Bolsonaro erklĂ€rt Eingriff an FuĂfessel mit Halluzinationen
23.11.2025 - 20:20:58Brasiliens Ex-PrĂ€sident Jair Bolsonaro hat die BeschĂ€digung seiner elektronischen FuĂfessel mit Halluzinationen infolge von Medikamenten erklĂ€rt und eine Fluchtabsicht bestritten. «Der Zeuge (Bolsonaro) erklĂ€rte, dass er eine "Halluzination" hatte, dass die FuĂfessel abgehört werde, und er daher versucht habe, die Abdeckung zu öffnen», zitierte das Nachrichtenportal «G1» aus dem Protokoll der Anhörung.
Der Ex-PrĂ€sident war am Samstagmorgen (Ortszeit) prĂ€ventiv festgenommen worden, nachdem ein Alarm des ĂberwachungsgerĂ€ts eine mögliche Manipulation angezeigt hatte. In einem spĂ€ter vom Gericht veröffentlichten Video gab er zu, mit einem Lötkolben an dem GerĂ€t gearbeitet zu haben - «aus Neugier», wie er sagte. Aufnahmen zeigen ein angeschmortes KunststoffgehĂ€use der FuĂfessel.
Bolsonaro: «Gewisse Paranoia» entwickelt
Der 70-JÀhrige gab laut Anhörung an, aufgrund der Medikamente «eine gewisse Paranoia» entwickelt und die Manipulation kurz nach Mitternacht begonnen zu haben. Danach sei er «wieder zur Vernunft gekommen» und habe aufgehört. Ein Durchtrennen der Fessel habe es nicht gegeben, auch eine Fluchtabsicht bestritt Bolsonaro demnach.
Die PrĂ€ventivhaft war vom Obersten Richter Alexandre de Moraes angeordnet worden. Als GrĂŒnde nannte er unter anderem die BeschĂ€digung des ĂberwachungsgerĂ€ts und eine Mahnwache vor Bolsonaros Haus, zu der dessen Sohn, Senator FlĂĄvio Bolsonaro, aufgerufen hatte. Ein mögliches Chaos hĂ€tte die Kontrolle des Hausarrests erschweren und eine Flucht erleichtern können, urteilte der Richter. Bolsonaro sagte den Berichten zufolge, dass die Mahnwache 700 Meter entfernt gewesen sei, sodass keine Fluchtmöglichkeit bestanden habe.
Bolsonaro war zuletzt wegen VerstöĂen gegen gerichtliche Auflagen im Hausarrest. Die PrĂ€ventivhaft ist nicht Teil der Vollstreckung der Strafe wegen eines versuchten Staatsstreichs, fĂŒr die er im September zu ĂŒber 27 Jahren Haft verurteilt worden war. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig, mit einer Vollstreckung wurde zuletzt kommende Woche gerechnet.





