Zum Verwechseln Àhnlich: Seepferdchen zwischen Weichkorallen
26.08.2025 - 11:18:58Mit einer GröĂe von etwa zwei Zentimetern zĂ€hlen Zwerg-Seepferdchen - auch PygmĂ€enseepferdchen genannt - zu den kleinsten Wirbeltieren weltweit. Und man muss schon sehr genau hinblicken, um die winzigen Tierchen in ihrem natĂŒrlichen Lebensraum auszumachen: Denn diese Seepferdchen leben im Verbund mit Gorgonien-Weichkorallen der Gattung Muricella, an denen sie sich mit dem Schwanz festhalten - und denen sie zum Verwechseln Ă€hnlich sehen.
Wie Zwerg-Seepferdchen (Hippocampus bargibanti) diese fast perfekte Tarnung an ihre Gastgeber bewerkstelligen, hat nun ein internationales Forschungsteam um Qiang Lin vom South China Sea Institute of Oceanology und Axel Meyer von der UniversitĂ€t Konstanz ergrĂŒndet. Nach Erbgutanalysen schreibt die Gruppe im Fachjournal «PNAS», dass etwa die sehr verkĂŒrzten Schnauzen dieser Seepferdchen, die sich kaum von den Polypen der Korallen unterscheiden, auf bestimmten genetischen VerĂ€nderungen basieren - unter anderem auf einem Funktionsverlust des Gens hoxa2b.
Ein Liebling von UnterwasserfotografenÂ
Gleichzeitig machen genetische Anpassungen die Seepferdchen widerstandsfĂ€hig gegen Gifte der Koralle. Zudem ermöglichten es antimikrobielle Stoffwechselprodukte der Korallen, dass die Seepferdchen eine ganze Reihe von Genen fĂŒr das Immunsystem nicht mehr brĂ€uchten. Mit dieser sehr engen Form der Symbiose seien die Seepferdchen fest an ihre Gastgeber gebunden, notiert die Gruppe.
Lebensraum der Tiere sind Pazifik-Areale in SĂŒdostasien und Ozeanien. «Wegen seiner bemerkenswerten Verkleinerung und Tarnung ist das charismatische Zwerg-Seepferdchen ein Liebling von Unterwasserfotografen geworden», schreibt die Gruppe. Allerdings sei das Idyll bedroht: Denn Korallenbleichen und die Versauerung der Ozeane bedrohen die Korallen und damit auch ihre winzigen GĂ€ste. Erst kĂŒrzlich berichteten Behörden von Rekord-Korallenbleichen um Australien.


