Zuckerhaltige Getränke: Täglicher Konsum ist mit 2,45-fachem Magenkrebsrisiko verbunden
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zuckerhaltige Getränke stehen erneut im Fokus der Krebsforschung. Eine Beobachtungsstudie des Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School, vorab in der Fachzeitschrift Gastro Hep Advances veröffentlicht, bringt den täglichen Konsum solcher Getränke mit einem deutlich erhöhten Magenkrebsrisiko in Verbindung.
Parallel wächst in der Ernährungsszene ein gegenläufiger Trend: der Verzehr rohen, monatelang gelagerten Fleisches, dessen gesundheitliche Gefahren Fachleute ausdrücklich betonen.
Deutlich erhöhtes Risiko bei täglichem Konsum
Für die Studie werteten die Forschenden Daten von 112.285 Beschäftigten im US-Gesundheitswesen aus. Im Beobachtungszeitraum erkrankten 278 Personen an Magenkrebs.
Wer mindestens ein zuckerhaltiges Getränk täglich zu sich nahm – in einer Menge von 240 Millilitern –, hatte demnach ein 2,45-fach höheres Magenkrebsrisiko im Vergleich zu Personen ohne entsprechenden Konsum. Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen war das Risiko etwa dreifach erhöht, bei Männern etwa doppelt so hoch.
Für kalorienarme, mit Süßstoffen gesüßte Getränke fanden die Wissenschaftler dagegen kein erhöhtes Magenkrebsrisiko. Auch in einer kleineren untersuchten Gruppe zeigte sich kein erhöhtes Darmkrebsrisiko bei diesen Produkten.
Ob Gelenkschmerzen, ständige Müdigkeit oder Verdauungsprobleme – oft stecken hinter den Symptomen unbemerkte Prozesse im Körper, die durch die tägliche Ernährung beeinflusst werden. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie mit den 12 stärksten natürlichen Entzündungs-Killern Ihr Wohlbefinden sanft steigern können. Kostenlosen Ratgeber zur antientzündlichen Ernährung sichern
Die Autoren weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass es sich um Beobachtungsdaten handelt, die keine ursächlichen Zusammenhänge belegen. Einschränkend kommt hinzu, dass die Konsumangaben auf Selbstauskünften beruhten und Daten zu einer Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori – einem bekannten Risikofaktor für Magenkrebs – fehlten.
Gegentrend: Rohes Fleisch als vermeintliches Gesundheitsversprechen
Während zuckerhaltige Getränke wissenschaftlich zunehmend kritisch bewertet werden, verbreitet sich in Teilen der Carnivore-Szene ein gegenläufiger Trend: das sogenannte „High Meat“.
Vor allem Männer essen dabei monatelang gelagertes rohes Fleisch in der Hoffnung auf mehr Energie, bessere Verdauung, Euphorie und höhere Testosteronwerte. Für diese Versprechen gibt es jedoch keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege, während der Verzehr selbst Gesundheitsgefahren birgt.
Eine Analyse von 1.169 Instagram-Beiträgen von 19 Creators aus der Carnivore-Szene ergab, dass Gesundheitsversprechen in diesem Umfeld häufig geäußert werden, klinische Studien zu den tatsächlichen Folgen der Ernährungsweise aber rar sind. Zu Hause gelagertes Fleisch kann zudem unvorhersehbare Mikroorganismen enthalten, darunter Verderbniserreger.
Wer sich mit dem Einfluss von Zucker auf die eigene Gesundheit befasst, übersieht im Alltag oft die versteckten Gefahren in vermeintlich harmlosen Lebensmitteln. Dieser kostenlose Guide enthüllt die 10 größten Zuckerfallen im Supermarkt und zeigt einfache Wege zu mehr Energie und einer ruhigeren Verdauung. Gratis-Ratgeber: Zuckerfrei genießen ohne Verzicht
Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) warnt in diesem Zusammenhang vor Campylobacter, Salmonellen und E. coli – gefährliche Keime, die sich nicht zuverlässig an Geruch, Geschmack oder Aussehen erkennen lassen.
Zwei gegenläufige Ernährungsphänomene, ein gemeinsamer Nenner
Beide Entwicklungen – der wissenschaftlich belegte Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Getränken und Magenkrebsrisiko einerseits, der unbelegte „High Meat“-Trend andererseits – verweisen auf eine ähnliche Herausforderung: die Kluft zwischen populären Ernährungspraktiken und tatsächlicher wissenschaftlicher Evidenz.
Während die Harvard-Studie auf einer breiten Datenbasis mit mehr als 112.000 Teilnehmenden beruht, stützt sich der „High Meat“-Trend im Wesentlichen auf anekdotische Erfahrungsberichte in sozialen Medien.
Für Konsumentinnen und Konsumenten liefert die aktuelle Forschung damit zumindest eine klare Botschaft in Bezug auf gesüßte Getränke: Der tägliche Konsum ist mit einem messbar höheren Magenkrebsrisiko verbunden, während kalorienarme, gesüßte Alternativen in den untersuchten Kohorten kein vergleichbares Risiko zeigten.
Beim „High Meat“-Trend hingegen fehlt es an belastbaren Daten zu den behaupteten Vorteilen – die gesundheitlichen Risiken durch unkontrollierte Keimbelastung sind hingegen von Behörden wie dem BLV klar benannt.
