Nahost, Israel

Israel setzt Kampf gegen Hamas fort - Mehr als 1000 Tote

09.10.2023 - 07:00:58

Bei dem verheerenden Hamas-Angriff auf Israel und den GegenschlÀgen sind bereits mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen. Noch immer sollen sich einige Hamas-KÀmpfer auf israelischem Boden befinden.

  • Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff ĂŒber Gaza-Stadt auf. - Foto: Fatima Shbair/AP/dpa

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  • PalĂ€stinenser inspizieren zerstörte GebĂ€ude in Rafah. - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa

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Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff ĂŒber Gaza-Stadt auf. - Foto: Fatima Shbair/AP/dpaPalĂ€stinenser inspizieren zerstörte GebĂ€ude in Rafah. - Foto: Abed Rahim Khatib/dpa

Auch zwei Tage nach dem beispiellosen Angriff der islamistischen Hamas auf Israel gehen die KĂ€mpfe weiter. Die israelische Luftwaffe bombardierte weitere Ziele der Hamas im Gazastreifen, wie Israels VerteidigungskrĂ€fte (IDF) am frĂŒhen Montagmorgen in ihrem Kanal im Nachrichtendienst Telegram mitteilten. Der Weltsicherheitsrat konnte sich bei einer Dringlichkeitssitzung am Sonntag (Ortszeit) laut US-Medienberichten auf keine einmĂŒtige Verurteilung der islamistischen Hamas verstĂ€ndigen.

Die USA verlegen als Reaktion auf den Konflikt den FlugzeugtrĂ€ger «USS Gerald R. Ford» und weitere Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer. Außerdem seien Vorbereitungen getroffen worden, um Luftwaffengeschwader der Air Force mit ihren Kampfjets in die Region zu verlegen, teilte das US-Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Israels StreitkrĂ€ften werde zusĂ€tzliche AusrĂŒstung und Munition zur VerfĂŒgung gestellt, erklĂ€rte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin.

Operative Einrichtung der Hamas im Visier

Man habe unter anderem ein GebĂ€ude angegriffen, in dem Angehörige der Hamas untergebracht waren, teilten die IDF mit. Zugleich seien mehrere Kommandozentralen der Hamas attackiert worden, darunter eine von Mahmad Kaschta, einem hochrangigen Mitglied der Marine. Zudem sei eine operative Einrichtung der Hamas ins Visier genommen, die sich in einer Moschee in der Stadt Dschabalia befunden habe, hieß es.

Die Hamas hatte am Samstagmorgen von Gaza aus ĂŒberraschend Raketenangriffe gegen Israel begonnen. Gleichzeitig drangen bewaffnete PalĂ€stinenser ĂŒber Land, See und Luft nach Israel vor und griffen Menschen in mehreren Orten in GrenznĂ€he an. Die Hamas benutze Zivilisten als «menschliche Schutzschilde», erklĂ€rten Israels VerteidigungskrĂ€fte am Montagmorgen in einem Beitrag auf der Plattform x (vormals Twitter). Zudem verstecke sie im Gazastreifen «terroristische Infrastruktur in zivilen Gebieten», «schĂ€ndet und verstĂŒmmelt» Leichen, töte «absichtlich Zivilisten», entfĂŒhre Zivilisten und halte sie als Geiseln, hieß es in einer mit Fotos versehenen Auflistung von «Kriegsverbrechen der Hamas».

Der UN-Sicherheitsrat tagte am Sonntag (Ortszeit) zu dem Konflikt, traf hinter verschlossenen TĂŒren jedoch keine BeschlĂŒsse, wie der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf Ratsmitglieder berichtete. «Ich möchte nicht nĂ€her darauf eingehen, was in dem Briefing wirklich besprochen wurde, aber es gibt eine ganze Reihe von LĂ€ndern, die die Angriffe der Hamas verurteilt haben», wurde der Vize-Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen, Robert Wood, zitiert. Offensichtlich hĂ€tten aber nicht alle LĂ€nder die Angriffe der Hamas verurteilt. Die USA hatten vor der Sitzung deutlich gemacht, dass sie eine Verurteilung der Hamas von allen Ratsmitgliedern erwarteten.

KĂ€mpfe im SĂŒden Israels dauern an

Ein israelischer MilitĂ€rsprecher bezifferte die Zahl der nach Israel eingedrungenen bewaffneten PalĂ€stinenser in der Nacht zum Montag auf etwa 1000. Sie waren am jĂŒdischen Feiertag Simchat Tora (Freude der Tora) in Orte eingedrungen und gingen auf der Suche nach Opfern von Haus zu Haus. Auf einem Festival-GelĂ€nde in der Negev-WĂŒste fanden EinsatzkrĂ€fte mindestens 260 Leichen, wie die Nachrichten-Website Ynet unter Berufung auf den Rettungsdienst Zaka am Sonntagabend berichtete. Die PalĂ€stinenser töteten nicht nur Hunderte Israelis, sondern verschleppten nach israelischen Angaben auch mehr als 100 Menschen, darunter Frauen, Kinder und Alte, in den Gazastreifen.

UngefĂ€hr 700 israelische Zivilisten und Soldaten seien getötet worden, teilte der MilitĂ€rsprecher mit. Mehr als 2380 weitere Menschen wurden nach Angaben des Gesundheitsministerium verletzt. Viele befĂ€nden sich in einem kritischen Zustand, weswegen die Zahl der Todesopfer weiter steigen könnte. Bei den Gegenangriffen des israelischen MilitĂ€rs kamen im Gazastreifen mindestens 436 Menschen ums Leben, wie das Gesundheitsministerium in Gaza am Sonntagabend mitteilte. Mehr als 2270 Menschen wurden verletzt. Die islamistische Hamas feuerte unterdessen am Sonntagabend weitere Raketen Richtung Israel ab. Im Großraum Tel Aviv und anderen StĂ€dten des Landes gab es Raketenalarm.

Die KĂ€mpfe im SĂŒden Israels dauerten unterdessen weiter an, erklĂ€rte der Sprecher der israelischen StreitkrĂ€fte. «Unsere Soldaten kĂ€mpfen und jagen weiter die letzten Terroristen, die sich noch innerhalb von Israels Territorium befinden». Bei Israels Vergeltungsangriffen im Gazastreifen wurde nach Angaben der UN auch eine Schule des UN-Hilfswerks fĂŒr PalĂ€stinensische FlĂŒchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) getroffen und schwer beschĂ€digt. Darin hĂ€tten sich mehr als 225 Menschen vor Angriffen in Sicherheit gebracht, teilte das Hilfswerk am Sonntag mit. Es seien aber keine Opfer gemeldet worden, hieß es.

@ dpa.de