Zuckerpause: 54 Prozent der Verzichtenden brechen nach vier Wochen ab
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer bewusste Umgang mit der eigenen ErnÀhrung gewinnt im Alltag vieler Menschen an Bedeutung. Eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem September 2026, an der 2.127 Erwachsene in Deutschland teilnahmen, zeichnet ein detailliertes Bild davon, wie die Bevölkerung mit industriell zugesetzten Zucker umgeht.
WĂ€hrend ein Viertel der Befragten angibt, dauerhaft auf diese ZusĂ€tze zu verzichten, wĂ€hlt eine Mehrheit zeitweise EinschrĂ€nkungen oder Ă€ndert die eigenen Gewohnheiten ĂŒberhaupt nicht.
Generationsunterschiede beim Konsumverhalten
Laut den Ergebnissen der Befragung verzichten 25 Prozent der Verbraucher in Deutschland dauerhaft auf industriell zugesetzten Zucker. DemgegenĂŒber steht ein Anteil von 37 Prozent, der zeitweise Verzicht ĂŒbt. Weitere 36 Prozent gaben an, nie auf zugesetzten Zucker zu verzichten.
Bei der Betrachtung der Altersgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. Der dauerhafte Verzicht ist bei den sogenannten Babyboomern am stÀrksten ausgeprÀgt: In dieser Gruppe meiden 36 Prozent den industriellen Zucker konsequent. Bei der Generation Z liegt dieser Wert bei 17 Prozent, wÀhrend es bei den Millennials 15 Prozent sind.
JĂŒngere Menschen setzen stattdessen hĂ€ufiger auf temporĂ€re Phasen: In der Generation Z berichten 51 Prozent von einem zeitweisen Verzicht, bei den Millennials sind es 47 Prozent. Bei der Generation X wiederum ist der Anteil jener, die nie auf zugesetzten Zucker verzichten, mit 39 Prozent am höchsten.
Begrenzte Dauer bei temporÀrem Verzicht
Diejenigen, die sich fĂŒr einen zeitweisen Verzicht entscheiden, halten diesen oft nur fĂŒr einen ĂŒberschaubaren Zeitraum durch. Insgesamt 54 Prozent der zeitweise Verzichtenden beenden ihre EinschrĂ€nkung nach maximal vier Wochen. Im Detail gaben 15 Prozent an, weniger als eine Woche durchzuhalten, 20 Prozent schaffen ein bis zwei Wochen und 19 Prozent verzichten drei bis vier Wochen.
LĂ€ngere Phasen gelingen einer Minderheit: 35 Prozent halten lĂ€nger als vier Wochen durch. Davon verzichten 19 Prozent zwischen einem und sechs Monaten und 16 Prozent ĂŒber einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten.
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Akzeptanz von Ersatzprodukten und Markttrends
Als Hilfsmittel beim Verzicht spielen zuckerfreie Alternativen eine relevante Rolle. Zero-Sugar-Produkte helfen 50 Prozent der Verzichtenden bei der Umsetzung ihrer Vorhaben. Gleichzeitig gaben 34 Prozent der Befragten an, keine derartigen Produkte zu konsumieren â davon meiden 13 Prozent diese speziell wĂ€hrend der Verzichtsphase und 21 Prozent generell. Zwölf Prozent sehen in diesen Alternativen keine Hilfe.
Bemerkenswert ist das Konsumverhalten nach Verzichtsform: Bei Personen, die dauerhaft verzichten, nutzen 33 Prozent keine Zero-Produkte. Bei den zeitweise Verzichtenden liegt dieser Anteil bei 12 Prozent.
Zudem unterscheiden sich die Einstellungen nach Geschlecht. MĂ€nner bewerten Zero-Sugar-Produkte zu 56 Prozent positiv, Frauen hingegen zu 44 Prozent. Dementsprechend nutzen 26 Prozent der Frauen keine solchen Produkte, verglichen mit 15 Prozent der MĂ€nner.
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Diese PrĂ€ferenzen spiegeln sich auch im Markt wider. Angaben von Nielsen IQ zufolge, ĂŒber die die GetrĂ€nke Zeitung berichtete, stieg der Absatz von Zero-Produkten im Jahr 2025 um 15,2 Prozent, was einem Marktanteilsgewinn von 1,2 Prozentpunkten entsprach. Zeitgleich ging der Absatz traditioneller zuckerhaltiger ErfrischungsgetrĂ€nke um 1 Prozent zurĂŒck.
Gesundheitsorganisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) betonen die Relevanz moderater Mengen und empfehlen, freie Zucker auf weniger als 10 Prozent der tĂ€glichen Energiezufuhr zu begrenzen, was etwa 50 Gramm pro Tag entspricht.
