Brasilien, Justiz

Bolsonaro erklĂ€rt Eingriff an Fußfessel mit Halluzinationen

23.11.2025 - 20:20:58

Brasiliens Ex-PrĂ€sident wird festgenommen - und rĂ€umt ein, seine Fußfessel im Hausarrest angeschmort zu haben. Bei einer Anhörung erklĂ€rt er, warum er nachts zum Lötkolben griff.

  • Bolsonaro stand wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen gerichtliche Auflagen unter Hausarrest. (Archivbild) - Foto: Luis Nova/AP/dpa

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  • Bolsonaros Sohn Flavio trat bei einer Mahnwache vor dem Haus seines Vaters auf. - Foto: Eraldo Peres/AP/dpa

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Bolsonaro stand wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen gerichtliche Auflagen unter Hausarrest. (Archivbild) - Foto: Luis Nova/AP/dpaBolsonaros Sohn Flavio trat bei einer Mahnwache vor dem Haus seines Vaters auf. - Foto: Eraldo Peres/AP/dpa

Brasiliens Ex-PrĂ€sident Jair Bolsonaro hat die BeschĂ€digung seiner elektronischen Fußfessel mit Halluzinationen infolge von Medikamenten erklĂ€rt und eine Fluchtabsicht bestritten. «Der Zeuge (Bolsonaro) erklĂ€rte, dass er eine "Halluzination" hatte, dass die Fußfessel abgehört werde, und er daher versucht habe, die Abdeckung zu öffnen», zitierte das Nachrichtenportal «G1» aus dem Protokoll der Anhörung.

Der Ex-PrĂ€sident war am Samstagmorgen (Ortszeit) prĂ€ventiv festgenommen worden, nachdem ein Alarm des ÜberwachungsgerĂ€ts eine mögliche Manipulation angezeigt hatte. In einem spĂ€ter vom Gericht veröffentlichten Video gab er zu, mit einem Lötkolben an dem GerĂ€t gearbeitet zu haben - «aus Neugier», wie er sagte. Aufnahmen zeigen ein angeschmortes KunststoffgehĂ€use der Fußfessel.

Bolsonaro: «Gewisse Paranoia» entwickelt

Der 70-JÀhrige gab laut Anhörung an, aufgrund der Medikamente «eine gewisse Paranoia» entwickelt und die Manipulation kurz nach Mitternacht begonnen zu haben. Danach sei er «wieder zur Vernunft gekommen» und habe aufgehört. Ein Durchtrennen der Fessel habe es nicht gegeben, auch eine Fluchtabsicht bestritt Bolsonaro demnach.

Die PrĂ€ventivhaft war vom Obersten Richter Alexandre de Moraes angeordnet worden. Als GrĂŒnde nannte er unter anderem die BeschĂ€digung des ÜberwachungsgerĂ€ts und eine Mahnwache vor Bolsonaros Haus, zu der dessen Sohn, Senator FlĂĄvio Bolsonaro, aufgerufen hatte. Ein mögliches Chaos hĂ€tte die Kontrolle des Hausarrests erschweren und eine Flucht erleichtern können, urteilte der Richter. Bolsonaro sagte den Berichten zufolge, dass die Mahnwache 700 Meter entfernt gewesen sei, sodass keine Fluchtmöglichkeit bestanden habe.

Bolsonaro war zuletzt wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen gerichtliche Auflagen im Hausarrest. Die PrĂ€ventivhaft ist nicht Teil der Vollstreckung der Strafe wegen eines versuchten Staatsstreichs, fĂŒr die er im September zu ĂŒber 27 Jahren Haft verurteilt worden war. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig, mit einer Vollstreckung wurde zuletzt kommende Woche gerechnet.

@ dpa.de