Zuckersteuer, Diabetes-Fälle

Zuckersteuer ab 2027: 250.000 Diabetes-Fälle könnten verhindert werden

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 09:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die geplante Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke spaltet die Politik. Während die Bundesregierung die Abgabe ab 2027 einführen will, formiert sich innerhalb der Union massiver Widerstand.

Zuckersteuer ab 2027: Koalition plant Abgabe auf süße Getränke
Ein Glas Wasser neben einem Finanzdiagramm auf einem modernen Schreibtisch als Symbol für die Zuckersteuer-Debatte. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die geplante Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke spaltet die Politik. Während die Bundesregierung die Abgabe ab 2027 einführen will, formiert sich innerhalb der Union massiver Widerstand.

Konflikt in der CDU

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther treibt das Thema voran. Er plant für Anfang 2026 eine Bundesratsinitiative und will die Zuckersteuer auch auf dem CDU-Bundesparteitag im Februar zur Sprache bringen. Unterstützung bekommt er von seiner Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken, die auf positive Erfahrungen im Ausland verweist.

Ganz anders sieht das Sachsen-Anhalts Regierungschef Sven Schulze. Er lehnt die Abgabe strikt ab. Seine Begründung: Die Steuer werde weder das Gesundheitsbewusstsein der Menschen verändern noch dem Gesundheitswesen helfen. Auch nennenswerte Mehreinnahmen bezweifelt er.

Der Plan der Bundesregierung

Die schwarz-rote Koalition hat sich im Rahmen eines Sparpakets grundsätzlich auf die Einführung geeinigt. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bereitet den Gesetzentwurf vor. Gesundheitsministerin Nina Warken rechnet im ersten Jahr mit Steuereinnahmen von rund 650 Millionen Euro.

Die Ausgestaltung könnte sich an den Empfehlungen einer Expertenkommission orientieren. Sie schlug eine gestaffelte Abgabe vor:
- 26 Cent pro Liter bei mehr als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter
- 32 Cent pro Liter bei mehr als 8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter

Ziel ist es, ungesunde Produkte zu verteuern und Anreize für gesündere Ernährung zu schaffen. Gleichzeitig sollen die Krankenkassenbeiträge stabil bleiben.

Streit um den Zeitplan

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Kritik gibt es am vorgezogenen Starttermin. Der Unionsabgeordnete Axel Knoerig erinnert daran, dass die Expertenkommission ursprünglich den 1. Januar 2028 empfohlen hatte. Die Vorziehung auf 2027 gefährde die Planungssicherheit der Betriebe.

Die Abgeordnete Vanessa Zobel ergänzt: Der deutsche Staat habe kein Einnahmeproblem. Gegner warnen vor staatlicher Lenkung des Konsumverhaltens und pochen auf Eigenverantwortung. Offen ist zudem, ob die Einnahmen zweckgebunden verwendet werden sollen – etwa für Pflege oder das Rote Kreuz.

Was die Wissenschaft sagt

Befürworter verweisen auf Studien und internationale Beispiele. Eine Untersuchung der TU München aus dem Jahr 2023 prognostiziert: Eine deutliche Zuckerreduktion könnte rund 250.000 Fälle von Typ-2-Diabetes verhindern und Folgekosten von 16 Milliarden Euro einsparen. Marktforscher erwarten einen Konsumrückgang von bis zu 20 Prozent.

Internationale Vorbilder gibt es seit Jahren:
- Ungarn (seit 2011)
- Frankreich (seit 2012)
- Mexiko (seit 2014)
- Großbritannien (seit 2018)

In Großbritannien senkten viele Hersteller den Zuckergehalt ihrer Getränke, um die Steuer zu vermeiden. Die Folge: sinkende Zahlen fettleibiger Kinder.

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Was auf Verbraucher zukommt

Die Einführung würde spürbare Preissteigerungen bedeuten. Eine 0,5-Liter-Flasche Cola könnte sich um 10 bis 30 Cent verteuern, 1,5 Liter Eistee um etwa 44 Cent. Eine Dose Red Bull würde voraussichtlich 7 Cent teurer werden.

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