Zwei-Faktor-Authentifizierung: Warum SMS-Codes keinen vollen Schutz bieten
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 06:25 Uhr | Redaktion boerse-global.deZur Sicherung von Finanzmitteln auf MobilgerĂ€ten gewinnt die Zwei-Faktor-Authentifizierung an Bedeutung. Laut einem Bericht vom 1. November 2026 empfahl ein Dozent der FinanzuniversitĂ€t bei der Regierung der Russischen Föderation die durchgĂ€ngige Aktivierung entsprechender Sicherheitsabfragen fĂŒr Bank-Applikationen.
Das Verfahren erfordert beim Kontozugriff neben dem Wissen â etwa einem Passwort â zwingend einen zweiten Faktor aus der Kategorie des Besitzes. Dazu zĂ€hlen gerĂ€teseitige BestĂ€tigungen auf einem ZweitgerĂ€t, biometrische Merkmale wie der Fingerabdruck oder separat generierte Codes.
Gleichzeitig wies der Finanzexperte darauf hin, dass ein per SMS versandter Einmalcode zwar eine zusĂ€tzliche HĂŒrde darstelle, jedoch keine vollstĂ€ndige Sicherheitsgarantie biete.
Derartige Codes dĂŒrften grundsĂ€tzlich nicht an Dritte weitergegeben werden. Zudem stoĂe auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung an Grenzen, sobald Betroffene durch TĂ€uschung dazu gebracht werden, Ăberweisungen eigenhĂ€ndig an Kriminelle auszufĂŒhren.
Das Innenministerium der Russischen Föderation warnte in diesem Zusammenhang vor betrĂŒgerischen Benachrichtigungen ĂŒber vermeintliche versteckte Online-Abonnements, mit denen Angreifer ĂŒber Phishing-Verweise versuchten, an die SMS-BestĂ€tigungscodes der Opfer zu gelangen.
Behörden und Sicherheitsstellen warnen vor Angriffswegen
Auch internationale Behörden mahnen zu erhöhter Achtsamkeit beim digitalen IdentitÀtsschutz. Im Rahmen des Monats der Cybersicherheit erklÀrte das Innenministerium der Ukraine in einer Mitteilung vom 31. Oktober 2026, dass Angreifer selbst bei kompromittierten Passwörtern eine zusÀtzliche Autorisierung benötigen, was unbefugte Zugriffe erheblich erschwere.
Das Ministerium verwies auf eigene Empfehlungen zur Wahl zuverlĂ€ssiger Authentifizierungsmethoden sowie auf Veröffentlichungen zur Cyberhygiene des Staatlichen Sonderdienstes fĂŒr Kommunikation.
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In der Schweiz fĂŒhrten die Kantonspolizei Tessin und die Organisation Pro Senectute im Oktober 2026 Informationsveranstaltungen in Faido, Bedano, Mendrisio sowie in Augio im Calancatal durch, letztere unterstĂŒtzt durch die Kantonspolizei GraubĂŒnden.
FĂŒr November 2026 kĂŒndigten die Stellen weitere Termine unter anderem in Gambarogno, Lugano, Cugnasco und Maggia an. Die Ermittler rieten dazu, unerwartete Links, QR-Codes sowie unaufgeforderte AnmeldebestĂ€tigungen abzuweisen, separate Passwörter zu verwenden und keinesfalls Bargeld an angebliche Bank- oder Polizeivertreter zu ĂŒbergeben.
Grenzen klassischer Einmalkennwörter
Das britische National Cyber Security Centre sprach sich auf der Fachtagung CYBERUK in Glasgow dafĂŒr aus, anstelle herkömmlicher Passwörter und Einmalkennwörter verstĂ€rkt auf Passkeys zu setzen, sofern Dienste dies unterstĂŒtzen.
Die auf FIDO2-Kryptografie basierende Technik nutze PINs, Gesichtserkennung oder FingerabdrĂŒcke direkt auf dem EndgerĂ€t, ohne dass vertrauliche Anmeldedaten an Webseiten ĂŒbertragen werden.SMS-Codes, E-Mail-Einmalkennwörter und Push-Nachrichten blieben anfĂ€llig fĂŒr Phishing-Attacken.
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Kriminelle Akteure nutzen diverse Techniken, um Konten auch ohne Passwörter zu kompromittieren. Dazu zĂ€hlen der Diebstahl aktiver Sitzungstokens, bösartige Browser-Erweiterungen, SIM-Karten-Ăbernahmen oder das gezielte Ăberfluten von Nutzern mit Login-Freigaben.
Zudem warnte die US-Bundespolizei FBI im September 2026 davor, dass Kriminelle ĂŒber manipuliertes Rechte-Phishing bei Drittanbieter-Anbindungen Zugriffe teils selbst nach einer Ănderung des regulĂ€ren Passworts aufrechterhalten können.
Sicherheitsanalysten raten vor diesem Hintergrund, aktive Sitzungen regelmĂ€Ăig zu ĂŒberprĂŒfen, Berechtigungen externer Anwendungen einzuschrĂ€nken und bei AnmeldebestĂ€tigungen auf Authenticator-Apps zurĂŒckzugreifen. Bei Softwarelösungen kommt es dabei auch auf zeitnahe Aktualisierungen an.
So schloss Microsoft nach Hinweisen des Unternehmens Enclave eine Schwachstelle im Android-Ableger seiner Authenticator-App ab Version 6.2606.4246, ĂŒber die manipulierte Anwendungen zuvor Zugriffstoken ohne Sonderrechte abfangen konnten.
Parallel berichteten PlayStation-Nutzer ĂŒber Support-Tricks zur Umgehung von Schutzmechanismen, woraufhin Betroffenen die Kontrolle von TransaktionsverlĂ€ufen und Kontoeinstellungen nahegelegt wurde.
