USA, Finanzindustrie

Nagel verurteilt Trumps Vorgehen gegen Fed-Chef

24.01.2026 - 13:31:45

Der PrÀsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, hat die persönlichen Angriffe von US-PrÀsident Donald Trump auf den US-Notenbank-Chef Jerome Powell scharf verurteilt."Das ist ein Unding", sagte Joachim Nagel dem Tagesspiegel.

Er kenne Powell gut, schĂ€tze seine Art und Arbeit. "Die Art, wie er politisch angegangen wird, erschĂŒttert mich bis ins Mark, denn es waren die USA, die uns nach dem Zweiten Weltkrieg die Bedeutung unabhĂ€ngiger Zentralbanken gelehrt haben." Die USA hĂ€tten 1948 mit der Bank deutscher LĂ€nder in Frankfurt am Main das Fundament fĂŒr die Deutsche Bundesbank gelegt. Die sei wiederum eine Blaupause fĂŒr die EZB geworden.

Trump hat zuletzt massiv den politischen und juristischen Druck auf Notenbankchef Powell erhöht. So prĂŒft das US-Justizministerium eine Anklage gegen Powell, weil angeblich die Sanierungskosten fĂŒr das Fed-GebĂ€ude zu hoch seien. Hinter dem Vorgehen wird vermutet, dass Trump die Zinspolitik der Fed beeinflussen will. Wiederholt drohte er, Powell zu entlassen.

Angriffe auf die UnabhĂ€ngigkeit europĂ€ischer Notenbanken erwartet Nagel jedoch nicht. "Nein, alle Regierungen im Euroraum bekennen sich klar zur UnabhĂ€ngigkeit", sagte der Karlsruher auf eine entsprechende Frage. Um sie zu bewahren, nahm er die EU-BĂŒrger in die Pflicht. "Die UnabhĂ€ngigkeit der Geldpolitik muss von der Bevölkerung getragen werden."

@ dts-nachrichtenagentur.de