DÀnemark erwÀgt Training eigener Soldaten in der Ukraine
16.04.2025 - 12:52:28Das Nato-Mitglied DĂ€nemark erwĂ€gt, eigene Soldaten zum Training in die Ukraine zu senden. Das teilte das dĂ€nische MilitĂ€r in einer Aussendung mit. Man ziehe die Möglichkeit in Betracht, dĂ€nische Soldaten zu kĂŒrzeren Kursen in die Ukraine zu schicken, damit sie dort Erfahrungen sammeln könnten.
Damit ruderte das dĂ€nische MilitĂ€r von kurz davor von Heereschef Peter Boysen getĂ€tigten Aussagen zurĂŒck. Dieser hatte dem Fernsehsender TV 2 gesagt, DĂ€nemark wolle unbewaffnete Soldaten zum Training in die Ukraine schicken, damit sie dort von den ukrainischen MilitĂ€rs und vor allem von deren Erfahrungen im Drohnenkrieg lernten.
Boysen sagte zudem, die DĂ€nen wĂŒrden sich weit von der Front entfernt aufhalten, vermutlich in Trainingszentren im Westen der Ukraine.
Der dĂ€nische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen wollte sich der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge nicht zu den PlĂ€nen Ă€uĂern mit dem Hinweis, die ZustĂ€ndigkeit in der Sache liege beim MilitĂ€r.
Russischer Botschafter: Leben dÀnischer Soldaten in Gefahr
In der russischen Botschaft in Kopenhagen sorgten die Aussagen Boysens fĂŒr Unmut. In einem schriftlichen Kommentar teilte der russische Botschafter in DĂ€nemark, Wladimir Barbin, TV 2 mit, ein Training dĂ€nischer Soldaten in der Ukraine ziehe «DĂ€nemark tiefer in den Konflikt hinein» und «provoziere eine weitere unkontrollierte Eskalation».
Der russische Botschafter schrieb demnach weiter, die Entscheidung bringe «das Leben dĂ€nischer Soldaten in Gefahr.» Denn alle militĂ€rischen Einrichtungen in der Ukraine, auch Trainings- und Ausbildungszentren im Westen des Landes, sind laut Barbin «legitime Ziele» fĂŒr das russische MilitĂ€r.
Immer wieder Angriffe auf Trainingszentren
Das russische MilitĂ€r greift immer wieder ukrainische Trainingszentren auch im Westteil des Landes an. Zu Beginn des Krieges gab es unter anderem RaketenschlĂ€ge auf die Kasernen des TruppenĂŒbungsplatzes Desna im nordostukrainischen Gebiet Tschernihiw und Jaworiw in der westukrainischen Region Lwiw, unweit der polnischen Grenze. Bei beiden Angriffen kamen Dutzende Soldaten ums Leben.Â
Jaworiw wurde vor der russischen Invasion im Februar 2022 zur Ausbildung ukrainischer Soldaten durch Instrukteure aus Nato-Staaten genutzt. Auf dem ĂbungsgelĂ€nde fanden vor Kriegsbeginn auch regelmĂ€Ăig gemeinsame Manöver mit Truppen aus Nato-Staaten statt.
DĂ€nemark ist GrĂŒndungsmitglied der Nato und zĂ€hlt seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor mehr als drei Jahren zu den gröĂten UnterstĂŒtzern der Ukraine.


