Zuckersteuer, Normalisierter

Zuckersteuer: Normalisierter Blutzucker senkt Herzinfarkt-Risiko um 42%

26.06.2026 - 18:03:59 | boerse-global.de

Die Bundesregierung führt ab 2028 eine gestaffelte Abgabe auf zuckerhaltige Getränke ein. Mediziner begrüßen die Maßnahme, die Industrie übt Kritik.

Bundesregierung plant gestaffelte Zuckersteuer auf Getränke ab 2028
Zuckersteuer - Ein Glas mit einem sprudelnden, zuckerhaltigen Getränk und einem sich auflösenden Zuckerwürfel, im Hintergrund ein Regierungsgebäude. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Vorhaben ist Teil eines Pakets zur Förderung gesünderer Ernährung.

Mediziner begrüßen die Pläne

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) unterstützt die Ankündigung ausdrücklich. Präsidentin Eva Hummers betonte am Freitag, eine solche Steuer sei längst überfällig.

Auch Präventionsexpertin Bettina Engel wies darauf hin: Hausärzte sehen in der Praxis täglich die Folgen von übermäßigem Zuckerkonsum.

Die DEGAM fordert zusätzlich klarere Kennzeichnungspflichten und Hinweise auf das Suchtpotenzial zuckerhaltiger Produkte. Dr. Ilja Karl ergänzte, der Staat trage eine ähnliche Verantwortung für gesunde Nahrungsmittel wie bei anderen Suchtmitteln.

So soll die Steuer aussehen

SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis schlägt eine Staffelung vor: Ab 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter soll ein Aufschlag von 20 Cent pro Liter fällig werden. Bei mehr als 8 Gramm steigt der Aufschlag auf 30 Cent.

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Modellrechnungen versprechen erhebliche Einsparungen: Über 20 Jahre könnte das Gesundheitssystem um 10,8 bis 16 Milliarden Euro entlastet werden.

Industrie und Umweltamt warnen

Die Ernährungsindustrie wehrt sich gegen die Pläne. Südzucker meldete für 2025/26 einen deutlichen Ergebnisrückgang: Das EBITDA fiel von 723 auf 535 Millionen Euro, das Zuckersegment schrieb Verlust. CEO Niels Pörksen verwies auf zollfreie Importe und die schwierige Lage im EU-Markt.

Das Umweltbundesamt warnte am Donnerstag vor ökologischen Nebenwirkungen. Die Behörde sieht Probleme bei der Trinkwasseraufbereitung durch mögliche Änderungen in den Produktionsprozessen. Kritiker befürchten zudem, der Staat entwickle sich zur bevormundenden Instanz.

Gesundheitliche Fakten untermauern die Debatte

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Aktuelle Analysen aus Juni 2026 zeigen: Eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels bei Prädiabetes senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um 42 Prozent. Eine Reduktion des Bauchfetts um zehn Prozent verringert das Diabetesrisiko um 28 Prozent.

Parallel zur Zuckersteuer bereitet Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) ein Verbot von 13 Zusatzstoffen in E-Zigaretten vor – darunter Menthol, Propylenglykol und pflanzliches Glycerin. Auch hier stellen Branchenverbände die wissenschaftliche Grundlage infrage.

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