlagen aus Arizona, Louisiana und Tennessee. Gefordert: eine Haftpflichtversicherung von 100.000 Dollar. DoorDash betont, die Roboter seien für wenig profitable Kurzstrecken gedacht, die sich für menschliche Fahrer nicht lohnen. 2025 setzte das Unternehmen in New Mexico mit über 45.000 Fahrern mehr als 300 Millionen Dollar um – bei über zehn Millionen Bestellungen.
Branche trotzt der Krise: Milliardenprognosen für die Logistik
Trotz aller Pannen bleibt der Optimismus groß. Beratungsriesen wie McKinsey, PwC und die OECD prognostizieren der Automatisierung einen tiefgreifenden Wandel der Logistikbranche in den nächsten drei bis fünf Jahren. In China rollen autonome Lieferfahrzeuge und Robotaxis längst im großen Stil. Die Botschaft ist klar: Der Trend zur automatisierten letzten Meile ist ungebrochen – auch wenn der Weg dorthin steiniger ist als gedacht.
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